Bei Biathlon-WM in Ruhpolding

Neuner führt deutsche Mixedstaffel an

SID
Dienstag, 28.02.2012 | 12:50 Uhr
Magdalena Neuner wird zum Ende der Saison 2011/2012 vom aktiven Biathlon zurücktreten
© Getty
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Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner soll die deutsche Mixedstaffel zum Auftakt der Biathlon-WM in Ruhpolding zur Goldmedaille führen. Die 25-Jährige wurden vom Deutschen Skiverband ebenso für die erste von insgesamt elf WM-Entscheidungen am Donnerstag (15.30 Uhr) nominiert wie Andrea Henkel, Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer und Andreas Birnbacher.

Sprühregen statt goldigem Sonnenschein: Das Gruselwetter am Dienstag passte so gar nicht zum ersten Auftritt der großen Titelfavoritin Magdalena Neuner in Ruhpolding.

"Der Schnee war brutal stumpf. Es war kein Spaß. Lieber Wettergott, lass am Donnerstag die Sonne scheinen", sagte die 25-Jährige, die bei der Biathlon-Weltmeisterschaft sechs Medaillen gewinnen will. Die erste gleich mit der deutschen Mixed-Staffel, die am Donnerstag (15.30 Uhr) Titelverteidiger Norwegen entthronen will.

"Wir haben eine Superchance, die Mixedstaffel zu gewinnen. Arnd und Andi sind absolute Siegläufer, Andrea und ich auch. Warum sollen wir da nicht nach den Sternen greifen", erzählte Magdalena Neuner, die gemeinsam mit Andrea Henkel, Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer und dem dreimaligen Saisonsieger Andreas Birnbacher das deutsche Quartett bilden wird. "Und wenn die Sonne nicht scheint, dann versuche ich eben, sie im Herzen zu tragen."

Von acht Saisonsiegen selbst überrascht

Nachdem Magdalena Neuner im Dezember ihren Rücktritt zum Saisonende angekündigt hatte, eilte die Wallgauerin von Erfolg zu Erfolg, gewann acht der bislang 19 Weltcup-Rennen, stand insgesamt 15mal auf dem Siegerpodest und führt folgerichtig trotz eines wegen einer Erkältung in Oslo verpassten Rennens auch den Gesamtweltcup an.

"Ich bin ehrlich selbst überrascht, wie gut es bislang in diesem Winter gelaufen ist. Vier, fünf Läuferinnen heben sich von der Klasse her aktuell deutlich ab. Zum Glück gehöre ich dazu", schilderte die zehnmalige Weltmeisterin die Situation.

Ihre fast schon obligatorische Krankheit (Anfang Februar hatte sie zwei Wochen aufgrund eines Erkältungsinfektes nur eingeschränkt trainieren können) hakte sie bemerkenswert cool ab: "Als das passierte, habe ich mir eingeredet: Gut, dass es jetzt kommt, dann ist es bei der WM vorbei. Ich habe ein Rennen verpasst und jetzt ist alles gut."

"Warum soll ich tiefstapeln?"

Für ihren angekündigten großen Coup bei der fünften und letzten WM scheint Magdalena Neuner mental und körperlich bestens präpariert.

"Warum soll ich tiefstapeln und über Bronze reden, wenn ich Gold will. Ich will hier außergewöhnliche Leistungen bringen. Das habe ich mir vorgenommen", erzählte sie vor dem WM-Auftakt scheinbar entspannt.

Nur in Sequenzen am Rand kommt der immense Druck zum Vorschein, der durch ihre herausragenden Erfolge der Vergangenheit, die eigene Ankündigung der Medaillenjagd und das enorme Zuschauerinteresse von 200.000 im Chiemgau erwarteten Fans entstanden ist.

"Echte Freundschaft" mit Miri Gössner

"Irgendwie klöppelt es innen schon anders, als wenn ich zur WM nach Sibirien fahren würde", sagte sie: "Aber das ist auch gut für die Motivation, damit ich auch wirklich alles aus mir herausholen kann. Ich werde kämpfen, bis ich nicht mehr stehen kann."

In den letzten Tagen vor der WM bereitete sich die WM-Topfavoritin gemeinsam mit dem deutschen Frauen-Team in Obertilliach in Österreich unter optimalen Bedingungen vor.

"Wir hatten eine tolle Woche, sind auch als Team richtig zusammengerückt", erzählte sie. Einen Grillabend habe es gegeben, als der Koch ausfiel, richtete das Team zwei Tage selbst das Abendessen.

Und Magdalena Neuner trainierte viel mit Miriam Gössner, mit der sie mittlerweile "eine echte Freundschaft" verbindet. Im Teamhotel Maierschwendt oberhalb von Ruhpolding verzichtete Magdalena Neuner auf das ihr angebotene Einzelzimmer, um wie üblich in den letzten Monaten mit Gössner das Quartier zu teilen. "Ich bin immer für den Wasserkocher zuständig, die Miri für den Fön."

Der Biathlon-Kalender 2012

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