München 2018 weist Vorwürfe zurück

SID
Dienstag, 01.02.2011 | 19:22 Uhr
Neuer Ärger um München 2018: Bernhard Schwank weist Vorwürfe zurück
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Die Bewerbungsgesellschaft um Olympia 2018 in München hat die Vorwürfe des Bund Naturschutz (BN) in Bayern und des Deutschen Naturschutzrings (DNR) als haltlos bezeichnet.

Die Bewerbungsgesellschaft um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in München 2018 hat die Vorwürfe des Bund Naturschutz (BN) in Bayern und des Deutschen Naturschutzrings (DNR) scharf zurückgewiesen.

"Das Bid Book ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses, an dem rund 200 Experten beteiligt waren. Die Inhalte wurden von Ministerien in Land und Bund geprüft. All diese Fachleute der Lüge zu bezichtigen, ist schon ein starkes Stück. Und natürlich völliger Unsinn", sagte Geschäftsführer Bernhard Schwank.

"Wenn der DNR uns heute unterstellt, wir hätten ihn zu Unrecht im Bid Book genannt, dann ist das nicht richtig", so Schwank weiter, der DNR habe in der Fachkommission Umwelt mitgearbeitet.

Umweltkonzept einstimmig verabschiedet

"Die Signale seitens des DNR gingen eindeutig in Richtung einer weiteren kritischen Begleitung der Bewerbung. Entsprechend nahm der Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz weiterhin auch als DNR-Vertreter an der Sitzung der Fachkommission Umwelt am 8. August teil", sagte Michael Vesper, Aufsichtsratsvorsitzender der Bewerbungsgesellschaft. "Bei dieser Sitzung wurde das Umweltkonzept einstimmig, auch mit Zustimmung des DNR-Vertreters verabschiedet."

Falsch sei auch die Stellungnahme des BN zum Budget der Spiele. Er bewerte in unzulässiger Weise Ausgaben für Investitionen oder Infrastrukturmaßnahmen, die gar nicht durch die Olympischen und Paralympischen Spiele ausgelöst würden als Olympiaausgaben, so die Bewerbungsgesellschaft.

Konkrete Kritik im Vorfeld seien sehr wohl beachtet worden. "Wir haben das Mediendorf in Garmisch-Partenkirchen umgeplant und dies entsprechend auch im Bid Book aufgenommen", erklärte Schwank. Im Übrigen habe der BN stets die Möglichkeit gehabt, durch eine Teilnahme in der Fachkommission Umwelt auf die Bewerbung Einfluss zu nehmen.

Scharfe Kritik von Umwelt-Verbänden

Der BN und die Gesellschaft für ökologische Forschung (GöF) hatten in einer Mitteilung scharfe Kritik geübt. "Dieses Buch bestätigt unsere bisherige Kritik an der Bewerbung noch mehr als wir erwartet hatten: überprüfbare Fakten sind rar, stattdessen stößt man auf Fehler und permanente Übertreibungen", hieß es darin. Christian Hierneis, BN-Vorsitzender der Kreisgruppe München und Hauptautor der Stellungnahme, erklärte: "Bestehende Probleme werden ignoriert oder schöngeredet und wesentliche Fakten werden weggelassen - das Bid Book ist nichts weiter als ein Märchenbuch und macht insgesamt einen unprofessionellen Eindruck."

Wolfgang Zängl von der GöF ergänzte: "Die Olympischen Lügen werden im wahrsten Sinne des Wortes immer unglaublicher und wir werden alles Nötige zu deren Entlarvung tun." Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN forderte eine "offizielle Korrektur des Bid Books durch die Bewerbungsgesellschaft, in der unter anderem richtig gestellt wird, dass der DNR nicht mehr dabei ist".

Die echten Kosten würden, so der BN, "nach wie vor mehr verschleiert als offengelegt". Andreas Keller vom BN Garmisch-Partenkirchen betonte hierzu: "Gerade Garmisch ist in jeder Hinsicht, und ganz besonders finanziell, mit der Umsetzung der Olympischen Spiele überfordert."

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