Lena, wo bist du?!

Von SPOX
Mittwoch, 27.03.2013 | 17:45 Uhr
Biathlon-Superstar Magdalena Neuner (m.) genießt ihr Leben im Ruhestand
© getty
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Ganz Deutschland versinkt im Schneechaos, dabei weilen die Wintersportler bereits im wohl verdienten Urlaub. Für uns der passende Zeitpunkt, mit den Tops und Flops 2012/13 den Frühling einzuläuten.

+ Die Rekordjäger

Was haben Gregor Schlierenzauer und Tina Maze gemeinsam? Einiges! Sie sind zunächst die Besten ihrer Zunft: Kein Rekord scheint vor Österreichs Wunderadler sicher zu sein. Die Allzeit-Marke von Matti Nykänen hat der 23-Jährige schon pulverisiert: er hält jetzt bei 50 Weltcupsiegen. Da bleibt den wiedererstarkten DSV-Überfliegern nichts anderes, als sich zu verneigen.

Unterdessen trat Tina Maze erstmals aus dem Schatten heraus. Wie einst Hermann Maier hatte sie den Weltcup fest in ihrer Hand. Nein, sie war noch dominanter. Der Herminator knackte mal die 2000-Punkte-Marke. Für Maze ein leichtes Unterfangen. Elf Saisonsiege und 2414 Zähler, einfach unfassbar!

Eine weitere Gemeinsamkeit: Der Ehrgeiz. Schlierenzauer und Maze streben nach Perfektion. Als Zweiter fühlen sich beide als erster Verlierer. Sie ordnen alles dem Sport unter und haben dadurch nicht nur Freunde.

Die Grenze des guten Geschmacks wurde am Rande des Damen-Weltcups in Garmisch meilenweit überschritten. Maze erhielt Morddrohungen, stand unter ständigem Polizeischutz. "Ich habe mich noch nie so sicher gefühlt", erklärte die 29-Jährige. Sie lächelt die Sorgen einfach weg. Wir gratulieren!

- Jahr eins nach Lena

Von Bestmarken und Weltcupkugeln konnten unsere Biathlon-Asse nur träumen. Dafür mussten die Fans in Erinnerungen schwelgen. Gerne würden sie das Rad der Zeit drehen. Zurück zu glorreichen Tagen mit Lena Neuner. Doch die begnadete Seriensiegerin genießt ihren Ruhestand, Comeback ausgeschlossen!

Auch ohne Lena könnte sich die DSV-Bilanz so positiv lesen, wenn da nicht der verflixte Schießstand wäre. Miriam Gössner gehörte regelmäßig zu den Laufstärksten und gewann auch drei Weltcuprennen. Sie hätte deutlich mehr gewinnen können, wenn sie besser schießen könnte.

Das gesamte Aufgebot enttäuschte bei der WM in Nove Mesto. Andrea Henkels Silber-Medaille und Staffel-Bronze der Herren waren ein schwacher Trost. Lichtblicke gab es kaum, einer davon war Laura Dahlmeier. Das 19-jährige Teamküken lieferte Talentproben ab.

Ein Offenbarungseid war indes die Saison des starken Geschlechts. Arnd Peiffer etwa war ein Totalausfall. Die Ausnahme: Andreas Birnbacher. Dieser löste in Chanty-Masijsk mit einem kuriosen Fauxpas Gelächter aus: "Ich hatte fünf Treffer und dachte: Cool, null. Dann schaue ich vor: Scheiße." Er visierte die falschen Scheiben an. So gibt's auch an an der Schießbude beim Oktoberfest nichts zu holen.

+ Das ewig junge Duell

Österreich gegen Deutschland - im Fußball, vorsichtig formuliert, einseitig. Natürlich, liebe Nachbarn: Bis auf Cordoba 1978. DIE rot-weiß-rote Sternstunde. Dagegen brilliert die Wintersport-Nation auf den Pisten regelmäßig. Erstmals, nach Jahren deutscher Niederlagen, flammte bei den Herren wieder diese Rivalität auf.

Die Protgonisten: Marcel Hirscher (5 Slalomsiege, 4 Mal Zweiter) und Felix Neureuther (2 Slalomsiege, 4 Mal Zweiter). Sie hatten im Stangenwald den Durchblick. Ersterer fiel nicht einmal aus, sein schlechtestes Ergebnis war ein 3. (!) Platz. Zudem wiederholt er den Gesamtweltcup-Coup. In der Slalom-Wertung triumphierte er über Neureuther - ohne jegliche Schadenfreude.

Trotz all der engen Rennen verbindet beide eine Freundschaft, geprägt von hoher Wertschätzung. Keine große Sache für den Österreicher: "Ich persönlich fahre immer gegen die Zeit. Nicht gegen Felix oder Ted Ligety." Den Höhepunkt fand ihr Zweikampf bei der Weltmeisterschaft in Schladming, wo sich Hirscher den Titel schnappte. Elektrisierend!

"Das zu Hause zu schaffen, war schon bärenstark", zollt Silbermedaillengewinner Neureuther dem "Spielverderber" Respekt. Von Missgunst keine Spur. Beispielhaft, auch für die zickenden Damen. Doch dazu gleich mehr.

- Lindsey Vonn

Lindsey Vonn erlebte schon glücklichere Tage: Erst der Rosenkrieg mit Ehemann Thomas, dann stahl ihr Maze die Show. Für die eitle US-Amerikaner keine einfache Situation. Sie war es nicht gewohnt, das Rampenlicht zu teilen, dominierte den Weltcup in den vergangenen Jahren nach Belieben. Und eroberte die Glamour-Welt.

Es kam, wie es (zwischen zwei Frauen) einfach kommen musste: Zickenkrieg-Alarm! Mit dem Höhepunkt der "Fuck you"-Affäre in St. Moritz. Mitte Dezember schließlich verordnete sich Vonn eine Auszeit, gestand psychische Probleme. Die Scheidung hinterließ Spuren bei der sonst unnahbaren Ski-Queen.

Nach ihrer Rückkehr schien es aufwärts zu gehen, bis zum folgenschweren Crash beim WM-Super-G in Schladming. Und jetzt noch Tiger Woods. "Es war nicht das bestgehütete Geheimnis, aber ich habe eine Beziehung mit Tiger." Ach, Lindsey! Ausgerechnet Tiger?

"In den letzten paar Monaten hat sich unsere Freundschaft zu etwas mehr entwickelt und das hat mich wirklich sehr glücklich gemacht." Wenn das mal gut geht... Die Rehabilitation verläuft jedenfalls erwartungsgemäß. Bis zum Start der nächsten Saison möchte die 29-Jährige zu alter Stärke finden. Und das wird ihr gelingen!

Seite 2: Erfolgreiche Kombinierer & Gotteslästerung

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