Donnerstag, 29.12.2011

Qualifikation in Oberstdorf

Tournee: Schmitt 13. - acht Deutsche dabei

Routinier Martin Schmitt als einziger Lichtblick 13., Geheimfavorit Richard Freitag auf Platz 42 abgestürzt - die deutschen Skispringer haben im Wirbelwind von Oberstdorf noch keine Hoffnungen auf den ersten Tournee-Tagessieg seit neun Jahren wecken können.

Martin Schmitt hat sich mit einem 13. Rang für das Springen in Oberstdorf qualifiziert
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Martin Schmitt hat sich mit einem 13. Rang für das Springen in Oberstdorf qualifiziert

In der Qualifikation für das Auftaktspringen der 60. Vierschanzentournee enttäuschte das Heimteam bei schwierigen Bedingungen, brachte aber immerhin acht Starter in den Wettbewerb am Freitag (16.30 Uhr). Den Sieg im letzten Härtetest holte sich Gesamtweltcup-Spitzenreiter Andreas Kofler mit einem Traumflug auf 142 Meter.

"Die Sprünge haben einfach nicht geklappt, da war noch kein toller Sprung dabei. Ich hoffe, dass es im Springen besser läuft und der Gänsebraten zu Weihnachten nicht negativ wirkt", sagte ein sichtlich enttäuschter Richard Freitag.

Der 20-Jährige hatte mit dem ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere vor der Tournee große Hoffnungen geweckt, doch nach seinem ersten Auftritt verließen 6.500 Zuschauer enttäuscht die Arena am Schattenberg. Die schwachen 109,5 Meter waren auch nicht nur mit den schlechten Windbedingungen zu erklären, mit denen der Großteil der Topspringer zu kämpfen hatte.

"Man spürt bei einigen die Spannung"

"Wir sind sehr positiv hierher gereist, aber man spürt bei einigen die Spannung", sagte Bundestrainer Werner Schuster: Das Potenzial ist da, wir müssen uns Schritt für Schritt nach vorn arbeiten."

Richard Freitag muss am Freitag eine absolute Topleistung abrufen, denn im K.o.-Duell im ersten Durchgang trifft er auf den ehemaligen Tourneesieger Wolfgang Loitzl (Österreich). Ein schwacher Sprung, und der Traum vom Kampf um die Tournee-Gesamtwertung wäre zerplatzt.

Die besten Skispringer aller Zeiten
Der deutsche Helmut Recknagel (l.) holte in den 50er Jahren ein Mal Gold bei den Olympischen Spielen, zwei Mal Gold bei der WM und gewann drei Mal die Vierschanzentournee
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Der deutsche Helmut Recknagel (l.) holte in den 50er Jahren ein Mal Gold bei den Olympischen Spielen, zwei Mal Gold bei der WM und gewann drei Mal die Vierschanzentournee
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Anton Innauer: 2 Weltcupsiege. Er war der erste Skispringer der Geschichte, der für einen perfekten Sprung 1976 in Oberstdorf von den Sprungrichtern fünfmal die Note 20 erhielt
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Der Norweger Björn Wirkola (r.) räumte in den 60er Jahren kräftig ab und sicherte sich drei Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee
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Der Norweger Björn Wirkola (r.) räumte in den 60er Jahren kräftig ab und sicherte sich drei Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee
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Der Schwede Jan Boklöv (r.) ist Erfinder des V-Stils: 5 Weltcupsiege
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Der Matti Nykänen aus Finnland gewann vier Mal die Vierschanzentournee (zwischen 1982 und 1988) und holte 46 Weltcupsiege
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Der Matti Nykänen aus Finnland gewann vier Mal die Vierschanzentournee (zwischen 1982 und 1988) und holte 46 Weltcupsiege
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Toni Nieminen war der Erste, der einen Sprung über 200 Meter erfolgreich landen konnte. Außerdem: Vierschanzentournee-Sieger 1991/1992
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Toni Nieminen war der Erste, der einen Sprung über 200 Meter erfolgreich landen konnte. Außerdem: Vierschanzentournee-Sieger 1991/1992
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Der Österreicher Andreas Goldberger fuhr 20 Weltcupsiege ein und gewann zwei Mal die Vierschanzentournee (92/93, 94/95)
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Der Österreicher Andreas Goldberger fuhr 20 Weltcupsiege ein und gewann zwei Mal die Vierschanzentournee (92/93, 94/95)
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Kazuyoshi Funaki aus Japan war für seine extreme Vorlage bekannt. 15 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 1997/1998
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Kazuyoshi Funaki aus Japan war für seine extreme Vorlage bekannt. 15 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 1997/1998
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Der Finne Janne Ahonen mit beeindruckender Bilanz: 36 Weltcupsiege und fünf Mal die Vierschanzentournee gewonnen (zwischen 98/99 und 2007/2008)
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Der Finne Janne Ahonen mit beeindruckender Bilanz: 36 Weltcupsiege und fünf Mal die Vierschanzentournee gewonnen (zwischen 98/99 und 2007/2008)
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33 Weltcupsiege und vier Mal die Vierschanzentournee gewonnen: Der Deutsche Jens Weißflog weiß, wie man sich entspannt
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Adam Malysz aus Polen holte 39 Weltcupsiege und gewann ein Mal die Vierschanzentournee (2000/2001). Er war der große Konkurrent von...
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... Martin Schmitt. Er konnte 28 Weltcupsiege holen und ist noch aktiv im Skisprung
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... Martin Schmitt. Er konnte 28 Weltcupsiege holen und ist noch aktiv im Skisprung
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Der vierte Deutsche, Sven Hannawald: 18 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 2001/2002 (Als bislang einziger Springer alle Einzelspringen gewonnen)
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Der vierte Deutsche, Sven Hannawald: 18 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 2001/2002 (Als bislang einziger Springer alle Einzelspringen gewonnen)
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Der Schweizer Simon Ammann hat vier Mal Olympisches Gold geholt und gewann den Gesamtweltcup 2009/2010
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Thomas Morgenstern aus Österreich hat zwei Mal Gold bei den Olympischen Spielen und zwei Mal den Gesamtweltcup gewonnen
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Der jüngste Skiflugweltmeister aller Zeiten: Gregor Schlierenzauer. Außerdem gewann er noch ein Mal den Gesamtweltcup
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Am 29. Dezember 2002 hatte Sven Hannawald am "deutschen Berg" in Oberstdorf triumphiert - es war der bislang letzte deutsche Sieg bei einem Tourneespringen. Damals war auch Martin Schmitt schon dabei, der diesmal mit seinen 125,5 Metern erstmals seit langem bester Deutscher war.

