Was machen die Oldies im Skisprung-Weltcup?

Die Suche nach dem Optimum

Von Martin Gödderz
Donnerstag, 24.02.2011 | 13:59 Uhr
Lang, lang ist's her. Anno 2001: Martin Schmitt, Adam Malysz und Noriaki Kasai (v.l.) auf dem Podest
© Getty
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Während Adam Malysz noch immer zur absoluten Weltspitze gehört, gelingt Martin Schmitt - mal wieder - relativ wenig. Janne Ahonen springt so schlecht wie noch nie, Wolfgang Loitzl macht es ganz wie damals. Noriaki Kasai wird nie älter. Die Oldies im Skisprung-Weltcup - haben sie den Absprung verpasst oder erleben sie den x-ten Frühling?

Noriaki Kasai (38)

Größte Erfolge: Silbermedaille Olympia 1994 (Team), Skiflug-Weltmeister (1992)

Der Oldie der Oldies. Kasai ist der mit Abstand älteste Springer im Weltcup. Bereits seit mehr als 20 Jahren ist der Japaner dabei. Sein Debüt im Weltcup gab er nur vier Jahre nach Dieter Thoma, der bekanntlich schon vor 11 Jahren zurücktrat.

Der 38-Jährige startete furios in die Saison. Gleich beim ersten Springen dieser Saison in Kuusamo belegte er den dritten Platz. Danach fielen seine Ergebnisse deutlich ab. Das letzte Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen ließ er aus, um sich für das ihm so wichtige Springen in Sapporo vorzubereiten, wo er 11. und 14. wurde.

Für die ganz großen Einzel-Resultate reicht es nicht mehr, im Team ist Kasai mit all seiner Erfahrung aber noch immer Gold wert. Für die Ski-WM in Oslo steht er jedenfalls im japanischen Aufgebot.

SPOX meint: Kasai scheint wirklich nicht zu altern. Er gab jetzt sogar bekannt, bis Olympia 2014 weitermachen zu wollen. Er gehört weiterhin konstant zu den Top 30 der Skispringer. Warum also aufhören?

Janne Ahonen (33)

Größte Erfolge: Vierschanzentournee-Sieger (1999, 2003, 2005, 2006, 2008), Gesamtweltcup-Sieger (2004, 2005)

Der Finne, der mit 16 Jahren bereits seinen ersten Weltcupsieg einfuhr, ist einer der erfolgreichsten Springer aller Zeiten. Fünfmal gewann er die Vierschanzentournee, so häufig wie kein anderer Springer.

2008 schließlich trat er zurück und veröffentlichte ein Jahr später seine viel diskutierte Autobiographie, in welcher der Finne von radikalen Diäten und Alkoholeskapaden in der Skispringer-Szene erzählte.

In der Saison 2009/2010 gab der Routinier sein Comeback bekannt und erreichte gleich wieder den zweiten Platz bei der Vierschanzentournee. In dieser Saison springt Ahonen allerdings so schlecht wie lange nicht. Abgesehen vom fünften Platz beim Neujahrs-Springen in Garmisch ließen seine Resultate zu wünschen übrig. Im Weltcup steht Ahonen auf dem 35. Platz, schlechter war er nur bei seiner Debütsaison (50.).

SPOX meint: Eventuell war das Comeback doch keine so gute Idee. Ahonen springt für seine Verhältnisse äußerst schwach. Seine Landsmänner Larinto und Hauttamäki und Larinto stellen ihn deutlich in den Schatten.  Janne, hör auf!

Adam Malysz (33)

Größte Erfolge: Gesamtweltcup-Sieger (2001, 2002, 2003, 2007), Vierschanzentournee-Sieger (2001)

Mit 33 Jahren immer noch einer der besten Springer der Welt. Malysz ist in Polen ein Held. Das Skispringen in Polen ist auf ihn angewiesen, weil der Nachwuchs fehlt. Der 33-Jährige erreichte in seiner Karriere bisher nahezu alles. Er ist Vierschanzen-Tournee Sieger (2001), viermaliger Gesamtweltcup-Sieger, sowie viermaliger Weltmeister. Lediglich bei Olympia reichte es bislang "nur" zu vier Silbermedaillen.

Zugegeben: Malysz debütierte zwar 1994, seine Karriere kam aber erst 2000 so richtig in Gang, vorher war der Pole kein Name im Weltcup-Zirkus. Seitdem bringt er aber nahezu jede Saison Top-Leistungen.

In diesem Winter gelang ihm zwar noch kein einziger Sieg, sieben Mal stand er aber auf dem Podest und erreichte bei der Vierschanzen-Tournee den sechsten Rang.

