Biathleten verpassen in Hochfilzen Podestplatz

SID
Sonntag, 09.12.2012 | 17:02 Uhr
Arnd Peiffer landete mit der Staffel der Männer nur auf Platz sechs
© Getty

Die Biathleten wurden ohne den geschonten Birnbacher in der ersten Weltcup-Staffel nur Sechste. "Das beunruhigt uns nicht", sagte Männer-Trainer Kirchner. Die Damen wurden Vierte. Trotzdem: Das Jahr eins nach Neuner sei auch ein Hemmnis, meinte Coach Hönig.

Als Vierte knapp am Staffel-Podest vorbei, doch die Biathletinnen sind beim Neuaufbau nach dem Rücktritt von Magdalena Neuner wieder einen Schritt voran gekommen. "Wir haben gezeigt, dass wir auch in dieser Besetzung um das Podium mitlaufen können", sagte Bundestrainer Gerald Hönig am Sonntag in Hochfilzen. "Das sollte uns Auftrieb geben."

Schließlich können Tina Bachmann, Miriam Gössner, Nadine Horchler und Andrea Henkel nichts dafür, dass Rekordweltmeisterin Neuner ihre Biathlon-Karriere schon im besten Sportleralter beendet hat. "Das Jahr eins nach Neuner ist zum Teil auch ein Hemmnis, und ich weiß, das macht die Situation für die Athletinnen nicht einfacher", sagte Hönig.

Männer können nicht überzeugen

Das Männerteam sammelte gleich im ersten Rennen nach dem Rücktritt des dreimaligen Olympiasiegers Michael Greis einen Sprint-Sieg durch Andreas Birnbacher ein. Ohne den nach Platz fünf in der Verfolgung am Samstag geschonten Gesamtweltcup-Zweiten konnten Simon Schempp, Erik Lesser, Florian Graf und Arnd Peiffer am Sonntag in der ersten Saison-Staffel als Sechste beim Sieg der Norweger aber nicht überzeugen. "Das beunruhigt uns nicht", sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner.

Die Skijägerinnen tun sich dagegen schwer. Und so sind minimale Verbesserungen - etwa die Laufbestzeit und die fehlerreduzierte Schießleistung von Miriam Gössner oder Nadine Horchlers erster Top-Ten-Platz der Karriere im Verfolgungsrennen und ihre tolle Aufholjagd beim Staffel-Sieg der Norwegerinnen Hoffnungsschimmer. "Kleine Erfolgserlebnisse helfen uns weiter", sagte Hönig.

"Andere müssen Verantwortung übernehmen"

Man müsse Vertrauen haben in die Leistung dieser Mädels, forderte der Bundestrainer. "Aber sie müssen es sich natürlich erarbeiten, das bekommt niemand geschenkt." Um die Lena-Lücke aufzufüllen, brauchen ihre Nachfolgerinnen Zeit. Genau wie die prominente Umsteigerin Evi Sachenbacher-Stehle. Die Langlauf-Olympiasiegerin soll beim nächsten Weltcup in Pokljuka erstmals zum deutschen Team gehören.

Seit Neuners Rücktritt feststeht, also seit einem Jahr, haben die Trainer versucht, die Mannschaft auf die neuen Gegebenheiten vorzubereiten. "Andere Athletinnen", erklärte Hönig, "müssen Verantwortung übernehmen, andere Athletinnen müssen versuchen, sich weiterzuentwickeln, um den Stand dieser Damenmannschaft halbwegs hochzuhalten, wie man es über viele Jahre gewohnt ist."

Diskussion um Lena-Lücke

Es ist ja nicht nur Magdalena Neuner, die dem Team fehlt. Auch Kati Wilhelm, Martina Beck und Simone Hauswald sind nicht mehr dabei. "Das zu verkraften, das ist schwer und das fällt diesen Mädels auch schwer, denn sie wollen beweisen, dass sie auch ähnliche Resultate bringen können wie die Generation vor ihnen."

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Andrea Henkel gehört zu dieser Generation. Sie ist achtmalige Weltmeisterin, hat zweimal Olympia-Gold und 21 Weltcup-Rennen gewonnen. Sie hat den Skijägerinnen zwar vor Wochenfrist in Östersund den ersten Podestplatz beschert, doch die Diskussion um die Lena-Lücke hat sich dadurch nicht beruhigt. Man habe, stellte Henkel in Hochfilzen fest, "wirklich das Gefühl, von uns wird jetzt gar nichts mehr erwartet, wir können jetzt alle nichts mehr bringen, weil die Lena weg ist", sagte die Thüringerin.

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