Sonntag, 12.01.2014

Starke Leistungen und tolle Stimmung

Deutsche Rodel-Festspiele in Oberhof

Oberhof bleibt eine Festung für die deutschen Rennrodler. Auch beim diesjährigen Weltcup im Thüringer Wald waren Felix Loch und Co. nicht zu stoppen.

Ob das Foto vom Weltcup-Sieger Felix Loch scharf geworden ist?
© getty
Ob das Foto vom Weltcup-Sieger Felix Loch scharf geworden ist?

Die deutschen Rodel-Asse haben aus dem Heim-Weltcup in Oberhof wieder einmal eine nationale Meisterschaft mit internationaler Beteiligung gemacht. Drei Siege, acht von neun möglichen Podestplätzen, dazu die vorzeitigen Weltcupgesamtsiege von Natalie Geisenberger und Tobias Wendl/Tobias Arlt - vier Wochen vor den Winterspielen in Sotschi fahren die deutschen Kufen-Flitzer anscheinend in einer eigenen Liga.

Doch Bundestrainer Norbert Loch warnte davor, den enormen Heimvorteil auf der höchst selektiven Bahn im Thüringer Wald, wo das deutsche Team seit 2006 ungeschlagen ist, überzubewerten: "Sotschi wird eine ganz andere Hausnummer. Die Ergebnisse in Oberhof sind gut fürs Selbstbewusstsein und fürs Punktekonto - mehr aber auch nicht."

Chancenlose Konkurrenz

Es scheint aber fraglich, ob auch die erneut chancenlose Konkurrenz die deutsche Dominanz so gelassen nimmt. Am Sonntag führte Olympiasieger Felix Loch das Männerteam unter dem Jubel der gut gelaunten Zuschauer zu einem fast schon erwarteten Dreifach-Triumph. Der Weltmeister setzte sich dank Bahnrekorden in beiden Läufen vor seinen Teamkollegen Andi Langenhan (Zella-Mehlis) und Julian von Schleinitz (Königssee) durch und feierte seinen vierten Saisonsieg.

Bei den Frauen hatte es tags zuvor sogar einen Vierfach-Triumph gegeben, bei dem Olympiasiegerin Tatjana Hüfner ihrer Rivalin Geisenberger die erste Saisonniederlage zufügen konnte. "Ich freue mich besonders, weil meine drei Patenkinder an der Bahn waren und ich in strahlende Gesichter schauen durfte", sagte Hüfner, die nach überstandenen Rückenproblemen ihre Top-Form fast schon wieder erreicht hat.

Auch die Frauen dominieren

Dass die 30-Jährige aus Friedrichroda die große Olympiafavoritin Geisenberger (Miesbach) geschlagen hat, dürfte Hüfner zusätzlichen Auftrieb geben. Geisenberger durfte sich mit der vorzeitigen Titelverteidigung im Viessmann Gesamtweltcup trösten. Da das deutsche Olympiateam das Weltcupfinale im lettischen Sigulda Ende Januar zugunsten einer besseren Vorbereitung auf die Winterspiele auslässt, kann Geisenberger von ihrer einzig verbliebenen Rivalin Hüfner nicht mehr eingeholt werden.

Das gilt auch für das Weltmeister-Duo Wendl/Arlt (Berchtesgaden/Königssee), das sich in Oberhof aber den Lokalmatadoren Toni Eggert/Sascha Benecken geschlagen geben musste. "Wir hatten den Vorteil, dass wir uns hier zu Hause etwas besser auskennen. Aber auch wir hatten Probleme, die Bahn war unfassbar schnell", sagte Benecken.

Die deutschen Top-Rodler werden vor den Winterspielen nur noch beim Weltcup in Altenberg am kommenden Wochenende teilnehmen. Die Strategie, das letzte Rennen zur besseren Vorbereitung auf das Großevent auszulassen, hatte bereits vor vier Jahren Erfolg: Auch vor Olympia 2010 in Vancouver verzichtete das Rodel-Team auf das letzte Weltcuprennen und trumpfte dann mit fünf Olympiamedaillen (zweimal Gold) groß auf.


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