Gold und Platz zehn bei Neuners WM-Abschied

SID
Sonntag, 11.03.2012 | 16:43 Uhr
Für Magdalena Neuner war es das letzte WM-Rennen der Karriere
© Getty
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Beim letzten großen Rennen in Deutschland reichte es nur zu Platz zehn, aber die 28.000 Fans feierten Magdalena Neuner am Tag nach dem Goldtriumph mit der Staffel trotzdem wie die große Siegerin der Heim-WM in Ruhpolding. Und auch die deutsche Biathlon-Heldin hatte ihr Lächeln bei der großen Verabschiedung mit Böllerschüssen schnell wiedergefunden.

"Ich bin brutal stolz auf mich. Mein großes Ziel war, in Deutschland daheim Weltmeister zu werden. Das ist mir im Sprint und mit der Staffel gleich zweimal gelungen.

Außerdem habe ich noch Silber und Bronze gewonnen", sagte Neuner, die nach der Disqualifikation für die Russin Olga Saizewa im Massenstartrennen noch einen Platz nach vorn rückte: "Und jetzt bin ich einfach froh, dass es vorbei ist. Es waren zwei schöne, aber auch sehr anstrengende Wochen" Ihre herausragende Karriere klingt soll nun am kommenden Sonntag beim Saison-Finale in Sibirien mit dem Gesamtweltcup-Triumph erfolgreich ausklingen.

Am Tag nach dem WM-Höhepunkt des Triumphes der deutschen Frauenstaffel gewannen Martin Fourcade (Frankreich) und Tora Berger (Norwegen) im Dauerregen die abschließenden Massenstartrennen und avancierten mit jeweils drei Titeln zu den erfolgreichsten WM-Teilnehmern. Tina Bachmann und Andreas Birnbacher verpassten jeweils als Vierte das Siegerpodest nur knapp.

Neuner am Schießstand zu schwach

"Ich weiß auch nicht, was los war. Kraft und Konzentration haben wohl gefehlt. Aber ich musste mir ja nichts mehr beweisen", sagte Neuner, die sich als Titelverteidigerin im Massenstartrennen durch insgesamt sechs Strafrunden beim Schießen selbst um einen triumphalen Abschluss der fünften und letzten Weltmeisterschaft ihrer Karriere brachte und danach bitter enttäuscht in der Umkleidekabine verschwand. "Lena hat alles versucht und sehr viel riskiert. Das ist daneben gegangen", sagte Cheftrainer Uwe Müssiggang

Bereits im Staffelrennen hatte die deutsche Paradeläuferin am Schießstand Schwächen gezeigt und als Einzige des Gastgeber-Quartetts eine Strafrunde laufen müssen. Weil aber Startläuferin Tina Bachmann und vor allem die nach Neuner laufenden Miriam Gössner und Andrea Henkel in die Bresche sprangen, durfte Henkel die deutsche Fahne schwenkend als Erste über die Ziellinie fahren.

"Ich habe auf der Schlussrunde schon immer gelächelt, einfach herrlich", sagte Henkel. "Fantastisch. Wir haben Gold gewonnen. Die Mädels waren heute einsame Spitze", sagte Neuner am Samstag. "Das Schönste an diesem Sieg ist, dass die deutsche Staffel nachgewiesen hat, dass sie nicht nur aus Magdalena Neuner besteht. Gerade Gössner und Henkel am Ende waren grandios", sagte der Sportchef des Deutschen Skiverbandes (DSV), Thomas Pfüller. Und der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, ergänzte: "Heute haben alle gesehen, was die Stärke der deutschen Mannschaft ausmacht. Ein großartiges Rennen, ich habe immer noch eine Gänsehaut."

Birnbacher strauchelt an Bronze vorbei

Auf die hatte einen Tag später auch Andreas Birnbacher gesetzt. "Ärgerlich. Ich wollte unbedingt eine Einzelmedaille gewinnen. Ich hatte einen kleinen Strauchler auf der Zielgeraden. Da war es vorbei," sagte er nach den 15 Kilometern im Massenstartrennen.

Nach zuvor zwei Weltcup-Triumphen in seiner Paradedisziplin ging Birnbacher mit dem Roten Trikot des Führenden der Massenstart-Wertung als Topfavorit auf die Strecke. Der Blondschopf, der nur 15 Kilometer entfernt von der WM-Strecke in Reit im Winkl wohnt und seit vielen Jahren in Ruhpolding trainiert, lieferte ein glänzendes Rennen ab, bewältigte seine ersten drei Schießübungen jeweils fehlerfrei und lag vor seinen letzten fünf Ruhpoldinger WM-Schüssen mit reichlich zehn Sekunden Vorsprung in Führung. Dann aber verpasste Birnbacher eine Scheibe, musste eine Strafrunde drehen und fiel hinter Fourcade und Ferry in eine vierköpfige Verfolgergruppe zurück.

Auf der Zielgeraden musste sich der von 28.000 Zuschauern im Dauerregen angefeuerte Birnbacher dann um exakt eine Sekunde dem schwedischen Nachwuchs-Star Fredrik Lindström geschlagen geben. Im langen 20-Kilometer-Einzel hatte Birnbacher fünf Tage zuvor Bronze gar nur um 0,8 Sekunden verpasst.

"Insgesamt war es eine sehr gute WM für mich", sagte Birnbacher, der wenigstens mit Mixedstaffel und Staffel jeweils als Dritter auf dem Siegerpodest gestanden hatte. "Ich habe zweimal Bronze und war zweimal Vierter, auch wenn das undankbar ist."

Biathlon-WM: Der Zeitplan

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