Dopingverdacht gegen vier Atlethen

Schatten über der Tour de Ski

SID
Samstag, 01.01.2011 | 12:45 Uhr
Bundestrainer Jochen Behle reagierte vorerst gelassen auf die Entwicklungen
© Getty
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Bei denen von der Tour de Ski ausgeschlossenen Skilangläufern um Maxim Wylegschanin waren zu hohe Blutwerte der Grund für die Sperre. Dies bestätigte FIS-Renndirektor Jürg Capol.

Das Doping-Gespenst geistert wieder durch die Liope: Der Ausschluss von Vizeweltmeister Maxim Wylegschanin und drei weiteren Skilangläufern wirft einen Schatten auf die Tour de Ski. FIS-Renndirektor Jürg Capol bestätigte, dass bei allen vier Sportlern zu hohe Blutwerte der Grund für eine fünftägige Schutzsperre waren.

"Bei drei der Athleten haben wir schon in der Vergangenheit erhöhte Werte festgestellt. Wenn es dafür genetische Gründe gibt, kann man das eintragen lassen. Das ist bei diesen drei aber nicht der Fall", sagte der Schweizer.

Die vier Fälle sorgen bei den Athleten für Spekulationen. "Wenn so etwas passiert, macht man sich immer seine Gedanken. Mehr sage ich dazu nicht. Das könnte sonst hässlich werden", sagte Doppel-Olympiasieger Petter Northug am Freitag. Der Norweger hatte kurz vor Weihnachten in La Clusaz überraschend den Schlussspurt gegen Wylegschanin verloren. Für den Russen war es nach sechs Jahren im Weltcup der erste Sieg.

Behle: "Abwarten, was Untersuchungen ergeben"

Bundestrainer Jochen Behle reagierte dagegen gelassen auf die Entwicklungen: "Ich sehe das nicht als Sperre, sondern als Schutz für die Athleten. Man muss erstmal abwarten, was die Untersuchungen ergeben." Für Wylegschanin sei das schon allein aus sportlicher Sicht schlecht. Er falle nun für alle Rennen der Tour aus und verliere im Gesamtweltcup den Anschluss.

Wylegschanin, WM-Zweiter über 50 km und im Gesamtweltcup aktuell auf Platz vier, war vor dem Prolog in Oberhof der Start wegen zu hoher Hämoglobinwerte verweigert worden. Dasselbe Schicksal ereilte den Slowaken Martin Bajcicak sowie die beiden Esten Kein Einaste und Algo Karp.

Das Protein Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport im Blut zuständig. Zu hohe Werte können auf Höhentraining, aber auch auf Doping schließen lassen. Der zulässige Grenzwert liegt bei Männern bei 17,0 Gramm pro 100 ml Blut. Ein Überschreiten ist keine Seltenheit: Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin hatte eine Schutzsperre gegen Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) für Schlagzeilen gesorgt. Die zweimalige Olympiasiegerin durfte nach langem Hickhack schließlich starten und holte mit der Staffel Silber.

Herrmann und Teichmann starten stark

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