Der Mythos Streif

"Sie könnten am Abend nicht mehr da sein"

SID
Mittwoch, 18.01.2012 | 12:53 Uhr
Kein Rennen wird im Skisport so geliebt und gefürchtet wie die Streif
© Getty
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Wenn Markus Wasmeier an das sagenhafte Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel denkt, muss er schmunzeln. Berühmt-berüchtigt? Die härteste Abfahrt der Welt? "Für mich war die Streif nicht die schwierigste Stecke. Ich habe mich regelmäßig gelangweilt - besonders im Mittelteil", sagt der Doppel-Olympiasieger von 1994 im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "dapd".

Es soll nicht despektierlich klingen, die Streif hat schon viele Abfahrer abgeworfen und furchtbar verletzt. Aber Wasmeier war während seiner Karriere für einen Abfahrer nun mal ein Leichtgewicht, er brachte nur rund 75 Kilogramm auf die Waage. "Deshalb habe ich in der Gleitpassage zwischen Seidlalm und Ausfahrt Lerchenschuss meistens bis zu einer Sekunde verloren und mir häufig gedacht: Was mache ich eigentlich hier?"

Nur einmal hatte er weniger als eine Sekunde auf den Sieger verloren. Im Jahr 1987 war das, der Schweizer Pirmin Zurbriggen gewann das Rennen und Wasmeier kam im Endklassement auf den sechsten Platz. Sein bestes Resultat. Am Samstag könnte sich jetzt Zurbriggens Landsmann Didier Cuche anschicken, der erste Ski-Rennläufer der Welt zu werden, der die Streif zum fünften Mal als Schnellster ins Tal hinabstürzt.

Eisige und ruppige Piste fordert viele Opfer

Noch muss sich der 37 Jahre alte Walliser den Platz mit den meisten Siegen teilen, Österreichs Legende Franz Klammer hat ebenfalls vier Siege. "Es ist für jeden Skifahrer ein Traum, hier zu gewinnen", sagt Cuche.

Doch für viele seiner Kollegen ist die Abfahrt zu einem Albtraum geworden. Erst im vergangenen Jahr stürzte der Österreicher Hans Grugger so schwer in der Mausefalle, dass er anschließend wegen Kopf- und Brustverletzungen notoperiert werden musste. Auch die Szenen von Daniel Albrecht sind unvergessen, als er 2009 am Zielsprung durch die Luft flog, das Bewusstsein verlor und erst dreieinhalb Wochen später aus dem Koma erwachte.

Es kommt daher nicht selten vor, dass ältere und erfahrene Fahrer ihren jungen Kollegen raten, im Hotelzimmer nicht zu viel auszupacken. "Denn am anderen Abend könnten sie nicht mehr da sein", sagt Cuche. Diese Strecke ist nichts für Familienväter, hat der frühere Abfahrts-Weltmeister aus Österreich, Michael Walchhofer, erkannt.

Fahrer sind nicht mehr auf die Sprünge vorbereitet

Es sind vor allem die Stürze, die die Streif zum berühmtesten Skirennen gemacht haben. Nirgendwo anders ist auch ein Sieg mehr wert: 70.000 Euro. Die besten Skifahrer stoßen auf der ruppigen und eisigen Piste mit den vielen Geländewechseln an ihre physischen und psychischen Grenzen.

Das Spiel mit dem Drama bildet in der sorgfältig aufgebauten Angst-Lust-Athmosphäre den Boden für den Mythos Hahnenkamm. Es sind deshalb immer wieder die Sprünge, die verändert werden. An der Mausefalle zu Beginn des Rennens springt man bei einem Gefälle von 85 Prozent bis zu 70 Meter weit.

Für Wasmeier sind die Stürze auch die Folge einer Entwicklung. "Viele der heutigen Fahrer sind auf diese Sprünge nicht mehr richtig vorbereitet", sagt der 48-Jährige. Im Unterschied zu früher brauche man diese Fähigkeit im Weltcup nicht mehr. "Wer weiß denn von denen noch, was Vorspringen ist", sagt Wasmeier.

Heute kann man fast alle Sprünge im Weltcup in der Hocke bewältigen. Außer auf der Streif, was vielen Fahrern zum Verhängnis geworden ist.

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