Sonntag, 12.01.2014

Nach Neureuthers Coup in Adelboden

Maier: Heim-WM 2011 brachte Wende

Ein Ultimatum durch den DSV nach der verkorksten Heim-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen hat Felix Neureuther zu einem besseren Ski-Rennläufer gemacht und dessen Coup von Adelboden erst ermöglicht. Das zumindest meint DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier.

Felix Neureuther ist der erste deutsche Riesenslalom-Sieger seit 1973
© getty
Felix Neureuther ist der erste deutsche Riesenslalom-Sieger seit 1973

Nach Platz 34 im Riesenslalom und dem Aus im Slalom vor knapp drei Jahren habe Maier sein "Jahrhunderttalent" vor eine "knallharte Entscheidung" gestellt: "Entweder Felix kommt jetzt in die Mannschaft und arbeitet im Team, oder die Familie Neureuther muss einen eigenen Trainer finanzieren." Neureuther entschied sich für die Zusammenarbeit - und münzte sein Talent in der Folge endlich in Ergebnisse um.

Der 29-Jährige gewann am Samstag in der Schweiz als erst zweiter Deutscher überhaupt und erster DSV-Athlet seit fast 41 Jahren einen Riesenslalom im Weltcup. Es war Neureuthers siebter Weltcup-Sieg, fünf davon hat er nach der WM 2011 eingefahren. Außerdem holte er 15 seiner insgesamt 23 Podestplätze im Weltcup nach den Titelkämpfen in seiner Heimatgemeinde. 2013 gewann er in Schladming/Österreich mit Slalom-Silber seine einzige Einzelmedaille bei einem Großereignis.

"Felix ist ein Jahrhunderttalent"

"Der Felix ist ein Jahrhunderttalent, das sehr lange gebraucht hat, bis es nachhaltig das Podium attackieren konnte", sagte Maier nach dem Triumph von Adelboden: "Das lag teilweise an uns, teilweise an den Vorstellungen von zu Hause, wie das ein oder andere abzulaufen hat."

Nach Maiers Ultimatum haben sich die Familie Neureuther und der DSV "wieder mehr angenähert in den Philosophien, wie man Erfolg erzielen kann". Die bessere Integration in die Mannschaft habe Neureuther gut getan. Maier: "Der Felix ist ein sozialer Typ, der den Spaß mit den Menschen um ihn herum braucht."

Außerdem habe der 29-Jährige nicht mehr nur sehr engagierte Trainer, sondern seit zwei, drei Jahren mit der Konkurrenz im eigenen Team endlich "ein Umfeld, in dem er nicht mehr tun und lassen kann, was er möchte, weil ein Stefan Luitz da ist, ein Fritz Dopfer und der ein oder andere Junge, der an der Tür kratzt und sagt: Vorsicht Felix, auch wir sind schnelle Skifahrer".

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