"Der Zeitpunkt war spät, aber richtig"

Von Interview: Timo Schilder
Mittwoch, 16.01.2013 | 10:29 Uhr
Seit dieser Saison trägt Evi Sachenbacher-Stehle eine Waffe auf dem Rücken
© Getty
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Seit April letzten Jahres sucht Evi Sachenbacher-Stehle eine neue Herausforderung im Biathlon. Die 32-Jährige ist mit sich im Reinen und spricht über ihre Weltcup-Hoffnungen, die Beziehung zu Magdalena Neuner und Miriam Gössner und Sotschi 2014. Nach einer 23-stündigen Reise aus Russland hat die zweifache Langlauf-Olympiasiegerin dabei noch immer ein Lächeln im Gesicht. Am Donnerstag feiert sie im Sprint von Antholz (14.30 Uhr im LIVE-TICKER) ihren zweiten Einsatz im Weltcup.

SPOX: Frau Sachenbacher-Stehle, Sie haben in Pokljuka zum ersten Mal Weltcup-Luft im Biathlon schnuppern dürfen. Ist es eine andere als beim Langlauf?

Sachenbacher-Stehle: Nein, nicht wirklich. Im Biathlon gibt es nur mehr Zuschauer. Wobei das von Land zu Land unterschiedlich ist. Beim Langlauf gibt es in Norwegen oder Estland ähnliche Zuschauerzahlen. Den einzigen Unterschied gibt es durch die Zuschauer beim Schießen: Die Konzentration ist eine andere.

SPOX: Schöpfen Sie aus dem ersten Platz beim Deutschlandpokal und den hervorragenden zweiten Plätzen bei den IBU-Cups in Otepää und Ostrow neuen Mut?

Sachenbacher-Stehle: Total. Solche Rennen tun richtig gut. Das gibt mir Selbstvertrauen, weil ich merke, dass es auch beim Schießen geht. Solche Rennen braucht man einfach, damit die ganzen Abläufe immer eingespielter werden. Am Anfang habe ich zum Teil sehr viel nachgedacht. Die Abläufe sind zwar noch nicht so automatisiert, wie bei den anderen, aber es wird besser.

SPOX: Nach dem IBU-Cup haben Sie nun im italienischen Antholz die zweite Chance im Weltcup. Würden Sie Antholz als einen Alles-oder-nichts-Wettkampf bezeichnen?

Sachenbacher-Stehle: Nein, gar nicht. Die Trainer haben gesagt, Antholz sei nicht entscheidend. Ich habe eine brutale Reiserei durch den IBU-Cup in Russland hinter mir. Ich bin 23 Stunden bis dahin gereist, das steckt mir schon in den Knochen.

SPOX: Haben Sie mit der neuen Herausforderung im Biathlon alles richtig gemacht oder war es ein Fehler?

Sachenbacher-Stehle: Ich habe es zu keiner einzigen Sekunde bereut. Es macht einfach so wahnsinnig viel Spaß. Allein schon das Training im Sommer hat mir gezeigt, dass die neue Herausforderung absolut richtig war.

SPOX: Hätten Sie den Schritt vom Langlauf zum Biathlon vielleicht nicht schon eher wagen sollen?

Sachenbacher-Stehle: Das haben mich jetzt schon einige Leute gefragt. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube nicht. Der Zeitpunkt war spät, für mich aber richtig. Ich weiß nicht, wenn ich es vorher probiert hätte, ob es dann so gut geklappt hätte. Ich war ganz einfach bereit dafür.

SPOX: Vom 7. bis 17. Februar steht die WM in Tschechien an. Glauben Sie, dass Sie jetzt in Antholz auf den WM-Zug aufspringen werden?

Sachenbacher-Stehle: Darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Das war auch kein Ziel für mich dieses Jahr. Ich konzentriere mich aufs Schießen und Laufen und möchte gute Rennen absolvieren. Die WM muss ich ganz weit woanders hinschieben (lacht).

SPOX: Sie sagten neulich, dass Sie sich beim Betrachten des Weltcups im Fernsehen immer wieder neue Tipps einholen. Müssen Ihnen das nicht eigentlich Damen-Bundestrainer Gerald Hönig oder Ricco Groß beibringen?

Sachenbacher-Stehle: Das machen sie schon, klar. Die bringen mir ganz viel bei. Mit Ricco Groß hab ich einen Heimtrainer, der ein richtig guter Schütze und Biathlet war. Wenn man den Sport aber selber beobachtet, dann kann man sich einige Sachen abschauen. Ich schaue Biathlon jetzt ganz anders. Vorher habe ich mir die Ergebnisse angeschaut, jetzt die ganzen Abläufe. Wie nehmen die anderen die Waffe runter, wie machen sie die Klappen auf, wie legen oder stellen sie sich hin.

SPOX: Ist Bundestrainer Uwe Müssiggang so etwas wie ein Mentor für Sie? Wie ist das Verhältnis zu ihm, im Vergleich zu Gerald Hönig und Ricco Groß?

Sachenbacher-Stehle: Der Unterschied zu den beiden ist, dass Uwe nicht jeden Tag im Training dabei ist, sondern für das Drumherum zuständig ist. Er war bei meinem ersten IBU-Cup dabei. Er erzählt mir von seinen Erfahrungen mit Uschi (Disl, Anm. d. Red.) und kann mir so wertvolle Tipps geben. Er ist aber nicht so nah im Training dabei, wie Gerald oder Ricco.

SPOX: Bekommen Sie vielleicht auch von Ihren Teamkolleginnen den einen oder anderen Tipp oder haben die meisten jüngeren Biathletinnen eventuell zu viel Respekt vor einer zweifachen Olympiasiegerin?

