Sonntag, 29.01.2012

Knieprobleme entscheidend

Schmitt schließt schnelles Karriereende nicht aus

Die neuen Vorflieger Richard Freitag und Severin Freund verpassten im windigen Sapporo das Podest, Geburtstagskind Martin Schmitt sinnierte derweil in der Heimat über ein mögliches Karriereende.

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Martin Schmitt: Die News

Martin Schmitt wurde in seiner bisherigen Karriere viermal Weltmeister
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Martin Schmitt wurde in seiner bisherigen Karriere viermal Weltmeister

"Ich will auch nächste Saison weitermachen. Voraussetzung ist, dass mein Knie hält", zitierte die "Bild-Zeitung" den am Sonntag 34 Jahre alt gewordenen Schmitt: "Wenn ich allerdings im Frühjahr oder Sommer merke, dass es wegen des Knies nicht geht, werde ich schnell meine Konsequenzen ziehen."

Den Routinier aus Furtwangen kämpft seit dem Sommer mit Problemen im Knie. Nach seinem vorzeitigen Aus bei der Vierschanzentournee hatte Teamarzt Mark Dorfmüller eine Ansatzreizung der Quadrizepssehne diagnostiziert. Schmitt hofft nun, bei der Team Tour Mitte Februar wieder in den Weltcup zurückzukehren.

Eigentlich hätte er schon in Sapporo schon wieder zur Mannschaft gehören sollen, wo Freitag bei zwei Siegen des Japaners Diaiki Ito mit den Plätzen acht und sechs die deutsche Fahne hochhält. "Das Knie bessert sich zwar, aber auf die Schanze darf ich frühestens nächste Woche wieder", schrieb Schmitt auf seiner Internetseite: "Das bedeutet für mich weiter viel Physiotherapie, Stabilisationstraining und vor allem Geduld haben."

Severin Freund nah am Sturz

Geduld war auch beim Fernost-Ausflug nach Sapporo gefragt, unberechenbarer Seitenwind wirbelte die Konkurrenz immer wieder durcheinander. Freitag fiel im ersten Springen vom fünften auf den achten Platz zurück, einen Tag später von Rang zwei auf Rang sechs. "

Die Spitze ist sehr stark, da muss man immer gute Sprünge zeigen. Das ist nicht gelungen", sagte der 20-Jährige aus Aue. Im Gesamtweltcup, wo Andreas Kofler deutlich führt, fiel Freitag auf Platz sechs zurück.

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Der deutsche Helmut Recknagel (l.) holte in den 50er Jahren ein Mal Gold bei den Olympischen Spielen, zwei Mal Gold bei der WM und gewann drei Mal die Vierschanzentournee
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Anton Innauer: 2 Weltcupsiege. Er war der erste Skispringer der Geschichte, der für einen perfekten Sprung 1976 in Oberstdorf von den Sprungrichtern fünfmal die Note 20 erhielt
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Der Norweger Björn Wirkola (r.) räumte in den 60er Jahren kräftig ab und sicherte sich drei Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee
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Der Matti Nykänen aus Finnland gewann vier Mal die Vierschanzentournee (zwischen 1982 und 1988) und holte 46 Weltcupsiege
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Toni Nieminen war der Erste, der einen Sprung über 200 Meter erfolgreich landen konnte. Außerdem: Vierschanzentournee-Sieger 1991/1992
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Der Österreicher Andreas Goldberger fuhr 20 Weltcupsiege ein und gewann zwei Mal die Vierschanzentournee (92/93, 94/95)
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Der Finne Janne Ahonen mit beeindruckender Bilanz: 36 Weltcupsiege und fünf Mal die Vierschanzentournee gewonnen (zwischen 98/99 und 2007/2008)
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... Martin Schmitt. Er konnte 28 Weltcupsiege holen und ist noch aktiv im Skisprung
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Ein Wochenende zum Vergessen erwischte Severin Freund - und das ausgerechnet an der Stelle seines ersten Weltcup-Sieges. Mit Platz 36 im zweiten Springen verpasste der Bayer aus Rastbüchl zum ersten Mal in dieser Saison das Finale.

"Ich kann das selbst nicht erklären", sagte Freund nach seinem turbulenten Sprung auf 106 Meter, bei dem er fast gestürzt wäre. "Der Sprung fühlte sich eigentlich gut an, doch dann hat es mich im Flug ziemlich zernommen."

Blick nach Willingen gerichtet

Freund, für den es am Vortag auch nur zu Platz 27 gereicht hatte, ließ sich wie immer äußerlich nichts anmerken.

"Solche Tage gibt es eben im Skispringen immer mal", sagte der 23-Jährige. Ein gemütlicher Mannschaftsabend vor dem Rückflug nach Europa sollte Freund noch vor Ort auf andere Gedanken bringen.

Die psychologischen Fähigkeiten von Zimmerkollege Freitag sind jedenfalls nicht gefragt. "Sevi rafft sich schon selbst wieder auf", sagte der Sachse. Der Blick dürfte schon auf die am 10. Februar in Willingen beginnende Team Tour gerichtet sein.

Dort feierte Freund im vergangenen Jahr seinen zweiten Weltcup-Sieg. Einen Absturz wie in Sapporo soll es auf der Mühlenkopfschanze nicht geben.

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