SPOX meint: Malysz ist noch immer der beste Oldie. Der 33-Jährige gehört weiterhin zur absoluten Weltspitze. Der Pole hat noch zwei, drei gute Jahre in sich. In diesem Jahr ist er ein ganz heißer Anwärter auf den WM-Titel.

Jakub Janda (32)

Größte Erfolge: Vierschanzentournee-Sieger (2006), Gesamtweltcup-Sieger (2006)

Kaum ein Athlet ist schon so lange im Weltcup dabei wie der Tscheche. Janda springt bereits seit 14 Jahren. In der Saison 2005/2006 gewann er sowohl den Gesamtweltcup wie auch, punktgleich mit Janne Ahonen, die Vierschanzentournee.

Die besten Jahre des Routiniers scheinen gezählt. Nach seiner bombastischen Saison 2005/2006 gelang dem WM-Silbermedaillengewinner von 2005 kein Sieg mehr. Nichtsdestotrotz war er lange Zeit noch immer der beste tschechische Springer.

Mittlerweile haben ihm aber Jan Matura und vor allen Dingen der talentierte Roman Koudelka den Rang abgelaufen. Sein bestes Resultat in diesem Winter war ein 15. Platz in Engelberg.

SPOX meint: Der Sportlehrer sollte eventuell an ein Karriereende denken und die jungen tschechischen Springer fördern. Janda macht nicht mehr den Eindruck, als könne er noch einmal in die Top 20 der Welt zurückkehren.

Wolfgang Loitzl (30)

Größte Erfolge: Goldmedaille Olympia 2010 (Team), Vierschanzentournee-Sieger 2009

Der Österreicher, der vor 13 Jahren im Weltcup debütierte, galt lange Zeit als die ewige Nummer zwei. Er war zwar ein konstanter Springer, gewann aber bis 2009 nie ein Springen. Dann aber klappte es plötzlich gleich drei Mal, jeweils bei der Vierschanzentournee. Logische Folge: Der Tournee-Sieg 2009.

Seitdem gewann er nur noch zwei Events, unter anderem das bei der WM 2009. Der Mann mit dem wunderschönen Flugstil hadert in dieser Saison ein wenig mit sich selbst. Seine Leistungen sind unbeständig.

In einer ungemein starken österreichischen Mannschaft kann sich der viermalige Team-Weltmeister seiner Teilnahme in Oslo nicht ganz sicher sein. Seine Erfahrung sollte dem Team aber weiterhelfen. Loitzl ist einer, der sich gut unterordnen kann.

SPOX meint: Sieht man einmal von seiner sensationellen Saison 2008/2009 ab, dann ist Loitzl der gleiche Skispringer wie noch vor 10 Jahren. Der 30-Jähriger ist ein ruhiger, verlässlicher Mann, der sicher noch ein paar gute Jahre vor sich hat.

Martin Schmitt (32)

Größte Erfolge: Goldmedaille Olympia 2002 (Team), Gesamtweltcupsieger (1999, 2000)

"Wenn ich an mein Optimum heran komme, dann kann ich vorne mitspringen", sagte Schmitt vor der Saison im SPOX-Interview. Bisher erreichte der zweimalige Weltcup-Gesamtsieger das Optimum wenn überhaupt nur einmal, als er in der Windlotterie von Garmisch Siebter wurde. Ansonsten verläuft die Saison für Schmitt desolat, wieder einmal.

Es ist nicht der erste enttäuschende Winter für die einstige deutsche Nummer eins. Seit 2002 konnte der mittlerweile 32-Jährige kein Weltcup-Springen mehr gewinnen. Schmitt selbst erklärte: "Ich träume auch nicht mehr von irgendwelchen Erfolgen." Abgesehen von einigen Ausreißern nach oben geht die Karriere von Schmitt, der den Weltcup von 1998 bis 2000 dominierte, langsam bergab.

Viele legten Schmitt bereits das Karriereende nahe, doch der Deutsche gab bekannt, dass er sich vorstellen könne, auf jeden Fall bis 2012 weiterzumachen. Ist das sinnvoll?

SPOX meint: Man darf Schmitt nicht mehr als Aushängeschild des kriselnden deutschen Skisprungs ansehen. Der frühere "Golden Boy" hängt die Erwartungen an sich selbst auch nicht mehr zu hoch. Letztlich gilt aber das, was Sven Hannawald bereits meinte: "Ich sage: Solange er selbst weitermachen will, soll er das tun und nicht auf andere hören." Schmitt ist kein Siegspringer mehr. Wenn er aber noch immer Spaß am Springen hat, soll er ruhig weitermachen.

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