Sachenbacher-Stehle: Auf jeden Fall bekomme ich Tipps von meinen Kolleginnen. Die helfen mir alle total und ich frage natürlich viel nach. Ich weiß nicht, ob es teilweise schon nervt (lacht). Vielleicht finden sie es aber auch gut, dass sie gefragt werden.

SPOX: Der ständige Vergleich mit Magdalena Neuner ist ein wenig nervig. Haben Sie persönlich Kontakt zu Ihr und gibt Sie Ihnen vielleicht sogar wertvolle Tipps?

Sachenbacher-Stehle: Man sieht sich ab und zu, aber auch nicht wirklich oft. Wir haben noch nicht groß über meinen Wechsel sprechen können. Aber wenn ich sie bald mal sehe, dann werde ich sie natürlich auch mal löchern. Die Möglichkeit habe ich bis jetzt noch nicht gehabt.

SPOX: Vielleicht hat sie noch den ein oder anderen Geheimtipp parat?

Sachenbacher-Stehle: Genau (lacht).

SPOX: Der DSV unterstützt Ihren Wechsel zum Biathlon. Gibt es trotzdem von Seiten des Verbandes Vorgaben, die Sie erfüllen müssen?

Sachenbacher-Stehle: Nein, gar nicht. Ich bin dem DSV sehr dankbar dafür, dass ich den Schritt machen durfte und ich unterstützt werde. Im ersten Jahr gibt es für mich keine Vorgaben. Klar, wenn der DSV jetzt gesehen hätte, das macht gar keinen Sinn, dann hätten sie gesagt: "Lass es lieber." Dann wäre das auch für mich OK gewesen. Aber so wie es jetzt aussieht, mache ich meine Fortschritte.

SPOX: Wie lange denken Sie, betreiben Sie noch aktiv Leistungssport? Ohne jetzt despektierlich klingen zu wollen, mit 32 Jahren gehören Sie eindeutig zu den älteren Biathletinnen im Feld.

Sachenbacher-Stehle: Also ewig werde ich es garantiert nicht mehr machen. Nächstes Jahr auf jeden Fall noch die Olympischen Spiele in Sotschi und vielleicht die WM. Dann muss ich weiterschauen. Ich habe als Langläuferin schon oft gedacht, in dem Jahr höre ich auf. Und dann geht am Ende alles so schnell und man hängt noch ein Jahr dran.

SPOX: Gerald Hönig hat Sie für die Heim-Weltcups in Oberhof und Ruhpolding aus dem A-Kader genommen. Er meinte, dass er Sie nicht zu viel belasten wolle. War die Entscheidung einvernehmlich oder waren die Ergebnisse von Pokljuka nicht ausreichend?

Sachenbacher-Stehle: Das war vor Pokljuka schon klar. So ein Heim-Weltcup ist so ein großer Trubel. Sicher wäre ich gern gestartet, aber ich habe auf meine Trainer gehört, die mir vom Trubel abgeraten haben. Ich habe die Zeit genutzt, um mir im IBU-Cup noch mehr Sicherheit zu holen.

SPOX: Ich habe mir natürlich Ihren ersten Weltcup-Sprint angeschaut. Was war in Pokljuka auf der Strecke los? Warum waren ihre Beine so müde? Sie waren ja fast 25 Sekunden pro Runde langsamer als Miriam Gössner.

Sachenbacher-Stehle: Das weiß ich auch nicht (lacht). Terminstress war es ganz sicher nicht. Pokljuka liegt sehr hoch und ich habe immer Probleme in der Höhe. Das ist in Antholz wieder ähnlich. Ich hoffe, dass es jetzt besser wird. Pokljuka hake ich ab, es war einfach nicht mein Wochenende.

SPOX: Der reine Laufvergleich Sachenbacher-Stehle vs. Gössner, wie fällt der im Training aus?

Sachenbacher-Stehle: Das ist schwer zu sagen, weil wir im Winter nicht so oft zusammen trainiert haben. Mal war sie schneller, mal ich. Im Training geht man aber nicht immer Wettkampf-Tempo. Aber die Miri ist schon richtig fit (lacht).

SPOX: Können Sie mit einer Miriam Gössner mithalten?

Sachenbacher-Stehle: Ich weiß nicht, ob ich schon im Moment mithalten kann. Aber wenn ich meine Topform erreicht habe, denke ich schon, dass ich mithalten kann.

SPOX: Zum Jahreswechsel fand mit der Tour de Ski ein Saisonhöhepunkt der Langläufer statt. Was vermissen Sie, wenn Sie Ihre ehemaligen Kolleginnen im Fernsehen betrachten?

Sachenbacher-Stehle: Ich fand es cool, wie gut die Denise (Herrmann, Anm. d. Red.) und die Katrin (Zeller, Anm. d. Red.) waren. Die haben es richtig gut gemacht. Ich blicke aber nicht mit einem weinenden Auge zurück. Klar, ich habe super schöne Erlebnisse im Langlauf gehabt, die ich auch nicht missen möchte. Es bleibt alles in meinem Kopf. Mit Denise trainiere ich zusammen in Ruhpolding und es ist schön, sie dann wiederzusehen.

SPOX: Es gab auch kritische Stimmen zu ihrem Disziplin-Wechsel. Wurmt Sie das?

Sachenbacher-Stehle: Da denke ich mir gar nichts bei. Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Wenn manche darauf warten, dass ich das Handtuch werfe, dann werden sie noch lange warten müssen (lacht).

Biathlon: Der Gesamtweltcup der Damen

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