Mindestens sechs neue Disziplinen

Frauen-Skispringen ab 2014 olympisch

SID
Mittwoch, 06.04.2011 | 16:43 Uhr
Ab 2014 dürfen auch Frauen bei Olympia mitspringen, wie hier die Französin Caroline Espiau
© Getty
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Die Frauen stürmen bei den Olympischen Winterspielen die letzte Bastion der Männer: Skispringen zählt zu den mindestens sechs neuen Disziplinen, die 2014 im russischen Sotschi im Programm stehen sollen.

Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sprach sich außerdem für Ski-Halfpipe Männer und Frauen, Biathlon-Mixed, eine Staffel im Rodeln und den Teamwettbewerb im Eiskunstlauf aus.

Fünf weitere Wettbewerbe könnten in den nächsten Wochen nach technischen Klärungen hinzukommen. 2010 in Vancouver gab es 86 Entscheidungen.

"Zusätzliche Chance auf Medaillen"

"Das ist eine gute Auswahl, die der deutschen Olympiamannschaft neue Chancen eröffnet. Diese werden unsere Athletinnen und Athleten 2014 hoffentlich nutzen, um die Leistungsfähigkeit des deutschen Wintersports zu unterstreichen", kommentierte IOC-Vize Thomas Bach als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Er dachte dabei vor allem an die deutschen Domänen Biathlon und Rodeln sowie Skispringen.

"Diese vierte olympische Disziplin ist für uns ein schönes Geschenk, denn 2014 ist Rodeln 50 Jahre olympisch", meinte Josef Fendt, Präsident des Rodler-Weltverbandes FIL, zweimaliger Weltmeister und Olympiazweiter 1994.

"Nun haben wir eine zusätzliche Chance auf eine Medaille", sagte Olympiasiegerin Tatjana Hüfner nach Aufnahme der Team-Staffel, die 2008 in Oberhof im WM-Programm stand.

Frauen-Skispringen: Keine Sicherheitsbedenken mehr

Das Skispringen wurde laut IOC aufgenommen, weil keine Sicherheitsbedenken mehr bestehen. IOC-Sprecher Christoph Dubi: "Statt einer Handvoll wie bei der letzten Ablehnung der Aufnahme ins Programm gibt es inzwischen rund 30 Athletinnen, die zwischen 70 und 90 Meter springen können."

Im Eiskunstlaufen besteht das sechsköpfige Team aus Einzelstartern bei Männern und Frauen, Paarläufern und Eistänzern. Erstmals ausgetragen wird dieser neue Wettbewerb bei der Premiere der olympischen Jugend-Winterspiele 2012 in Innsbruck.

Den Kreis der derzeit 110 IOC-Mitglieder erweiteren sollen Jose Perurena Lopez (Spanien), Gerardo Werthein (Argentinien) und Barbara Kendall (Neuseeland).

Sie müssen jedoch von der IOC-Exekutive Anfang Juli in Durban/Südafrika noch bestätigt werden. An gleicher Stelle werden am 6. Juli die Winterspiele 2018 vergeben. Kandidaten sind neben München der laut Bach "leichte Favorit" Pyeongchang/Südkorea sowie Annecy/Frankreich.

München-OB Ude "gegen" Annecy

Ähnlich wie München 2018 mit dem Bürgerentscheid am 8. Mai in Garmisch-Partenkirchen steht vielleicht auch Annecy ein Votum der Bevölkerung ins Haus.

Nicht nur Münchens Oberbürgermeister Christian Ude bekam am Mittwoch vor dem IOC-Tagungshotel in London eine Verlautbarung der Olympia-Gegner von Annecy 2018 in die Hand gedrückt. "Ich habe dann auch ein Foto mit dem Plakat NO Olympia Games in Annecy mit mir machen lassen", erzählte Ude belustigt.

Annecy ließ umgehend wissen, man nehme das alles nicht so ernst. Staatspräsident Nicolas Sarkozy persönlich werde bei der IOC-Entscheidung über die Olympiastadt 2018 in Durban erscheinen.

Schiffbruch für Nicolas Sarkozy?

Vieles spricht dafür, dass Sarkozy und Annecy ähnlich Schiffbruch erleiden werden wie Chicago mit US-Präsident Barack Obama 2009 beim Bemühen um die Sommerspiele 2016 (Rio de Janeiro).

Und wenig deutet darauf hin, dass Sarkozy so erfolgreich werden könnte wie Russlands Präsident Wladimir Putin zwei Jahre zuvor bei Sotschis erfolgreichem Anlauf auf die Winterspiele 2014.

In London wird am Donnerstag zur Präsentation von München und seinen Mitbewerbern der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zur deutschen Delegation gehören.

13.140 Unterschriften gegen Spiele in Annecy

In der 60.000-Einwohner-Stadt Annecy, die laut der Initiative Anti-Olympia vor dem Bankrott stehen soll, wurden bisher 13.140 Unterschriften gegen die Spiele gesammelt.

Die Olympiagegner in Annecy behaupten, nur 51 Prozent der Bevölkerung seien für Spiele in Annecy, die vor allem der Bürgermeister gewollt habe.

Stadtratsmitglied Phillippe Metral Boffod kündigte an: "Tausende in Annecy haben genug von dieser Show und dem finanziellen Missmanagement. Wir planen in den kommenden Wochen eine Reihe von Aktionen, um auch bei IOC-Mitgliedern gehört zu werden."

Der Gesamt-Weltcup 2010/11 bei den Männern

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