Team-Wettbewerb ohne die "Golden Girls"

DSV-Team ohne Riesch, Rebensburg und Hölzl

SID
Dienstag, 15.02.2011 | 13:45 Uhr
Maria Riesch wird sich schonen und nicht am Team-Wettbewerb teilnehmen
© Getty
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Der Team-Wettbewerb gilt als Stiefkind der WM. Doch Deutschland wurde 2005 immerhin Weltmeister, und Felix Neureuther sagt, eine Medaille sei nun mal eine Medaille. Problem: Die Deutschen fahren ohne ihre "Golden Girls".

Felix Neureuther kennt das Gefühl. Er war schließlich schon Weltmeister, einer der sechs ersten seiner Art, und er ist der letzte von damals, der noch fährt. "Es war etwas unglaublich Schönes, ganz toll", erinnert sich der 26-Jährige beinahe schwärmerisch.

Bei der WM 2005 in Bormio gewannen die deutschen Ski-Rennläufer am letzten Tag sensationell Gold im "Nations Team Event". Es war damals die Premiere, zum ersten Mal fuhren die Ski-Rennläufer, die sich sonst als Einzelkämpfer verstehen, gemeinsamen um die Medaillen. "Die Medaille als Team-Weltmeister hat für mich einen ganz großen Stellenwert", versichert Neureuther.

Riesch, Rebensburg und Hölzl fehlen

Eine andere Medaille hat Neureuther noch nicht, und ob ausgerechnet am Mittwoch eine weitere dazukommt, ist fraglich. Die deutsche Mannschaft, die sich im Vorfeld der WM zu den Favoriten zählen durfte, muss ohne die "Golden Girls" auskommen.

Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg war krank, Weltmeisterin Kathrin Hölzl ist noch krank - beide werden am Mittwoch nicht starten und sich schon auf den Riesenslalom am Donnerstag vorbereiten. Auch Maria Riesch fehlt, auf Rat von Mannschaftsarzt Johannes Scherr.

"Die Entscheidung habe ich schweren Herzens getroffen, aber ein Rückfall wäre für mich tödlich gewesen", sagte sie, betonte aber: "Ich denke, dass eine Medaille möglich ist."

"Jeder möchte da eine Medaille"

"Wenn die Jungs gut fahren, können wir das kompensieren", sagt Wolfgang Maier, der deutsche Alpindirektor. Der Mannschaftswettbewerb ist ja so etwas wie ein Stiefkind der WM, nicht sonderlich beliebt, angeblich, doch auch dem will Maier widersprechen.

"Es heißt immer, den nimmt so richtig keiner ernst, aber jeder möchte da eine Medaille, da bin ich mir todsicher." Ja, genau so ist es, beteuert Neureuther: "Jeder von uns Sportlern hasst es zu verlieren. Eine Medaille ist das größte Ziel eines jeden Sportlers."

Es stimmt schon, ergänzt er, "eine Einzelmedaille hat einen ganz anderen Stellenwert", aber das ändert nichts daran, dass er sich dennoch als Weltmeister fühlt.

Neu: Parallel-Riesenslalom

Als Neureuther, Florian Eckert, Andreas Ertl, Hilde Gerg, Martina Ertl und Monika Bergmann 2005 Gold gewannen, war der "Nations Team Event" eine Mischung aus Super-G- und Slalom-Läufen. Jetzt wird ein Parallel-Riesenslalom gefahren, je zwei Frauen und Männer treten pro Nation an, und die Medaillengewinner werden im K.o.-System ermittelt.

"Das ist kurz und knackig und macht beim Zuschauen Spaß", glaubt der deutsche Männer-Cheftrainer Karlheinz Waibel. Kurz, knackig und ein Spaß für die Zuschauer: Dem Ski-Weltverband wäre das sehr recht, weil er den Ski-Rennsport populärer machen will, was er ja auch mit Rennen wie dem Parallel-Slalom in München versucht.

In Bestbesetzung Chancen auf Gold

Die deutsche Mannschaft hätte grunsätzlich sehr gute Chancen besessen, am Mittwoch sogar Gold zu gewinnen. Neureuther hat Spaß am Team-Event und am Kampf Mann gegen Mann sowieso, und Fritz Dopfer, der zweite deutsche Mann, ist keiner, von dem man annehmen muss, dass er die anderen blamiert.

Der junge Stefan Luitz gewann im vergangenen Jahr immerhin Riesenslalom-Silber bei der Junioren-WM. Maria Riesch, Viktoria Rebensburg und Kathrin Hölzl heißen am Mittwoch jetzt allerdings Lena Dürr, Veronique Hronek und Veronika Staber. Stark sein können die Deutschen deshalb nur gemeinsam. Aber das ist ja auch der Sinn der Sache.

Deutschland gegen Slowakei

Nach einem Nachmittag voller Irritationen und Diskussionen legte der Internationale Ski-Verband FIS indes die Ausscheidung fest: Der Mannschaftswettbewerb läuft anders ab als zunächst angenommen. Daraus ergibt sich: In der ersten Runde trifft die deutsche Mannschaft auf die Slowakei, im Viertelfinale wäre Frankreich der Gegner.

Ursache für das Durcheinander: Von den 16 Verbänden, die gemäß ihrer Position in der Weltcup-Nationenwertung startberechtigt sind, meldeten fünf mangels zur Verfügung stehender Läufer keine Mannschaft.

Deutschland als die sechstebeste Nation hätte eigentlich gegen Slowenien antreten sollen (11.) - die Slowenen allerdings verzichteten auf eine Teilnahme. Ursprünglich wäre damit die DSV-Mannschaft kampflos in die nächste Runde eingezogen. Gegner im Viertelfinale wäre Frankreich.

Die Paarungen in der ersten Runde:

1. Österreich - kein Gegner

2. Kroatien - Kanada

3. USA - kein Gegner

4. Italien - kein Gegner

5. Frankreich - kein Gegner

6. Deutschland - Slowakei

7. Schweden - Tschechien

8. Schweiz - kein Gegner

Viertelfinale: Österreich - Kroatien/Kanada, USA - Italien, Frankreich - Deutschland/Slowakei, Schweden/Tschechien - Schweiz

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