Montag, 06.02.2012

Tops und Flops vom Wochenende

American Beautys

Die US-Girls Julia Mancuso und Lindsey Vonn siegten in Garmisch-Partenkirchen. Magdalena Neuner sorgte für positive und negative Schlagzeilen. Und: Unsere Rodler drehen völlig am Rad.

Julia Mancuso schwang nach ihrem Sieg im Super-G locker die Hüften
© Getty
Julia Mancuso schwang nach ihrem Sieg im Super-G locker die Hüften

TOPS

US-Girls: U-S-A, U-S-A, hieß es nicht nur beim Super Bowl in Indianapolis, sondern auch im beschaulichen Garmisch-Partenkirchen. Denn mit Lindsey Vonn, die am Samstag in der Abfahrt ihren 50. Weltcupsieg feierte, und Julia Mancuso im Super-G am Sonntag standen zwei hübsche US-Girls ganz oben auf dem Podium.

Und das Beste: Beide haben Deutsch gesprochen. Lindsey sowieso, das hat sie schließlich von unserer Maria Höfl-Riesch gelernt. Aber auch Fräulein Mancuso glänzte im TV-Interview mit Kenntnissen der deutschen Sprache. Respekt, Mädels!

Rodel-Wahnsinn: Dass die deutschen Damen seit gefühlt 200 Jahren nahezu unschlagbar sind, kennen wir ja. Aber in St. Moritz machten es die Herren den Mädels auf dem Schlitten plötzlich nach. Vierfach-Sieg, sowohl bei Männlein als auch bei Weiblein! Da kann die Heim-WM in Altenberg kommen. Wäre die WM schon in St. Moritz gewesen, hätte es acht von neun Medaillen gegeben, denn auch bei den Doppelsitzen kamen zwei Teams aufs Podium. Nur der Sieg ging knapp an Deutschland vorbei - nach Österreich.

Lena überholt Uschi: Diese Lena Neuner ist ein Phänomen. Sie liegt am Montag noch mit starker Erkältung flach und soll eigentlich aus Oslo abreisen. Dann startet sie aber doch und schwingt ihren eigentlich geschwächten Körper ganz entspannt zu Siegen in Sprint und Verfolgung. Mit nun 31 Weltcupsiegen hat sie Uschi Disl überholt. Fehlt nur noch die Schwedin Magdalena Forsberg. Das wird aber eng, denn deren 42 Siege sind kaum noch zu erreichen. Blöd, wenn man wie Neuner mit 25 Jahren die Karriere beendet.

Eiskalte Überraschungen: Chamonix, eisige Kälte, mehr als minus 20 Grad. Trotzdem stürzen sich die Abfahrer todesmutig die Pisten herunter und liefern sich einen Kampf um jede Hundertstel. Die erste Abfahrt gewann Klaus Kröll mit einer Hundertstel vor Bode Miller. In der zweiten Abfahrt und der Super-Kombi ging es dann zwar nicht ganz so eng zu, dafür gab es aber Überraschungen. An Stelle der großen Namen siegten der Kanadier Jan Hudec und der Österreicher Romed Baumann. Für beide war es erst der zweite Weltcupsieg der Karriere.

Russland-Tobi: Eigentlich sollte Tobias Angerer gar nicht beim Weltcup im Gefrierschrank von Rybinsk an den Start gehen, Bundestrainer Jochen Behle hielt den Aufwand für unnötig. Doch Angerer zeigte sich trotzig und führte ein deutsches Rumpfteam in Russland an. Und womit? Mit Recht! Angerer belegte zweimal den dritten Platz und feierte damit die ersten Podestplatzierungen seit 2009. Damals gewann er sogar ein Rennen. Und wo? Klar, in Rybinsk.

Julia Mancuso: Die besten Bilder des Glamourgirls
Julia Mancuso: Vom US-Ski-Team wird sie gerne als cooler Schneeengel verkauft
© Getty
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Die 17-jährige Julia Mancuso noch ganz unschuldig. 2001 ist noch nicht absehbar, was einmal aus ihr wird
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2006 gewann Mancuso dann in Turin olympisches Gold im Riesenslalom
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2010 in Vancouver war das Diadem etwas zierlicher und die Medaille silbern. Aber Mancuso strahlte wie eh und je
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Generell freut sich wohl kaum jemand so schön ausgelassen wie die flippige Mancuso
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Auf der Piste macht Mancuso keine Gefangenen. Einen Blick für die überragende Aussicht hat sie in diesem Moment sicher auch nicht
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Anders als Lindsey Vonn ist Julia Mancuso keine gute Freundin von Maria Riesch. Für die Amerikanerin ist die Deutsche eine Konkurrentin
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Auch mit Vonn selbst wird Mancuso kein freundschaftliches Verhältnis nachgesagt. In Vancouver gerieten die beiden nach dem Riesenslalom aneinander
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Egal, wo Mancuso aufschlägt: Überall versprüht sie mit ihrer lebensfrohen Art gute Laune
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Aber Mancuso weiß auch, wie man sich ganz lässig in Szene setzt
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FLOPS

Dieser verdammte vierte Platz: Eigentlich war das Wochenende aus deutscher Sicht extrem erfolgreich, aber ein paar Haare in der Suppe haben wir dann doch gefunden. Die unzähligen vierten Plätze zum Beispiel. Zweimal Vierter im Rodeln, einmal Vierter im Bob, einmal Vierter im Skeleton, zwei vierte Plätze für Maria Höfl-Riesch in Garmisch, ein vierter Platz für Richard Freitag im Skispringen, ein vierter Platz für Johannes Rydzek in der Nordischen Kombination. Und auch vor Skispringerin Ulrike Gräßler machte das Podiums-Pech nicht halt. Sie wurde in Hinzenbach gleich zweimal Vierte.

Das verflixte Tor: Das Dumme an einem Super-G ist, dass man keine Trainings fahren kann. So passiert es dann, dass man Schlüsselstellen eines Kurses im Rennen plötzlich völlig falsch einschätzt. So geschehen in Garmisch, als sich gleich vier der ersten sechs Fahrerinnen an ein und demselben Tor verabschiedeten. Die Deutsche Viktoria Rebensburg bekam das Tor nur, weil sie so stark abbremste, dass sie fast stehen blieb. Irgendwann hatte sich die tückische Stelle dann bis zum Starthaus herumgesprochen und die Ausfälle wurden weniger. Lindsey Vonn überstand die Stelle zum Beispiel - nur um zwei Tore später auszuscheiden.

Lenas Krankheit: So schön die beiden Weltcupsiege von Lena Neuner in Oslo waren, so schade war es, dass sie den Massenstart am Sonntag dann doch wegen ihrer Erkältung absagen musste. Es sollen sogar Tränen geflossen sein. Spätfolgen? Noch nicht abzusehen. Neuner reist zwar mit zum nächsten Weltcup nach Kontiolahti (minus 29 Grad im Moment), aber ihre Erkältung ist immer noch nicht auskuriert. Durchhalten, Lena!

Wank fällt: Die Nerven, die Nerven. Unfassbar stark waren die deutschen Skispringer in Val di Fiemme. Richard Freitag war Dritter vor Severin Freund und nur noch einer stand oben - Andreas Wank. Der Vorsprung groß, der erste Weltcupsieg zum Greifen nah - doch dann landet er viel zu früh, fällt zurück. Soweit, so nachvollziehbar. Aber dass er dann auch noch die Balance verlor und in den Schnee greifen musste, setzte dem Malheur die Krone auf. Am Ende wurde es Platz neun.

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