Mittwoch, 01.01.2014

Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen

Schmitt aus Aufgebot gestrichen

Bundestrainer Werner Schuster hat Martin Schmitt aus dem deutschen Aufgebot bei der Vierschanzentournee (ab Fr., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) gestrichen. Ob der viermalige Weltmeister je wieder im Weltcup springen wird, ist noch offen.

Martin Schmitt könnte am Neujahrestag 2014 seinen letzten Sprung gemacht haben
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Martin Schmitt könnte am Neujahrestag 2014 seinen letzten Sprung gemacht haben

Martin Schmitt lächelte noch einmal für unzählige Fotos, gab gewohnt freundlich Autogramme - doch tief im Inneren dürfte dem Skisprung-Altmeister ein wenig wehmütig zumute gewesen sein. Der 35-Jährige verabschiedete sich beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen nicht nur endgültig von der Vierschanzentournee, sondern wohl auch für immer aus dem Weltcup.

Auf der Olympiaschanze belegte der viermalige Weltmeister am Neujahrstag nach Sprüngen auf 128,0 m und 128,5 m Rang 27. Anschließend wurde er trotz einer ordentlichen Vorstellung zur Tournee-Halbzeit aus der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes gestrichen. "Für ihn war es nachvollziehbar. Ich kann mich bei ihm für seine Motivation und Fairness nur bedanken", sagte Bundestrainer Werner Schuster am Abend. Wie es nun mit dem Oldie weitergeht, ist noch offen. "In Ruhe" will Schmitt nach seiner Rückkehr in die Heimat eine Entscheidung über seine sportliche Zukunft treffen.

"Ich weiß es selbst nicht"

Dass der Furtwanger erneut im zweitklassigen Continental Cup antritt, ist äußerst unwahrscheinlich, sein baldiger Rücktritt dafür umso realistischer. "Ich weiß es selbst nicht. Martin hatte immer die Freiheit, seine Entscheidungen selbst zu verkünden. Das wird auch jetzt so sein", sagte Schuster.

Schon seit Jahren tickte die Uhr für Schmitt, dessen großen Erfolge lange her sind. Sehr lange sogar: Den letzten seiner 28 Weltcupsiege feierte er im März 2002 in Lahti, auch die Triumphe im Gesamtweltcup sind fast schon vergessen. Nur den Traum vom Tournee-Sieg konnte er sich in seiner erfolgreichen Karriere nie erfüllen.

Erster Sieg 1998 in Norwegen

Sein Weltcupdebüt feierte Schmitt, der im Alter von sechs Jahren mit dem Skispringen begann, im Januar 1997 bei der Tournee in Innsbruck. Dabei sprang Rang 25 heraus - und es folgte eine lange Laufbahn mit bislang insgesamt 292 Starts und 52 Podestplätzen. Seinen ersten Sieg holte er im November 1998 in Lillehammer. Viermal war Schmitt bei Olympischen Spielen dabei, eine fünfte Teilnahme in Sotschi bleibt ihm zum Karriereausklang nun aber verwehrt.

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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Und obwohl Schmitt in den letzten Jahren nur noch hinterher sprang, bekam er von seinen Mannschaftskollegen und Bundestrainer Werner Schuster viel Respekt. "Ich finde es bewundernswert, wie er sich vorbereitet und die Herausforderung angenommen hat. Mich freut es auch, dass er in Garmisch noch mal dabei war", sagte Schuster. Norwegens Nationaltrainer Alexander Stöckl meinte: "Der Name Martin Schmitt wird immer Teil des Skispringens sein. Er hat die Liebe am Skispringen nie verloren."

Schattenbergschanze in Oberstdorf

Über den zweitklassigen Continental Cup führte Schmitts Weg noch einmal in die nationale Gruppe bei der diesjährigen Tournee. Er setzte sich mit guten Vorstellungen gegen den talentierten Nachwuchs durch und schaffte es so erneut auf die Schattenbergschanze in Oberstdorf.

Die Herausforderungen gegen die besten Springer der Welt waren aber eine Nummer zu groß, Schmitt verpasste den zweiten Durchgang.

Schon 2011/12 gestrichen

Der Wettbewerb in Innsbruck und das Abschlussspringen in Bischofshofen wird der Oldie nur noch vor dem Fernseher verfolgen. Doch selbst das ist nichts Neues: Auch 2011/2012 wurde Schmitt nach den beiden deutschen Stationen aus der Mannschaft gestrichen.

Für die Zeit nach der aktiven Karriere hat Schmitt bereits vorgearbeitet. Derzeit studiert er an der Trainerakademie in Köln, will dort im Oktober 2015 seinen Abschluss machen. "Um ein erfolgreicher Trainer zu werden, muss man eine ähnliche Leidenschaft wie als Sportler haben", sagte er. Und: "Man muss wissenshungrig sein, neue Dinge kennenlernen, sich immer weiter entwickeln." Dass er das kann, hat er als Sportler bereits bewiesen.

Der Stand in der Gesamtwertung der Tournee


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