Sonntag, 16.03.2014

Eisschnelllauf: Welcupfinale in Heerenveen

Emotionaler Abschied für Wolf

Emotionaler Abschied und Platz drei für Jenny Wolf - Silber für Claudia Pechstein: Die beiden betagten Eis-Ladies retteten beim Weltcup-Finale in Heerenveen wieder mal die deutsche Eisschnelllauf-Bilanz.

Jenny Wolf lief in Heerenveen ihr letztes Weltcup-Rennen
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Jenny Wolf lief in Heerenveen ihr letztes Weltcup-Rennen

10.000 Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen und spendeten spontan Applaus. Sichtlich gerührt kämpfte Jenny Wolf auf ihrer Ehrenrunde mit den Tränen und sammelte etliche Stofftiere vom Eis.

Nach ihrem dritten Platz im Gesamtweltcup über 500 m bereitete das Publikum im niederländischen Eisschnelllauf-Mekka Heerenveen der Berlinerin ein stimmungsvolles Karriere-Ende.

Positives Resümee

"Ich blicke jetzt mit Freude auf meine Karriere zurück", sagte Deutschlands erfolgreichste Sprinterin der letzten Jahre. Im Innenraum überreichte ihr DESG-Präsident Gerd Heinze einen Blumenstrauß, Ehemann Oliver übergab einen Rahmen mit zwei Haken, an denen die Schlittschuhe aufgehängt werden sollen.

Im Juni wandert das Paar für ein Jahr nach Toronto/Kanada aus. "Jetzt darf Oliver Karriere machen", sagte Wolf über ihren Gatten, der bei der Bundeswehr angestellt ist.

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Dei deutsche Biathletin Franziska Preuß hatte Ladehemmungen. Ihr Gewehr war nach einem Sturz mit Schnee verstopft
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Wolf mit würdigem Abschied

Zuvor hatte Wolf selbst für einen würdigen Abschied vom Eis gesorgt. Mit Rang zwei in 38,00 Sekunden lief sie am Sonntag in ihrem letzten Rennen beim Weltcup-Finale noch einmal aufs Podium und machte den dritten Platz im Gesamtweltcup perfekt. Im ersten Rennen auf ihrer Paradestrecke über 500 m musste sie sich in 38,03 noch mit Rang vier begnügen.

In der Gesamtwertung gab es am Sieg der Russin Fatkulina (960 Punkte) vor der US-Amerikanerin Heather Richardson (915) nichts zu deuteln. Wolf brachte es auf 803 Zähler. Judith Hesse (Erfurt/360) kam auf einen beachtlichen neunten Rang.

Wolf zeigte noch einmal, dass sie auch mit 35 Jahren noch zur Weltspitze gehört, obschon sie zuletzt nur noch selten in den Kampf um Platz eins eingreifen konnte.

Bei Olympia in Sotschi enttäuschte sie mit den Rängen acht und fünf. Sechsmal hatte sie von 2006 bis 2011 den Gesamtweltcup gewonnen. Bei Olympia 2010 in Vancouver schlug ihre große Stunde, doch dort musste sie sich nach dem Sieg der Südkoreanerin Lee Sang-Hwa mit Silber begnügen.

Pechstein läuft auf Platz zwei

Auch Claudia Pechstein durfte am Ende der Weltcup-Saison noch einmal jubeln. Die Berlinerin sicherte sich Platz zwei im Langstrecken-Gesamtweltcup - für eine 42-Jährige eine starke Leistung.

In Heerenveen reichte dazu über 3000 m in 4:08,43 Minuten ein achter Rang. "Danke schön, Danke schön", sagte die fünfmalige Olympiasigerin bei der Siegerehrung, als sie voller Stolz die Silber-Trophäe in die Höhe reckte.

"Claudia wollte diese Position absichern und ist entsprechend gelaufen", sagte DESG-Teamleiter Helge Jasch. Nach einer anstrengenden Saison lief Pechstein im direkten Duell mit der Olympiazweiten Martina Sablikova sichtlich mit angezogener Handbremse.

Weijden mit Sieg beim Saisonabschluss

Es gewann die Niederländerin Annouk van der Weijden, die in persönlicher Bestzeit von 4:02,22 Minuten ihren ersten Weltcup-Sieg feierte.

Pechstein ließ im Anschluss einen Start bei der Allround-WM am kommenden Wochenende an selber Stelle offen. Sollte die Langstrecken-Spezialistin nicht starten, wäre erstmals seit Jahrzehnten kein deutscher Starter bei einer Mehrkampf-WM dabei - auch ein Hinweis auf den anhaltenden Leistungsabfall im DESG-Team, das schon bei Olympia in Sotschi ohne Medaille geblieben war.


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