Samstag, 04.01.2014

Ex-Tourneesieger Aschenbach kritisiert Skispringen

"Alle Springer sind magersüchtig"

Der frühere Vierschanzentournee-Sieger und heutige Arzt Hans-Georg Aschenbach hält das Skispringen für medizinisch nicht vertretbar. Zudem sei Gen-Doping nicht aufzuhalten. Er klagt vor allem die Chinesen an.

Sven Hannawald musste seine Karriere aufgrund eines Burnout-Syndroms beenden
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Sven Hannawald musste seine Karriere aufgrund eines Burnout-Syndroms beenden

Vierschanzentournee-Champion 1974 und Olympia-Gold für die DDR 1976: Aschenbach hat als Skispringer eine erfolgreiche Karriere hingelegt. Heute arbeitet der 62-Jährige als Arzt in Freiburg und bewertet seine Sportart kritisch.

"Alle Springer sind magersüchtig, untergewichtig. Eine technisch brillante Sportart, aber eigentlich medizinisch nicht mehr vertretbar. Die Athleten sind oft nur noch Haut und Knochen", sagte Aschenbach der "Bild".

Und der Olympiasieger von Innsbruck weiter: "Sven Hannawald hat das Magersucht-Springen erfunden. Keine Ahnung, was ihm den Kick gab, aber er hat irgendwann gemerkt, dass er bei 1,82 Meter zehn, 15 oder 20 Kilo abnehmen musste, um weiter zu springen. 60 Kilo bei der Größe sind schon extrem."

"Gen-Doping ist nicht aufzuhalten"

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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Aschenbach äußerte sich zudem zu Doping. Dabei denke man vielleicht zunächst an blaue Pillen und Spritzen. Doch dies sei alles Steinzeit.

"Es gibt heute Tabletten, die den Bewegungsablauf in der Nacht stereotypisieren. Du kannst über Hypophyse und Epiphyse dein Training vom Tag prägen. Psychomotorisches und hormonelles Doping ist die neue Wissenschaft. Das Gen-Doping ist nicht aufzuhalten", meinte der gebürtige Brotteroder.

China-Methoden "menschenverachtend"

Mit Doping hat er selbst Erfahrung, gibt schon seit längerer Zeit unumwunden zu, zu seiner Zeit als DDR-Athlet gedopt gewesen zu sein. 1988 floh er schließlich in den Westen, weil er als Teamarzt offenbar das Doping-System neu aufbauen sollte.

Was das Doping der Zukunft angeht, klagt Aschenbach vor allem China an: "Die Chinesen holen sich die Sportler und schauen sich die DNS-Stränge an. In fünf Jahren werden DNS-Stränge manipulierbar sein, nicht nachweisbar. Die Chinesen machen zum Glück kaum Wintersport. Was da getan wir, ist menschenverachtend. Zucht in Schulen mit 28.000 Kindern, reiner Wahnsinn."


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