Ingo Steuer: Mit Lockerheit zum Erfolg

SID
Freitag, 07.01.2011 | 13:56 Uhr
Ingo Steuer (l.) holte 1998 bei der Olympiade in Nagano Bronze im Paarlauf
© Getty
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Nach einem olympischen Winter ohne Titel will Paarlauftrainer Ingo Steuer seine Ex-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz lockerer als bislang zu alten Erfolgen zurückführen.

Er reiste leicht verspätet nach Oberstdorf an, seine Schützlinge fehlten bei der Auslosung der DM-Startreihenfolge - kleine Indizien, dass der Disziplinfanatiker Ingo Steuer seine olympische Lektion von Vancouver gelernt hat.

Bei den Winterspielen in Kanada zerbrachen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy noch am immensen Druck ihres Trainers, statt Gold gab es Bronze. Und auch bei den Europa- und Weltmeisterschaften konnten die Chemnitzer ihre Titel nicht verteidigen.

"Ab und zu mal Luft holen"

Zwar soll nun der gemeinsame Weg zu Olympia 2014 in Sotschi weitergehen, aber unter anderen Vorzeichen. "Wir sind keine Hobbysportler geworden, aber in der Halle einschließen werden wir uns nicht mehr. Und wir werden ab und zu mal Luft holen", sagt der Coach, der bereit zu sein scheint, sich langsam von seiner oft kontraproduktiven Verbissenheit zu lösen.

Bislang haben seine Schützlinge diese ersten kleinen Zugeständnisse mit Spitzenleistungen zurückgezahlt. Drei Starts, drei Siege - mit einer makellosen Bilanz durften die Sachsen den Jahreswechsel feiern. Besonders der noch in Vancouver hart kritisierte Szolkowy wird von seinem Trainer weit weniger ruppig als früher angefasst. Schließlich kämpft der Paarlauf-Senior auch gegen die Zeit, in Sotschi wäre der Hobby-Motorradfahrer bereits 34 Jahre alt.

Die schrittweise Lockerung hat bei Szolkowy, der nach Vancouver seinem Karriereende gedanklich schon sehr nahe war, nach eigenem Bekunden geradezu einen Motivationsschub ausgelöst: "Es macht wieder richtig Spaß, auf dem Eis zu stehen."

Und sollte der Halb-Tansanier doch einmal physisch oder psychisch in ein Loch fallen, mag Steuer sogar eine längere Pause nicht völlig ausschließen: "Es ist durchaus denkbar, dass wir mal ein halbes Jahr oder auch eine ganze Saison keine Wettkämpfe laufen und Pause machen."

Mit "Pink Panther" zum Erfolg

Was aber schon deshalb schade wäre, weil er seinen Läufern im vergangenen Sommer auch mehr Einfluss denn je auf die Wahl der neuen Programme einräumte. Und dass speziell die Kür zur legendären Filmmusik "Pink Panther" vom Publikum, aber auch von den Preisrichtern sehr gut angenommen wird, daran hat auch Savchenko ihren Anteil. "Das war meine Idee", sagt die Ukrainerin, Steuer widerspricht nicht.

Und da passt es irgendwie ins Bild, dass kürzlich bei einem Wasserschaden in Steuers Büro in der Chemnitzer Eishalle am Küchwald zahlreiche alte Bücher, Fotos und Dokumente des 44-Jährigen erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Allesamt Belege einer Vergangenheit, die er behutsam scheinbar hinter sich lässt.

Savchenko/Szolkowy streben Paarlauf-Titel an

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