Donnerstag, 09.01.2014

Heim-Weltcup in Ruhpolding

Männerstaffel verpasst Rang eins

Simon Schempp legte seine letzte Kraft in die finalen Stockschübe, doch am Ende eines packenden Biathlon-Krimis musste sich der deutsche Schlussläufer um wenige Zentimeter geschlagen geben. Mit der Winzigkeit von einer Zehntelsekunde Rückstand verpasste die Männerstaffel beim Heim-Weltcup in Ruhpolding hinter Österreich den ersten Weltcupsieg seit fast drei Jahren zwar hauchdünn, unterstrich 44 Tage vor dem Olympiarennen mit Rang zwei aber trotzdem eindrucksvoll die Medaillen-Ambitionen für die Winterspiele in Sotschi.

Christoph Stephan und die deutsche Staffel verpassten den Sieg nur um haaresbreite
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Christoph Stephan und die deutsche Staffel verpassten den Sieg nur um haaresbreite

Fast hätte es für das Quartett des Deutschen Skiverbandes mit Christoph Stephan (3 Nachlader), Andreas Birnbacher (1), Erik Lesser (3) und Simon Schempp (2) sogar zum ersehnten ersten Triumph seit 1082 Tagen gereicht. Doch der Österreicher Dominik Landertinger setzte sich in einem hochdramatischen Zielsprint gegen Schempp durch. Einen Tag zuvor hatte sich bereits die Frauenstaffel Rang zwei bei den Biathlon-Festspielen im Chiemgau gesichert.

"Er hat zwar knapp gewonnen, aber wir können mit dem zweiten Platz sehr zufrieden sein", sagte Schempp: "Das hat richtig Spaß gemacht." Bereits im französischen Le Grand-Bornand hatte sich die Mannschaft knapp mit Rang zwei begnügen müssen, nachdem Russland dort im Sprint gewonnen hatte. Die Olympia-Gastgeber stürmten als Dritte erneut auf das Podest und gehören nun wie Deutschland in der Heimat zu den Favoriten. Den letzten Staffel-Weltcupsieg für den DSV hatte es im Januar 2011 in Antholz/Italien gegeben.

Stephan mit drei Nachladern

Startläufer Christoph Stephan, Einzel-Vizeweltmeister von 2009, machte seine Sache zu Beginn sehr gut und traf beim Liegendschießen alle Scheiben. Im stehenden Anschlag benötigte der 27 Jahre alte Thüringer dann allerdings drei Nachlader und entging nur knapp der Strafrunde. "Ich hatte eigentlich vor, stehend gut durchzukommen und dann gemütlich mit der Spitze mitzugehen, aber so ist es noch mal spannend geworden", sagte Stephan, der nach einer mehrjährigen Durstrecke erst in den vergangenen Wochen wieder den Anschluss an die Weltspitze schaffte.

Sotschi 2014: Die Entzündung der Fackel
131 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele ist im Heiligen Hain des antiken Olympia in Griechenland die Fackel entzündet worden
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131 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele ist im Heiligen Hain des antiken Olympia in Griechenland die Fackel entzündet worden
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Die Fackel wird traditionell mit Hilfe eines Parabolspiegels entzündet, der die Sonnenstrahlen bündelt und so das Feuer entfacht
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Die Fackel wird traditionell mit Hilfe eines Parabolspiegels entzündet, der die Sonnenstrahlen bündelt und so das Feuer entfacht
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1952 fand der erste Fackellauf vor den Olympischen Winterspielen statt. Damals ging es nach Oslo, diesmal ist Sotschi in Russland das Ziel
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1952 fand der erste Fackellauf vor den Olympischen Winterspielen statt. Damals ging es nach Oslo, diesmal ist Sotschi in Russland das Ziel
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Der erste Fackelträger 2014 war der griechische Skilangläufer Ioannis Antoniou. Dieser durfte das Feuer allerdings nur kurz tragen
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Der erste Fackelträger 2014 war der griechische Skilangläufer Ioannis Antoniou. Dieser durfte das Feuer allerdings nur kurz tragen
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Nur wenige Meter später wurde das Feuer erneut übergeben. Diesmal ging es an den russischen Eishockey-Star Alexander Ovechkin von den Washington Capitols
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Nur wenige Meter später wurde das Feuer erneut übergeben. Diesmal ging es an den russischen Eishockey-Star Alexander Ovechkin von den Washington Capitols
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Dieser ist der Zweite von etwa 14.000 Läufern, die in Russland 2900 Städte durchlaufen sollen. Sogar der Nordpol ist ein Ziel auf der Route nach Sotschi
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Dieser ist der Zweite von etwa 14.000 Läufern, die in Russland 2900 Städte durchlaufen sollen. Sogar der Nordpol ist ein Ziel auf der Route nach Sotschi
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Doch der Nordpol ist nicht der exotischste Zwischenstopp der Reise. Die Fackel soll sogar hoch hinaus in die Lüfte, denn es wird geplant, das Feuer mit der international Raumstation ISS auch in den Weltraum zu bringen
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Doch der Nordpol ist nicht der exotischste Zwischenstopp der Reise. Die Fackel soll sogar hoch hinaus in die Lüfte, denn es wird geplant, das Feuer mit der international Raumstation ISS auch in den Weltraum zu bringen
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Andreas Birnbacher übernahm mit 8,1 Sekunden Rückstand an Position drei und blieb auch nach seiner ersten Schießeinlage mit einem Fehler in der Spitzengruppe. Nach einem tadellosen Stehendschießen brachte der 32-Jährige seine Mannschaft anschließend in Führung. "Ich habe viel an mir gearbeitet und jetzt scheint es wirklich zu funktionieren", sagte Birnbacher im "ZDF": "Ich bin wieder in meinem alten Modus zurück."

Auch Lesser mit Fehlern

Zur Halbzeit übernahm Erik Lesser an Position eins. Der Thüringer hatte den deutschen Männern mit Platz zwei in der Verfolgung in Le Grand-Bornand/Frankreich im Dezember bislang die einzige Einzel-Podiumsplatzierung in diesem Winter beschert. Lesser begann tadellos, benötigte dann aber auch alle drei Extrapatronen und fiel mit 0,6 Sekunden Rückstand hinter Österreich auf Platz zwei zurück. "Mir ist es nicht ganz gelungen, dass ich die Nerven behalte. Die ersten zwei Fehler hätten nicht sein müssen", sagte Lesser.

Schlussläufer Schempp ging in Führung liegend auf die abschließenden 7,5 Kilometer in den Dreikampf um die Spitze - und in ein dramatisches Finale.

Aufregung gab es am frühen Donnerstagmorgen: Acht Betreuer des schwedischen Biathlon-Teams sind bei einem Feuer in unmittelbarer Nähe ihrer Unterkunft am Rande des Weltcups von Ruhpolding mit dem Schrecken davongekommen. Wie die Polizei Oberbayern dem "SID" bestätigte, blieben die im benachbarten Haus wohnhaften Schweden unverletzt. Auch das Material der Sportler soll laut Medienberichten unbeschädigt geblieben sein.

Am Freitag wird der Weltcup mit dem Einzel der Frauen über 15 km fortgesetzt, am Samstag steht für die Männer der Klassiker über 20 km auf dem Programm. Auf den WM-Strecken des Jahres 2012 stehend zum Abschluss jeweils ein Verfolgungsrennen für Frauen und Männer auf dem Programm.

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