Samstag, 04.01.2014

Vierschanzentournee in Innsbruck

Koivuranta gewinnt nach Abbruch

Anssi Koivuranta reichte ein Sprung zum Sensationssieg, die deutschen Adler flogen wieder nur hinterher und Thomas Diethart behauptete auch nach einem turbulenten Tag die Gesamtführung: Am Ende des chaotischen Bergiselspringens in Innsbruck gab es jede Menge Gesprächsstoff.

Anssi Koivuranta nutzte die mitunter chaotischen Bedingungen zu seinem Überraschungssieg
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Anssi Koivuranta nutzte die mitunter chaotischen Bedingungen zu seinem Überraschungssieg

Während Koivuranta in der Windlotterie den Hauptgewinn zog, haderten die deutschen Skispringer beim nach dem ersten Durchgang abgebrochenen dritten Wettbewerb der Vierschanzentournee mit ihren Leistungen.

Bester DSV-Adler des von schwierigen Windverhältnissen geprägten Wettkampfs war Richard Freitag mit 117,3 Punkten auf Rang elf. Marinus Kraus (Oberaudorf/114,6) sicherte sich Rang 13, der vor der Tournee als Mitfavorit gehandelte Severin Freund (Rastbüchl/113,3) musste sich mit Rang 15 zufrieden geben. Andreas Wellinger (Ruhpolding) schaffte es im ausverkauften Stadion vor 22.150 Zuschauern über den Dächern Innsbrucks auf Rang 18.

"Bei uns ist immer noch Sand im Getriebe. Wir haben versucht, uns ranzukämpfen, aber das ist uns nicht ganz gelungen", sagte Bundestrainer Werner Schuster in der "ARD": "Wir haben keinen vorne reingebracht, jetzt wollen wir unsere Chance zum Abschluss in Bischofshofen nutzen."

Diethart weiterhin Führender in der Tourneewertung

Freund versuchte nach dem Wettbewerb, der wegen starker Böen mehrfach unterbrochen werden musste, trotzdem das Positive zu sehen: "Der zweite Sprung gibt mir Selbstvertrauen." Und Freitag meinte: "Das waren extreme Unterschiede beim Wind, aber ein faires Springen wird es bei natürlicher Luft nie geben."

Am Ende konnte überraschend Koivuranta über seinen ersten Tournee-Tagessieg jubeln. Dem 25-Jährigen (127,5 Punkte) reichte sein Flug auf 132,5 Meter, direkt dahinter landete Oberstdorf-Sieger Simon Ammann aus der Schweiz (126,3) vor dem Polen Kamil Stoch (126,2). Kurz vor Ende des zweiten Durchgangs wurde das Springen abgebrochen.

Damit behält der Österreicher Thomas Diethart, der auf seiner Heimschanze Fünfter wurde, die Führung in der Gesamtwertung. Der Shootingstar der Austria-Adler liegt vor dem letzten Wettbewerb mit 716,1 Punkten vor Ammann (706,7) und Olympiasieger Thomas Morgenstern (700,7), der in Innsbruck Achter wurde.

Unfaire Windverhältnisse

Die schwierigen Windverhältnisse machten einen regulären Wettkampf über den Dächern Innsbrucks fast unmöglich. "Das ist weit entfernt von Fairness. Wenn der Föhn geht, ist es einfach ganz schwierig, und normal kann man da nicht springen", sagte Österreichs Nationaltrainer Alexander Pointner.

Bereits in den Tagen vor dem Springen war starker Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h angekündigt worden, trotzdem wurde der erste Durchgang relativ schnell durchgezogen.

Morgenstern enttäuscht

Allerdings hatten Top-Athleten wie Weltmeister Anders Bardal viel Pech. Der Norweger schüttelte enttäuscht den Kopf, nachdem seine Hoffnungen auf eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung förmlich vom Winde verweht worden waren.

Auch Thomas Morgenstern winkte enttäuscht ab, nachdem ein weiter Sprung für ihn unmöglich gewesen war. "Was er aus den Verhältnissen gemacht hat, war einzigartig und Wahnsinn", sagte Pointner. Auch der fünfmalige Tourneesieger Janne Ahonen reagierte nach seinem zweiten "Hüpfer" auf 99 Meter genervt und küsste höhnisch in Richtung Fernsehkamera.

Qualifikation bereits am Sonntag

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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Michael Neumayer, vor dem Wettbewerb noch bester Deutscher, war mit seiner Leistung überhaupt nicht zufrieden - mit dem Wind hatte das aber nichts zu tun. Zunächst schaffte es der Oldie aus Berchtesgaden nur ganz knapp in den Finaldurchgang, dann musste er sich mit Rang 30 begnügen. "Ich muss einfach wieder besser Skispringen", sagte Neumayer.

Bereits im ersten Durchgang war Karl Geiger (Oberstdorf/103,2) ausgeschieden. Der 20-Jährige verlor sein K.o.-Duell gegen den Tschechen Antonin Hajek. Ebenfalls nicht in den Finaldurchgang schaffte es der Thüringer Andreas Wank (Oberhof/102,8).

Die 62. Vierschanzentournee wird bereits am Sonntag (16.30 Uhr im LIVETICKER) mit der Qualifikation für das Abschluss-Springen in Bischofshofen fortgesetzt. Das Tournee-Finale findet am Montag traditionell auf der Paul-Außerleitner-Schanze statt.

Die Gesamtwertung der Vierschanzentournee


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