"Deutlicher Schritt von Martin nach vorn"

"Das war ganz gut, ein entschlossener Sprung bei schwierigen Bedingungen. Ich habe derzeit nicht so ganz die stabile Form und muss mir alles erarbeiten", sagte Schmitt. Der Routinier hatte sich in einem Sondertrainingslager in Lilleammer auf seine 16. Tournee vorbereitet.

"Das war ein deutlicher Schritt von Martin nach vorn", kommentierte Schuster. Er konnte allerdings mit dem 27. Rang des ebenfalls als Sieganwärter gehandelten Severin Freund (Rastbüchl/117,5 Meter) nicht zufrieden sein.

Zudem schafften Maximilian Mechler (Isny/123,5), Stephan Hocke (Schmiedefeld/118,5), Markus Eisenbichler (Siegsdorf/113,5), Andreas Wank (Oberhof/110,5), und David Winkler (Winterberg/109,5) den Sprung in den Wettbewerb der besten 50.

Neumayer vom Winde verweht

Routinier Michael Neumayer (Berchtesgaden/105,5) schied überraschend aus. Schuster war frustriert: "Michael hatte die schwierigsten Bedingungen von allen, ihn hätte man zu dem Zeitpunkt nicht springen lassen dürfen."

Pascal Bodmer (Meßstetten/114), Daniel Wenig (Berchtesgaden/113) und Felix Schoft (Partenkirchen/103) verpassten ebenfalls die Qualifikation.

Auch am Freitag ist Schneefall und Wind in Oberstdorf vorhergesagt. Sie wird spannend, die Jagd nach der Sonderprämie von einer Million Schweizer Franken für den, der alle vier Tourneespringen gewinnt - und Richard Freitag und Co müssen sich deutlich steigern.

Die K.o.-Duelle der deutschen Springer

Richard Freitag (Aue) - Wolfgang Loitzl (Österreich)

Severin Freund (Rastbüchl) - Yuta Watase (Japan)

Maximilian Mechler (Isny) - Jewgenij Lewkin (Russlannd)

Markus Eisenbichler (Siegsdorf) - Martin Schmitt (Furtwangen)

Andreas Wank (Oberhof) - Tom Hilde (Norwegen)

David Winkler (Winterberg) - Anders Bardal (Norwegen)

Stephan Hocke (Schmiedefeld) - Jakub Janda (Tschechien)

Die Termine der Vierschanzentournee


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