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Schlickenrieder als Behle-Nachfolger?

SID
Freitag, 30.03.2012 | 12:19 Uhr
Holte bei den olympischen Spielen in Salt Lake City eine Silbermedaille: Peter Schlickenrieder
© Getty
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Der Ära Jochen Behle könnte im deutschen Skilanglauf die des früheren Weltklasse-Sprinters Peter Schlickenrieder folgen. "Es gibt eine Anfrage vom Sportdirektor Thomas Pfüller", bestätigte der Olympia-Zweite von Salt Lake City 2002 der Nachrichtenagentur dapd.

Zum Kandidatenkreis für den neuen Trainerstab, der offenbar nach Jochen Behles Rücktritt nach einem Jahrzehnt im Amt gebildet werden soll, gehört auch der frühere Biathlon-Erfolgstrainer Frank Ullrich.

"Egal, wer den Chefposten übernimmt. Er hat einen Scherbenhaufen vor sich liegen", sagte Peter Schlickenrieder der dapd. Der aktuelle Vizepräsident des Deutschen Skiverbandes (DSV) hatte in den letzten Jahren als TV-Experte der ARD unmittelbaren Einblick in die Probleme des nationalen Spitzenkaders. "Die Mannschaft ist alt geworden, es stehen ein großer Umbruch und ein langfristiger Neuaufbau mit dem Ziel Olympia 2018 an", sagte Schlickenrieder.

Lebensplanung nicht auf Trainerjob ausgerichtet

Die Anfrage, ob er selbst in die Verantwortung gehen würde, sei überraschend für ihn gekommen, sagte Schlickenrieder. Der 42-Jährige will sich ab sofort intensiv mit der Offerte befassen. "Darauf war meine Lebensplanung nicht ausgerichtet, das war kein Gedankenspiel von mir", sagte er. "Aber natürlich mache ich mir meine Gedanken. Schließlich hänge ich mit Herzblut am Langlauf. Und da sollte man auch bereit sein, als Nothelfer einzuspringen."

Schlickenrieder kündigte an, in den nächsten Tagen Gespräche mit maßgeblichen Athleten wie Teichmann, Angerer und Jens Filbrich ebenso führen zu wollen wie mit Jochen Behle. "Es kam für mich überraschend, dass er vor 2014 zurücktritt.

Seine Arbeit hatte immer Hand und Fuß. Die Erfolge sprechen doch für sich." Schlickenrieder selbst war noch gemeinsam mit Behle bei den Olympischen Spielen 1994 gestartet, wurde dort 56. im 50-Kilometer-Lauf (Behle gab das Rennen frühzeitig auf) und wechselte dann in die damals neue Langlauf-Szene der Sprinter, wo er unter Trainer Behle 2002 Silber gewann.

"Teamgedanke abhanden gekommen"

Die Situation von damals, als in der Nachfolge der Langlauf-Individualisten Behle und Johann Mühlegg, unter der Regie des neuen Trainers Behle der Mannschaftsgedanke im Langlaufteam Einzug hielt, sei laut Schlickenrieder nicht mehr vergleichbar mit dem aktuellen Bild.

Teichmann und Filbrich trainieren nach den Plänen des früheren Männer-Bundestrainers der Biathleten Frank Ullrich, Angerer mithilfe des Vaters der früheren Biathlon-Weltmeisterin Martina Zellner. Evi Sachenbacher-Stehle mochte nicht mehr unter Behle üben und probiert nach einer Auszeit aktuell den Umstieg zum Biathlon.

Insgesamt acht Spitzenläuferinnen außer der Olympiasiegerin wurden Schießtests angeraten, um ihre Eignung für die für Verband und Athleten finanziell wesentlich lukrativere Skijagd mit Waffe auszuloten. "Das hat gerade die jungen Athletinnen zusätzlich verwirrt", kritisierte Schlickenrieder.

Er bestätigte, dass neben ihm auch Frank Ullrich sowie der ehemalige Weltklasse-Läufer Andreas Schlütter und der aktuelle Ruhpoldinger Stützpunkttrainer Bernd Raupach weitere Kandidaten auf einen Platz in der neu zu schaffenden Trainerstruktur des Langlauf-Teams sind. "Ich fahre jetzt erst einmal mit meiner Familie und meiner Enkeltochter in den Osterurlaub. Das ist mir wichtig", sagte der aktuell als Nachwuchs-Chef der Biathleten im DSV arbeitende Frank Ullrich gegenüber dapd und kündigte an, sich danach zu seinen Plänen äußern zu wollen.

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