Sonntag, 05.01.2014

Weltcup in Oberhof: Massenstart

Birnbacher und Henkel auf Rang vier

Die deutschen Biathleten sind im ersten Massenstart-Rennen der Olympia-Saison am Podest vorbeigelaufen und haben den Weltcup in Oberhof damit ohne Spitzenposition beendet. Über 15 Kilometer lief Andreas Birnbacher als bester Deutscher mit zwei Strafrunden auf den vierten Rang und knackte damit die Olympia-Norm. Andrea Henkel erreichte in ihrem letzten Rennen beim Heim-Weltcup ebenfalls Platz vier.

Andreas Birnbacher holte bei den Weltmeisterschaften 2013 in Nove Mesto Bronze mit der Staffel
© getty
Andreas Birnbacher holte bei den Weltmeisterschaften 2013 in Nove Mesto Bronze mit der Staffel

"Ich sehe nicht nur den vierten Rang. Ich sehe vor allem, dass wir in Sichtkontakt zu den ersten Plätzen sind. Das war auch sehr wichtig für die Athleten", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Gleichzeitig gestand er aber: "Für einen Sieg muss natürlich alles passen."

Einen versöhnlichen Abschied vom Thüringer Publikum feierte Andrea Henkel (Großbreitenbach). Die 36-Jährige, die nach der Saison das Gewehr an den Nagel hängen wird, verbuchte mit ihrem vierten Platz das beste Saisonergebnis.

"Es ist schon schön, weil ich ein gutes Rennen gezeigt habe", sagte Henkel der ARD: "Ich bin sehr zufrieden und denke, dass eine Tendenz zu erkennen ist."

Diese lässt sich sicher auch bei Birnbacher erahnen. Der 32-Jährige aus Schleching, der in dieser Saison bislang seine Bestform suchte, kann sich nach der endlich geknackten Olympia-Norm nun ganz entspannt auf den Saisonhöhepunkt vorbereiten.

Birnbacher: "Rennen brutal hart"

"Das Rennen war brutal hart, aber vor allem für meinen Kopf sehr wichtig", sagte Birnbacher. Mit dem erfreulichen Schlusspunkt habe er nicht mehr gerechnet, auch wenn "ich gewusst habe, dass die Form dafür da ist".

Für die Spitzenpositionen reicht es dennoch (noch) nicht. Birnbacher und Co. dürften trotz leicht ansteigender Tendenz auch in Sotschi einen Sahnetag benötigen, um die überragenden Martin Fourcade (Frankreich) und Emil Hegle Svendsen bei den Männern oder Tora Berger (beide Norwegen) und Darja Domratschewa (Weißrussland) bei den Frauen in Bredouille zu bringen.

Vor dem letztlich versöhnlichen Schlusstag im Biathlon-Mekka Oberhof drängte sich sportlich allerhöchstens Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) mit zwei siebten Plätzen in den Vordergrund.

Sachenbacher-Stehle: "Bin wirklich glücklich"

Ob die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin, die bei ihrem ersten Biathlon-Auftritt im Thüringer Wald die vom DOSB geforderte Norm knackte, bei den Olympischen Spielen (7. bis 23. Februar) zumindest zum erweiterten Favoritenkreis gehören wird, bleibt aber zu bezweifeln.

"Ich bin jetzt wirklich glücklich, da ich in den letzten Wochen viel gezweifelt habe", sagte sie nach zwei siebten Plätzen sowohl im Sprint als auch in der Verfolgung.

Vor allem ihre läuferische Verfassung machte mit Blick auf die Winterspiele zumindest ein bisschen Mut. "Ich bin locker an die Sache rangegangen, und habe mir gesagt: Wenn es nicht klappt, bleibe ich eben daheim. Es hat richtig Spaß gemacht."

Gössner verzichtet auf Sotschi

So war es Gössner abseits der Loipen vorbehalten, für die größten Emotionen zu sorgen. "Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht nach Sotschi reisen werde, und versuche stattdessen, gesund zu werden", sagte die 23-Jährige aus Garmisch völlig aufgelöst und unter Tränen.

Während unmittelbar nach der bitteren, aber logischen Entscheidung die Biathlon-Szene mit Gössner fühlte, wollte sie selbst vom Sport Abstand gewinnen und sich auf ihre vollständige Genesung konzentrieren.

"Wann ich zurückkomme, ist derzeit völlig offen. Im Vordergrund steht jetzt, dass mit dem Rücken wieder alles gut wird", sagte sie.

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