Freitag, 05.12.2014

Nach Sturz in Kuusamo

Wellinger verpasst Schanzentournee

Andreas Wellinger fällt nach seinem schweren Sturz in Kuusamo für die Vierschanzentournee aus. Der 19-Jährige wurde bereits am Donnerstag am Schlüsselbein operiert und muss acht Wochen pausieren.

Andreas Wellinger stürzte beim Weltcup in Kuusamo schwer
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Andreas Wellinger stürzte beim Weltcup in Kuusamo schwer

Mannschafts-Olympiasieger Andreas Wellinger machte gute Miene zum bösen Spiel. "Was dich nicht tötet, härtet ab", schrieb der Skispringer am Freitag wenige Stunden nach der Operation, die das bittere Aus für die Vierschanzentournee bedeutete. Zu sehen war ein grinsender Wellinger mit struppigem Haar, vor allem aber ein großes, weißes Pflaster unterhalb der Schulter.

Sechs Tage nach Wellingers schwerem Sturz im finnischen Kuusamo wurde damit Gewissheit, was alle befürchtet hatten: Der "Bruchpilot" aus Ruhpolding, als Dritter in Klingenthal so stark in die Saison gestartet, muss acht Wochen pausieren, verpasst die Tournee und möglicherweise sogar die WM Ende Februar im schwedischen Falun.

"Wer bei der WM teilnimmt, soll auch leistungsstark sein", sagte Bundestrainer Werner Schuster in der "ARD": "Entscheidend ist für mich, dass er noch in diesem Winter auf die Schanze kommt, damit er konstruktiv mit dem Trauma umgehen kann." Sollten die Ärzte in acht Wochen aber grünes Licht für Sprungtraining geben, seien die Titelkämpfe noch in Reichweite.

Stauchung in Wirbelsäule

Wellinger war am Samstag mit voller Wucht in den Schnee geknallt, nachdem er in der Luft die Kontrolle verloren hatte. Anschließend rutschte er den Hang hinab, wurde im Auslauf lange behandelt und nach einer Nacht im Krankenhaus schließlich nach Deutschland geflogen. Dort folgte die Diagnose: Ausgeprägte Stauchung der Wirbelsäule und Luxation des rechten Schlüsselbeingelenks.

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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"Die Ärzte in Deutschland haben versucht, das Gelenk ohne Operation in den alten Zustand zu bringen. Das ist leider nicht gelungen. Daher haben sie nun operiert", sagte Schuster am Freitag. Wellinger müsse nun vier Wochen eine Schlinge tragen: "Für mich ist wichtig, dass der Bursche gesund wird und daraus lernt." Schuster hatte zuvor bereits angedeutet, dass der Sturz eher auf einen Fehler Wellingers als auf die schwierigen Windbedingungen zurückzuführen war.

Abitur im Frühjahr

Am Ende hatte Wellinger, der schon im März 2013 in Planica bei einem Sturz glimpflich davongekommen war, vor allem aber auch Glück. "Der Sturz war fatal. In Anbetracht der Wucht, die auf den Körper gewirkt hat, ist das keine so dramatische Verletzung", sagte Schuster.

Und auch Wellinger darf zumindest etwas Positives aus der langen Pause ziehen. Denn im kommenden Frühjahr will der Schüler das Abitur machen, die Saison wäre ohnehin eine Gratwanderung geworden. "Ich muss zu jedem Wettkampf die Bücher mitnehmen", hatte der Teenager noch kurz vor Saisonbeginn gesagt. Zumindest zum Lernen hat Andreas Wellinger in den kommenden Wochen wohl genug Zeit.


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