Freitag, 24.02.2012

Severin Freund lag nach persönlicher Bestweite vorne

Skiflug-WM: Erster Flugtag abgebrochen

Wegen zu starken Windes ist der erste Tag bei der Skiflug-WM in Vikersund ohne Ergebnis abgebrochen worden. Zu diesem Zeitpunkt lag Severin Freund (Rastbüchl) nach 35 von 40 Springern im ersten Wertungsdurchgang in Führung.

Severin Freund hat bereits zwei Weltcupsiege auf dem Konto
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Severin Freund hat bereits zwei Weltcupsiege auf dem Konto

Severin Freund lag in Führung, als der Wirbelwind seinen Überraschungsangriff auf Gold bei der Skiflug-WM im norwegischen Vikersund zunichtemachte. Wegen zu starker Böen bis 40 Stundenkilometern brach die Jury den ersten Wertungstag auf der größten Schanze der Welt nach 35 von 40 Springern im ersten Durchgang ohne Ergebnis ab.

Die Entscheidung auf dem "Monsterbakken" soll nun am Samstag in drei Sprüngen fallen - allerdings sagt der Wetterbericht wieder turbulente Bedingungen voraus.

"Der Flug bleibt mir"

"Der Flug bleibt mir, schließlich war es meine persönliche Bestleistung. Aber es ist schon schade, dass die gute Ausgangsposition dahin ist", sagte Freund enttäuscht. 220,5 Meter war er geflogen, lag überraschend auf Platz eins, Maximilian Mechler dazu sensationell auf Rang drei, doch nach einem über zweistündigen Nervenpoker war alles dahin.

"Die Böen waren am Ende einfach zu stark, Sicherheit und Fairness nicht mehr gegeben", sagte Skisprung-Chef Walter Hofer und verbreite Optimismus: "Wir werden am Samstag dafür halt versuchen, drei Durchgänge durchzuziehen."

Der Ablauf erinnert allerdings fatal an die letzte WM in Vikersund im Jahr 2000. Auch vor zwölf Jahren blies der Wind so heftig, dass ein Durchgang kurz vor dem Ende abgebrochen werden musste. Damals konnte am Wochenende gar kein kompletter Wertungsdurchgang durchgezogen werden.

Erst am Montag wurde gesprungen - und Sven Hannawald wurde Weltmeister. Auch 1990 hatte es im heutigen ARD-Kommentator Dieter Thoma einen deutschen Champion in Vikersund gegeben, 1977 gewann Henry Glaß zudem Bronze.

Bundestrainer Schuster ist sich sicher: Es gibt ein Happyend

Deshalb ist Bundestrainer Werner Schuster auch sicher, dass es trotz des aus deutscher Sicht unglücklichen Verlaufs am Freitagabend ein Happyend geben wird.

"Das war zwar schade, aber wir sind einen weiteren Schritt auf unserem Weg vorangekommen. Man brauchte an diesem Tag ein Riesenherz, klaren Kopf und stabile Technik. Ich bin stolz mit welcher Kaltschnäuzigkeit die Jungs herangegangen sind." Das war in diesem Nervenpoker nicht einfach.

Der Probedurchgang musste abgesagt werden, anschließend folgten wegen zu starken Windes bis zu 40 Stundenkilometern zwei Verschiebungen um jeweils eine halbe Stunde. Erst, als die Sonne untergegangen war, waren die Lüfte am Riesenhang so, dass man überhaupt fliegen konnte.

Doch es ging weiter turbulent zu, grandiosen Flügen auf persönliche Bestleistungen wie die von Rune Velta (Norwegen/234 Meter), Denis Kornilow (Russland/232) oder Mechler (222,5 Meter), standen Abstürze gegenüber. Zu den Opfern des Windes zählte Ex-Weltmeister Gregor Schlierenzauer (Österreich) und Titelverteidiger Simon Ammann (Schweiz).

"Noch nie im Leben so eine Bremse kassiert"

"Ich habe noch nie in meinem Leben so eine Bremse oben kassiert, so viel Schläge in der Luft. Das war schon an der Grenze", sagte Ammann.

Nachdem der polnische Hoffnungsträger Kamil Stoch nach einer Böe von der Seite fast gestürzt wäre, gab es eine Pause.

Über eine Stunde wartete die Jury, dann kam der Abbruch. Der Wind war an diesem Abend nicht der Freund von Severin Freund.

Der Skisprung-Kalender 2012

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