Mittwoch, 01.01.2014

Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen

Diethart gewinnt Neujahrsspringen

Der österreichische Skispringer Thomas Diethart hat das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Andreas Wellinger war bester Deutscher.

Thomas Diethart holte sich in Garmisch-Partenkirchen den ersten Rang
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Thomas Diethart holte sich in Garmisch-Partenkirchen den ersten Rang

Während die deutschen Skispringer auch bei der zweiten Station der 62. Vierschanzentournee hinter den Erwartungen zurückblieben, stürmte der 21 Jahre alte Diethart mit seinem ersten Weltcup-Sieg überraschend an die Spitze der Gesamtwertung. Bester Deutscher beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen war Andreas Wellinger auf Rang fünf.

Schmitt fliegt aus Tournee-Aufgebot

Freund, der als Mitfavorit in die Tournee gegangen war, verpasste als 32. sogar den zweiten Durchgang. "Es hat wieder nicht gereicht, das ist schade. Ich hatte eigentlich gehofft, in einer besseren Form und stabiler zur Tournee zu kommen", sagte der Niederbayer. Bundestrainer Werner Schuster betonte, Freund sei "auch nur ein Mensch."

Schmitt gestrichen

Mehr Freude hatte Schuster am 27. Platz von Oldie Schmitt, am Abend strich er den viermaligen Weltmeister dennoch aus dem Aufgebot für die kommenden Springen in Österreich. Damit ist Schmitt Karriereende ein Stück näher gerückt. "Wenn ich nicht im Team bleibe, war das tendenziell mein letzter Weltcup-Auftritt. Ich werde mir das in Ruhe daheim überlegen", hatte Schmitt zuvor gesagt.

"Dass es das letzte Mal hier war, das war schon sehr bewegend", sagte der 35-Jährige, der seine 18. und letzte Tournee bestritt. Ebenfalls überzeugen konnte Youngster Wellinger. Der 18-Jährige zeigte nach seinem enttäuschenden 29. Platz in Oberstdorf eine deutliche Leistungssteigerung und kratzte sogar am Podest. "Wir sind als Team stark und auf dem richtigen Weg", sagte Wellinger.

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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"Das war eine Steigerung"

In die Top 10 schaffte es zudem Richard Freitaq als Neunter, Schuster erklärte den Sachsen daraufhin zum "Sieger ds Tages." Auch Freitag war erleichtert: "Das war noch einmal eine Steigerung. Ich bin froh, dass mir das gelungen ist", sagte der 22-Jährige, der beim Tournee-Auftakt nur 33. geworden war. Zählbares gab es auch für Andreas Wank und Michael Neumayer auf den Plätzen 15 und 19. Marinus Kraus, in Oberstdorf als Achter noch bester Deutscher, verpasste wie Freund den zweiten Durchgang.

Gefeierter Held des Tages vor 21.000 Zuschauern an der Olympiaschanze war aber Überraschungssieger Diethart, der erst am 21. Dezember sein Weltcup-Debüt gegeben hatte. Der Shootingstar flog mit 141 und 140,5 Metern zweimal Bestweite und gewann mit 296,1 Punkten klar vor seinem Landsmann Thomas Morgenstern (284,9) und Oberstdorf-Sieger Simon Ammann aus der Schweiz (278,5). "Das ist ein Wahnsinn. Ich bin überwältigt, das ist ein geiles Gefühl", sagte Diethart. Aufatmen darf damit auch Sven Hannawald: Der 39-Jährige bleibt mindestens für ein weiteres Jahr der einzige Skispringer mit Siegen auf allen vier Schanzen.

"Welt geht nicht unter"

Auch in der Gesamtwertung führt Diethart mit 593,4 Punkten vor Morgenstern (581,9) und Ammann (580,4). "Das wird jetzt wohl ein Dreikampf", sagte Diethart. Bester Deutscher ist Neumayer (530,5) als Elfter, Wank (521,5) und Wellinger (510,4) folgen suf den Rängen 14 und 16. Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer wurde in Garmisch nur Achter und hat als Siebter der Gesamtwertung mit 546,4 Punkten kaum noch Chancen auf den dritten Triumph in Serie.

Mit hängenden Schultern verließ derweil der WM-Vierte Freund die Arena. "Ich bin einfach schlecht gesprungen, nicht auf meinem Niveau. Ich muss versuchen, da im restlichen Saisonverlauf wieder hinzukommen. Aber die Welt geht nicht unter", sagte Freund. "Bei Severin gibt es individuelle Probleme", sagte Schuster: "Er muss damit leben, dass er die Schanze ein anderes Mal bezwingen muss."

Fortsetzung am Freitag

Insgesamt war Schuster nach dem verpatzten Auftakt zumindest mit dem Team-Ergebnis halbwegs zufrieden. Derzeit gebe es aber "ein Problem", sagte der Österreicher: "Wir haben keine Hierarchie im Team. Diese Hierarchie muss sich wieder einstellen." Routinier Neumayer betonte dagegen, dass "irgendwann der Knopf aufgehen werde."

Nicht in den zweiten Durchgang schafften es auch Markus Eisenbichler, Daniel Wenig und Karl Geiger. Die 62. Vierschanzentournee wird nach einem Ruhetag am Freitag (13.45 Uhr im LIVE-TICKER) mit der Qualifikation für das Bergisel-Springen in Innsbruck fortgesetzt. Abgeschlossen wird die Tournee traditionell in Bischofshofen.

Der Stand in der Gesamtwertung der Tournee


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