Samstag, 10.03.2012

Skicross-Weltcup im Grindelwald

Kanadier Nick Zoricic tödlich verunglückt

Ein tödlicher Unfall hat das Finale des Skicross-Weltcups im schweizerischen Grindelwald überschattet. Der Kanadier Nick Zoricic stürzte am Samstag im Achtelfinallauf bei seinem letzten Sprung so schwer, dass er leblos liegen blieb, mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste und schließlich seinen schweren Verletzungen erlag.

Erste Reanimationsversuche waren bei dem 29-Jährigen Nick Zoricic ergebnislos geblieben
© Getty
Erste Reanimationsversuche waren bei dem 29-Jährigen Nick Zoricic ergebnislos geblieben

Erste Reanimationsversuche am Unfallort waren ergebnislos geblieben. Wie der Internationale Skiverband FIS und die Organisatoren von Swiss-Ski am Nachmittag mitteilten, starb der 29-Jährige um 12.35 Uhr im Krankenhaus Interlaken.

Nach dem tödlichen Unfall entschieden die Organisatoren, die Rennveranstaltung am Samstag abzubrechen und für Sonntag abzusagen. Die Organisatoren sprachen Zoricics Angehörigen und dem gesamten kanadischen Team ihr Beileid aus. Der Unfall des Kanadiers war der erste tödliche im Skicross.

Zoricic, im bosnischen Sarajevo geboren, war im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Kanada ausgewandert. Seine sportliche Karriere startete er als alpiner Skiläufer und absolvierte sogar einige Rennen im Slalom-Weltcup, bevor er 2009 zum Skicross wechselte. In der Saison 2010/2011 schaffte er im Gesamt-Weltcup den sechsten Platz, zweimal fuhr er aufs Podest. Bei der Weltmeisterschaft 2011 belegte Zoricic den achten Platz.

DSV-Sportdirektor Herdt geschockt

Der Sportdirektor Skicross des Deutschen Skiverbandes (DSV), Heli Herdt, war sich nach dem Ereignis geschockt: "Wir empfinden alle tiefe Trauer mit den Kanadiern. Wir alle, Betreuer und Athleten im Skicross, kennen uns alle gut und sind wie eine Familie." Weitergehende Schlussfolgerungen wollte Herdt allerdings noch nicht ziehen.

"Dazu ist es noch zu früh", sagte der Sportdirektor. "Jeder Leistungssport, vor allem wenn es auch um Geschwindigkeit geht, birgt gewisse Risiken. Da muss man sich immer Gedanken machen."

Auch die sportliche Leiterin für Skicross im Österreichischen Skiverband, Sabine Wittner, reagierte tief betroffen: "Wir verlieren mit Nick Zoricic einen großartigen Menschen, vorbildlichen Sportler und guten Freund. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Familie und seiner Mannschaft, denen wir unser aufrichtiges Mitgefühl aussprechen möchten."

Skicross ist noch relativ neu, war 2010 bei den Winterspielen in Vancouver erstmals olympisch, gilt aber als relativ risikoreich. In der Vergangenheit gab es mehrfach Unfälle mit ernsthaften Verletzungen, die aber bisher nie zu einem Todesfall geführt hatten.


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