Sonntag, 30.11.2014

Gold-Rodler siegen einfach weiter

"Nichts verlernt"

Neun Monate nach den goldenen Winterspielen von Sotschi haben die deutschen Rodler beim Weltcup-Auftakt ihre Ausnahmestellung unter Beweis gestellt. Die Olympiasieger Felix Loch und Natalie Geisenberger untermauerten am Wochenende mit souveränen Erfolgen in Innsbruck-Igls ihren Favoritenstatus für den WM-Winter.

Felix Loch hat mit seinem Sieg beim Weltcup-Auftakt seine Favoritenrolle bestätigt
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Felix Loch hat mit seinem Sieg beim Weltcup-Auftakt seine Favoritenrolle bestätigt

Auch im Doppelsitzer gewannen Toni Eggert/Sascha Benecken mit großem Vorsprung - und auch im erstmals durchgeführten Sprint-Wettbewerb holten Loch und Co. alle drei Siege.

"Das ist ein super Einstand, es hat alles gepasst", sagte der 25-Jährige im ZDF: "Am Ende kann man sagen: alles richtig gemacht." Auch Bundestrainer Norbert Loch freute sich nach der makellosen Bilanz, "dass wir endlich wissen, wo wir stehen. Das Ergebnis stimmt mich sehr zufrieden."

12 von 18 möglichen Podestplätzen gingen letztlich an die Athleten des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), den Frauen gelang gar zwei Vierfach-Triumphe - einzig der "Bayern-Express" mit den Olympiasiegern Tobias Wendl/Tobias Arlt blieb als Vierter im Doppelsitzer und Dritter im Sprint hinter den Erwartungen zurück.

"Die Rodler haben nichts verlernt über den Sommer, das war ein toller Saisonauftakt", sagte BSD-Generalsekretär Thomas Schwab dem SID: "Wir sind wieder sehr, sehr gut aufgestellt."

Loch mit fünftem Sieg in Folge

Felix Loch (Berchtesgaden) setzte sich am Sonntag vor dem Südtiroler Dominik Fischnaller (21) durch, Vize-Weltmeister Andi Langenhan (Zella-Mehlis) wurde Dritter. Loch gelang damit bereits sein fünfter Innsbruck-Sieg in Folge. "Ich habe vorher ein bisschen darüber gefeixt, weil so eine Serie ja schon ganz gut aussieht", sagte er.

Julian von Schleinitz (Königssee/6.) und Florian Berkes (Suhl/9.) fuhren ebenfalls in die Top 10. Vize-Europameister Johannes Ludwig (Oberhof) musste sich nach einem fehlerhaften ersten Lauf mit Rang 19 begnügen.

Fischnaller unterstrich derweil seinen Status als italienischer Hoffnungsträger nach dem Rücktritt von Altstar Armin Zöggeler. Nicht nur Loch hat den früheren Junioren-Weltmeister für die kommenden Monate und die WM in Sigulda/Lettland (14./15. Februar) auf der Rechnung. "Dem ist zweifellos etwas zuzutrauen", sagte Schwab.

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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Gewohntes deutsche Dominanz

Noch hat allerdings der Olympiasieger die Nase deutlich vorn, und auch bei den Frauen und im Doppelsitzer hatte sich am Samstag das gewohnte Bild der deutschen Dominanz geboten. "Das war schon ganz gut, ich habe nichts zu meckern. Jetzt weiß ich, dass der Sommer gut war", sagte Geisenberger nach ihrem deutlichen Sieg vor Dajana Eitberger (Ilmenau), Tatjana Hüfner (Friedrichroda) und Anke Wischnewski (Oberwiesenthal).

Einzig die Doppelsitzer Wendl/Arlt (Berchtesgaden/Königssee) fuhren enttäuscht nach Hause, sie hatten erstmals seit Januar 2013 das Podest verpasst. "Ein Formel-1-Fahrer würde sagen: Wir haben die falschen Reifen aufgezogen. Aber das entschuldigt nichts", sagte Wendl. Für Bundestrainer Loch war die Leistung des Doppels "nicht der Anspruch eines Olympiasiegers".

Der Sprint-Weltcup, der in nur einem Lauf durchgeführt wird und in die Gesamtwertung einfließt, bildete schließlich den erfolgreichen Abschluss des Wochenendes. Loch siegte erneut vor Fischnaller, Geisenberger siegte vor Dauerrivalin Hüfner, Wischnewski und Eitberger - und bei den Doppelsitzern stachen Eggert/Benecken die deutsche Konkurrenz erneut aus.


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