Sonntag, 12.02.2012

Weltcup in Willingen

Bardal siegt in Willingen - Freitag Siebter

Richard Freitag winkte mit einem Lächeln in die jubelnden Massen, Vorjahressieger Severin Freund scherzte zufrieden - doch die Podestplätze verfehlten die deutschen Vorflieger auf den Plätzen sieben und neun bei der Willinger Skisprung-Party deutlich.

Anders Bardal hat sich den Sieg beim Weltcup in Willingen gesichert
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Anders Bardal hat sich den Sieg beim Weltcup in Willingen gesichert

Während die über 30.000 Fans am Weltcup-Wochenende vor allem sich selbst feierten, mussten sich ihre deutschen Helden mit Platz drei im Team-Wettbewerb am Samstag trösten.

"Es waren nicht die perfekten Sprünge, die für ganz nach vorn reichen", sagte Freund. Der 23-Jährige war mit seiner Leistung dennoch zufrieden: "Es geht in die richtige Richtung und in der Team-Wertung sind wir vor Österreich. Das gab es schon lange nicht mehr."

Schwarzes Wochenende für Österreicher

Während der Norweger Anders Bardal erst mit dem Team und 24 Stunden später auch im Einzel souverän siegte, erwischten die Österreicher ein schwarzes Wochenende.

Im Team-Wettbewerb belegte das erfolgsverwöhnte Quartett nur Platz zwei, im Einzel verlor Andreas Kofler nach seinem Aus im ersten Durchgang die Weltcup-Führung an Bardal. Nach zwei von fünf Springen der Team-Tour führt Norwegen vor Japan und Deutschland - die Austria-Adler sind nur Vierter.

"Wahnsinniges Niveau"

Bundestrainer Werner Schuster wollte den Zwischenstand nicht zu hoch bewerten. "Wir sind Dritter und diese Platzierung ist in Ordnung. Da ist es egal, ob Österreich vor oder hinter uns steht", sagte Schuster. Der 42-Jährige war mit den Platzierungen im Einzel zwar nicht glücklich, befand allerdings, dass "wir schlecht beraten wären, das jetzt schlecht zu reden".

Zumal die Abstände im Klassement, abgesehen vom überlegenen Sieger Bardal, nicht allzu groß waren. "Es war ein wahnsinniges Niveau", betonte Schuster: "Und da ist der Grat eben schmal zwischen Platz eins und Platz zehn."

Freund und Wank retten Team-Podest

Im Team-Springen waren die DSV-Adler immerhin erstmals in dieser Saison auf das Podest gesegelt. Vor allem der überragende Freund holte die nötigen Punkte, um die viertplatzierten Japaner mit 963,7 Punkten um 1,9 Punkte zu distanzieren.

Nach zwei vierten Plätzen gelang dem DSV-Quartett somit endlich der ersehnte Platz auf das Podest. "Das ist uns lange nicht gelungen", sagte Freund.

Die besten Skispringer aller Zeiten
Der deutsche Helmut Recknagel (l.) holte in den 50er Jahren ein Mal Gold bei den Olympischen Spielen, zwei Mal Gold bei der WM und gewann drei Mal die Vierschanzentournee
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Der Norweger Björn Wirkola (r.) räumte in den 60er Jahren kräftig ab und sicherte sich drei Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee
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Toni Nieminen war der Erste, der einen Sprung über 200 Meter erfolgreich landen konnte. Außerdem: Vierschanzentournee-Sieger 1991/1992
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Der Österreicher Andreas Goldberger fuhr 20 Weltcupsiege ein und gewann zwei Mal die Vierschanzentournee (92/93, 94/95)
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Der Finne Janne Ahonen mit beeindruckender Bilanz: 36 Weltcupsiege und fünf Mal die Vierschanzentournee gewonnen (zwischen 98/99 und 2007/2008)
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Der vierte Deutsche, Sven Hannawald: 18 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 2001/2002 (Als bislang einziger Springer alle Einzelspringen gewonnen)
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Der jüngste Skiflugweltmeister aller Zeiten: Gregor Schlierenzauer. Außerdem gewann er noch ein Mal den Gesamtweltcup
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Neben dem 23-Jährigen zeigte vor allem Andreas Wank, dass an ihm kein Weg mehr vorbeiführt. Der frühere Junioren-Weltmeister machte mit zwei sehr guten Sprüngen den Boden gut, den Maximilian Mechler zuvor mit schwachen Leistungen eingebüßt hatte.

Neben den gesetzten Freund und Freitag dürften die verbleibenden Plätze im Team derzeit fest an Wank und den in Willingen krank fehlenden Michael Neumayer vergeben sein.

Empfindliche Niederlage für ÖSV

Weltmeister und Olympiasieger Österreich erlitt eine empfindliche und unerwartete Niederlage.

976,3 Punkte reichten dem großen Favoriten nur zu Platz zwei hinter den Norwegern, die mit 999,2 Zählern die magische vierstellige Punktzahl nur knapp verfehlten.

Die Chance auf eine Revanche bietet sich den Österreichern erst am kommenden Sonntag beim Team-Skifliegen in Oberstdorf. In Klingenthal, der zweiten Station der Team-Tour, steht am Mittwoch nur eine Einzelkonkurrenz auf dem Programm.

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