Samstag, 18.02.2012

Freund landet auf Platz zehn

Deutsche Adler verfehlen Podest deutlich

Bundestrainer Werner Schuster hatte den großen Angriff der deutschen Skispringer mit Heimvorteil angekündigt - doch in Oberstdorf spielte sein Team bei der Flugshow von Martin Koch wieder mal nur eine kleine Nebenrolle.

Severin Freund brachte es nur zu einem enttäuschenden zehnten Platz in Oberstdorf
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Severin Freund brachte es nur zu einem enttäuschenden zehnten Platz in Oberstdorf

Severin Freund landete beim letzten Einzelspringen vor der Skiflug-Weltmeisterschaft nur auf Platz zehn.

Zufrieden konnte eigentlich nur Andreas Wank mit seinem 13. Platz am 24. Geburtstag sein.

"Wir haben großes Potenzial"

"Jetzt werden wir zum Abendessen zur Feier des Tages einen Kaffee trinken", kündigte Wank an. Vielleicht weckt das die deutschen Flieger ja für die abschließende Teamkonkurrenz am Sonntag auf, nachdem sie an einem kühlen Abend selbst 13.000 Fans mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen nicht zu besonderen Leistungen gebracht hatten.

"Wir haben großes Potenzial", kommentierte Freund nachdenklich: "Wir erlauben uns nur momentan zu viele kleine Fehler."

Der deutsche Vorflieger übertraf immerhin zweimal die magische 200-Meter-Grenze, trotzdem reichte es nur zum letzten Top-Ten-Platz. Den letzten deutschen Sieg auf dem Riesenbakken im Stillachtal hatte 1998 Sven Hannawald gefeiert. Er war diesmal als Zuschauer dabei und sah, dass wie im Vorjahr Austria-Flieger Martin Koch triumphierte.

Seine 221,5 Meter waren auch die größte Weite einer hochklassigen Konkurrenz, die er vor Daiki Ito (Japan) und dem viermaligen Olympiasieger Simon Ammann (Schweiz) für sich entschied. "Kochs Sprünge waren schon echt lässig", kommentierte Freund.

Koch WM-Favorit

Flugspezialist Koch sprang damit in die Favoritenrolle für die Skiflug-WM in der kommenden Woche auf der größten Schanze der Welt im norwegischen Vikersund. Die deutschen Flieger sehen sich trotz der verpatzten Generalprobe dort nicht chancenlos, auch wenn Martin Schmitt beim Saisonhöhepunkt definitiv fehlen wird.

"Andere sind die Favoriten. Wir spielen gern die Rolle als gefährlicher Außenseiter", sagte Freund grinsend: "Es wäre wunderschön, wenn wir dort auf den Punkt unser Potenzial abrufen könnten."

Freitag nur 18.

Richard Freitag, in Willingen immerhin noch Siebter, verließ in Oberstdorf nach Platz 18 "ziemlich zerknirscht" die hellerleuchtete Arena.

Nach einer Woche mit Fieber im Bett reichte es für Michael Neumayer nur zu Platz 27. Stephan Hocke, Team-Olympiasieger von 2002, hatte seinen Start wegen eines fiebrigen Infekts sogar kurzfristig abgesagt.

Es kann also nur besser werden. Die sogennante Team-Tour in Deutschland wird am Sonntag mit einem Mannschaftsspringen abgeschlossen, bei dem die deutschen Flieger ein Happy End auf dem Podest anvisieren.

Die Skisprung-Saison im Überblick

Die besten Skispringer aller Zeiten
Der deutsche Helmut Recknagel (l.) holte in den 50er Jahren ein Mal Gold bei den Olympischen Spielen, zwei Mal Gold bei der WM und gewann drei Mal die Vierschanzentournee
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Anton Innauer: 2 Weltcupsiege. Er war der erste Skispringer der Geschichte, der für einen perfekten Sprung 1976 in Oberstdorf von den Sprungrichtern fünfmal die Note 20 erhielt
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Der Norweger Björn Wirkola (r.) räumte in den 60er Jahren kräftig ab und sicherte sich drei Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee
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Der Schwede Jan Boklöv (r.) ist Erfinder des V-Stils: 5 Weltcupsiege
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Der Matti Nykänen aus Finnland gewann vier Mal die Vierschanzentournee (zwischen 1982 und 1988) und holte 46 Weltcupsiege
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Toni Nieminen war der Erste, der einen Sprung über 200 Meter erfolgreich landen konnte. Außerdem: Vierschanzentournee-Sieger 1991/1992
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Der Österreicher Andreas Goldberger fuhr 20 Weltcupsiege ein und gewann zwei Mal die Vierschanzentournee (92/93, 94/95)
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Kazuyoshi Funaki aus Japan war für seine extreme Vorlage bekannt. 15 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 1997/1998
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Der Finne Janne Ahonen mit beeindruckender Bilanz: 36 Weltcupsiege und fünf Mal die Vierschanzentournee gewonnen (zwischen 98/99 und 2007/2008)
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33 Weltcupsiege und vier Mal die Vierschanzentournee gewonnen: Der Deutsche Jens Weißflog weiß, wie man sich entspannt
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... Martin Schmitt. Er konnte 28 Weltcupsiege holen und ist noch aktiv im Skisprung
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Der vierte Deutsche, Sven Hannawald: 18 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 2001/2002 (Als bislang einziger Springer alle Einzelspringen gewonnen)
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Der Schweizer Simon Ammann hat vier Mal Olympisches Gold geholt und gewann den Gesamtweltcup 2009/2010
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Der jüngste Skiflugweltmeister aller Zeiten: Gregor Schlierenzauer. Außerdem gewann er noch ein Mal den Gesamtweltcup
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Die deutschen Adler haben beim Skiflug-Weltcup in Oberstdorf die Podestplätze klar verfehlt. Severin Freund landete als bester Deutscher auf den zehnten Rang.

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