IPC will sich nicht einmischen

SID
Dienstag, 04.03.2014 | 10:46 Uhr
Sir Philip Craven (r.) ist seit 2001 der Chef des Internationen Paralympischen Komitee
© getty
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Ungeachtet der drohenden Eskalation im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland will sich der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) nicht in die Krim-Krise einmischen und erwartet "großartige" Winterspiele in Sotschi.

"Wir sind uns voll und ganz bewusst, was andernorts passiert und werden die globale Politik den Politikern überlassen", sagte Sir Philip Craven (63) nach seiner Ankunft in Sotschi:

"Wir beobachten die Situation genau, und die Sicherheit und das Wohlbefinden der Athleten und Offiziellen genießen unsere oberste Priorität."

Sotschi liegt nur etwa 475 Kilometer südöstlich der Krim-Region. Russlands Präsident Wladimir Putin hat auf der strategisch wichtigen Halbinsel im Schwarzen Meer Truppen aufmarschieren lassen und lässt militärische Stützpunkte blockieren.

Politische Spannungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht darin einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Die Beziehungen zwischen Russland und der EU sowie den USA sind seit Tagen extrem angespannt. Die Regierungen der USA und Großbritanniens werden die am Freitag beginnenden Paralympics boykottieren und nicht nach Russland reisen.

Trotz des Schattens über den Spielen und eines drohenden Krieges freut sich Craven auf die Wettkämpfe. "Die letzten Vorbereitungen vor der Eröffnungsfeier am Freitag laufen, und wir sind zuversichtlich, großartige Spiele hier in Sotschi zu erleben", sagte der Brite.

DBS in Sotschi angekommen

Unterdessen ist das elf Athleten umfassende Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) am Dienstag nach Sotschi geflogen.

"Aktuell besteht für die Räume Moskau und Sotschi keine Gefahr", sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher vor der Abreise und appellierte an Putin, die Lage nicht eskalieren zu lassen: "Ein Militärschlag während der friedlichen Paralympics würde weltweit ernsthafte Reaktionen hervorrufen."

Boykott ist kein Thema

Von einem Boykott wollte Beucher nicht sprechen. Sollte sich die Situation in den nächsten Tagen jedoch zuspitzen und zu gefährlich werden, behält sich der Politiker alle Reaktionen vor.

"Sicherheit steht über allem", sagte Beucher, der in ständigem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium steht.

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