Tournee für Schmitt beendet

Freund Siebter, Schlierenzauer siegt

SID
Sonntag, 01.01.2012 | 16:40 Uhr
Severin Freund sprang beim Neujahrsspringen nur auf den siebten Rang
© Getty
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Severin Freund schüttelte als Siebter nach dem erneut verpassten Podest enttäuscht den Kopf, Überflieger Gregor Schlierenzauer kommt dem Grand Slam dagegen immer näher.

Der Österreicher gewann nach dem Sieg in Oberstdorf auch das Neujahrsspringen der 60. Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen und hat bereits den halben Weg zum Millionen-Jackpot hinter sich.

Für Martin Schmitt ist die Tournee dagegen nach schwachen Leistungen beendet.

Freund: Fehler beim Absprung

"Severin hat einen Fehler beim Absprung gemacht, da fehlte ein bisschen Höhe. Auf dieser Schanze macht das gleich fünf Meter aus", sagte Bundestrainer Werner Schuster, der dennoch zufrieden war: "Er war dicht dran am Podest. Für uns als Mannschaft wird es nun leichter. Wir wollen in Österreich zurückschlagen."

Freund war im ersten Durchgang auf überragende 138,5 Meter geflogen und hatte nur Schlierenzauer vor sich. Der erste deutsche Tournee-Podestplatz seit 1.092 Tagen war greifbar nah, doch durch einen Sprung auf 130,5 Meter im zweiten Durchgang stürzte der 23-Jährige aus Rastbüchl vor 18.000 fassungslosen Zuschauern noch auf Rang sieben ab.

"Seit Oberstdorf war ich immer gut, da geht dann mal einer daneben", sagte Freund. Im zweiten Durchgang sei er mit zu viel Gewalt gesprungen, die Leichtigkeit habe gefehlt.

Schmitt fliegt aus dem Team

Die Leichtigkeit fehlte auch Martin Schmitt, der nach Platz 38 die Heimreise antreten muss. "Wir haben nur sechs Startplätze. Andreas Wank hat sich durchgesetzt. Martin erkennt das als fairer Sportsmann an", sagte Schuster. Der Bundestrainer geht mit Freund, Wank, Richard Freitag, Michael Neumayer, Stephan Hocke und Maximilian Mechler in die zweite Hälfte.

Schmitt, der am 4. Januar 2009 in Innsbruck als bisher letzter Deutscher bei der Tournee auf das Podest geflogen war, stand derweil traurig im Stadion. "Das ist ärgerlich. Es ist der erste Höhepunkt, da will man gut sein. Das ist mir nicht gelungen", sagte der 33-Jährige. Ein nahes Karriereende dementierte der viermalige Weltmeister energisch.

Schlierenzauer blendet Million aus

Dem Höhepunkt seiner erfolgreichen Karriere nähert sich derweil Gregor Schlierenzauer. Mit 274,5 Punkten siegte der 21-Jährige klar vor Andreas Kofler (270,4) und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf seinen Landsmann auf wohl kaum noch zu schlagende 22,2 Punkte aus. Dritter ist der auch in Garmisch auf Rang drei gelandete Japaner Daiki Ito (532,3), Severin Freund liegt hinter Titelverteidiger Thomas Morgenstern (532,2) mit 526,2 Punkten auf Platz fünf.

"Es ist unglaublich. Es waren nicht die besten Sprünge, da ist es umso erfreulicher, dass ich trotzdem vorne bin", sagte Schlierenzauer. Das Preisgeld von einer Million Schweizer Franken für vier Siege in vier Springen beschäftigt ihn nicht: "Das geht mir nicht durch den Kopf. Aber es wäre natürlich das i-Tüpfelchen."

Sein Trainer Alexander Pointner denkt da schon ein wenig weiter. "Ich habe schon vor der Tournee gesagt, dass er den Hannawald-Rekord knacken kann. Die Hälfte hat er schon", sagte Pointner. "Schlieri" werde durch die ersten beiden Siege noch weiter wachsen.

Neumayer solide, Freitag schwach

Während Pointners Schützlinge Schlierenzauer und Kofler die Tournee anführen, sucht man im deutschen Team hinter Severin Freund vergeblich nach Siegkandidaten. Michael Neumayer reihte sich als zweitbester Deutscher nur auf Platz 17 ein, Andreas Wank entschied als 20. immerhin den Zweikampf mit Schmitt für sich.

Youngster Richard Freitag flog den eigenen Ansprüchen hinterher. Zwar steigerte sich der Sachse im zweiten Durchgang, am Ende blieb aber nur Platz 25. "Die Bilanz nach zwei Springen ist nicht gut. Mir fehlt die Lockerheit", sagte Freitag.

Papa Holger, der mit Frau und Tochter Celina angereist war, mahnte zur Geduld: "Wenn er aus dieser Sache wieder rauskommt, können wir noch einiges erwarten."

Die Termine der Skisprung-Saison im Überblick

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