Reisst die goldene Serie der Eisschnellläufer?

SID
Mittwoch, 21.03.2012 | 13:16 Uhr
Jenny Wolf ist viermalige 500-Meter-Weltmeisterin
© Getty
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Zwischen Hoffnung und Traurigkeit hin- und hergerissen fühlt sich Jenny Wolf dieser Tage in Heerenveen. Kann die lange Zeit schnellste Eis-Sprinterin der Welt beim Saisonhöhepunkt am Wochenende in den Niederlanden noch einmal zurückschlagen oder naht der Abschied von der viermaligen 500-Meter-Weltmeisterin?

Als Titelverteidigerin geht die Berlinerin bei der Einzelstrecken-WM an den Start, doch die Aussichten auf eine goldene Zeit in Heerenveen sind gering.

"Von heute auf morgen lässt sich nichts mehr ändern", sagte Wolf vor der Abreise, als sie in Berlin noch den Ärger über den verpassten elften Weltcup-Gesamtsieg verdaute.

Bronze ist das Ziel

Sie könne nur hoffen, dass ihre beiden ärgsten Konkurrentinnen Yu Jing aus China und Lee Sang-Hwa aus Südkorea nicht in Topform seien zum Saisonhöhepunkt im niederländischen Eisschnellllauf-Mekka.

"Ansonsten kämpfe ich um Bronze", sagt Wolf kleinlaut. Dabei setzt der deutsche Verband alle Hoffnungen auf sie. "Ich hoffe, dass Jenny noch einmal zurückschlagen kann. Sie hat dieses Jahr in Heerenveen ja schon gezeigt, dass sie es kann", sagt Bundestrainer Markus Eicher.

Dem Chef des deutschen Coachingstabes droht das Ende einer Ära: Die erste Einzelstrecken-WM ohne deutsches Gold.

Bundestrainer Eicher: "Fünf Medaillen wären ganz schön"

Seit der Einführung der Titelkämpfe 1996 fuhr der Bayer immer mit einer goldenen Bilanz ins heimische Inzell zurück, mindestens eine seiner Läuferinnen hatte stets ganz oben auf dem Podium gestanden. Zuletzt in fünf Jahren viermal Jenny Wolf.

Jetzt stapelt Eicher tiefer: "Ich rechne mir drei bis vier Medaillen aus über Stephanie Beckert auf den Langstrecken, über Jenny auf den 500 Metern und über Claudia Pechstein oder die Teamrennen. Fünf Medaillen wären ganz schön."

Von Gold spricht Eicher nicht direkt. Er weiß, dass Jenny Wolf am Sonntag zwei perfekte Läufe braucht. Meist hatte die Olympia-Zweite in diesem Winter aber nur einen an den Weltcup-Wochenenden hingebracht. Darauf hat vor allem sie selbst keine Lust mehr. "Ob ich nächste Saison noch einmal angreife, kann ich erst sagen, wenn ich weiß, wie ich wieder nach vorn laufen kann", hat sie jüngst betont und damit die Möglichkeit des Karriere-Endes klar ausgesprochen.

Bereits am Donnerstag soll über die 3.000 Meter zumindest das erste Edelmetall her. Die Erfurterin Beckert und Rückkehrerin Pechstein konnten in diesem Winter die tschechische Olympiasiegerin Martina Sablikova auf dieser Distanz allerdings nicht schlagen. Beckert zwickt es aufgrund eines chronischen Leidens immer noch im Rücken, Pechstein kämpfte vor der Abreise mit einer Mittelohrentzündung. Rosige Eiszeiten sehen anders aus.

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