Neureuther in München auf Rang vier

SID
Sonntag, 02.01.2011 | 18:31 Uhr
Der 26-jährige Felix Neureuther ist bisland insgesamt siebenfacher Deutscher Meister
© Getty
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Felix Neureuther hat im Parallel-Slalom in München Platz vier belegt. Im kleinen Finale musste sich der Partenkirchner Bode Miller geschlagen geben. Maria Riesch schied früh aus.

Fahren durfte sie nur zweimal, aber Maria Riesch machte gute Miene zum sportlich bösen Spiel. "Das ist echt der Wahnsinn", sagte die Doppel-Olympiasiegerin mit glänzenden Augen. Vor 25.000 Zuschauern war sie beim spektakulären Weltcup-Parallel-Slalom im Münchner Olympiapark schon in der ersten Runde gescheitert, das Ambiente aber fesselte die Partenkirchnerin.

Auch das Publikum war trotz des frühen Scheiterns der deutschen Ski-Königin hellauf begeistert vom packenden Flutlicht-Spektakel auf dem rund 60 Meter hohen Olympiaberg. "Das ist einmalig schön", sagte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude.

Niederlage gegen Miller

Von den insgesamt vier deutschen Startern machte es Felix Neureuther im Duell Mann gegen Mann am besten. Nachdem Maria Riesch, Susanne Riesch und Viktoria Rebensburg gleich im Achtelfinale gescheitert waren, schaffte es der Partenkirchner immerhin bis ins kleine Finale.

Dort unterlag er Bode Miller aus den USA, als Trostpflaster blieben dem 26-Jährigen aber 50 Punkte für den Gesamtweltcup und 10.000 Schweizer Franken (8000 Euro) Preisgeld. "Das Leben ist kein Wunschkonzert", sagte Neureuther, der insgeheim auf einen Sieg im Olympiapark gehofft hatte.

Die jeweils 100 Punkte für den Gesamtweltcup und 40.000 Schweizer Franken Siegprämie holten sich Maria Pietilä-Holmner aus Schweden sowie Ivica Kostelic aus Kroatien.

Pietilä-Holmner gewann das Finale gegen Tina Maze aus Slowenien, im Kampf um Platz drei siegte Elisebeth Görgl aus Österreich gegen Daniela Merighetti aus Italien, an der Maria Riesch in der ersten Runde gescheitert war. Kostelic setzte sich auf dem nur 15 Fahrsekunden langen Kurs im Finale gegen Julien Lizeroux aus Frankreich durch.

Patzer kostet Riesch das Weiterkommen

Maria Riesch hatte sich auf dem nur rund 200 Meter langen Kurs im ersten Lauf einen Vorsprung gegen Daniela Merighetti aus Italien erkämpft, im zweiten aber ging alles schief.

Aus der Startmaschine kam die Doppel-Olympiasiegerin noch gut heraus, dann blieb sie aber früh an einem der 19 Tore hängen, kam aus dem Konzept und schied aus. Trotzdem war sie vom Münchner Ski-Happening begeistert: "Das ist echt eine super Veranstaltung. So hin und wieder ist sowas echt gut und wichtig."

Deutsche Frauen schwach

Susanne Riesch und Viktoria Rebensburg erging es nicht besser. Susanne Riesch verpatzte den zweiten Lauf gegen Lindsey Vonn, nachdem sie im ersten noch zeitgleich mit der Amerikanerin über die Ziellinie auf dem Grund des ausgelassenen Olympiasees gefahren war.

Olympiasiegerin Rebensburg verpatzte gleich den ersten Lauf gegen die Schwedin Maria Pietilä-Holmner und schied im zweiten aus. Trotzdem waren beide begeistert: "Es war unglaublich!", sagte Susanne Riesch angesichts der Atmosphäre. "Das ist eine super Sache für den Skisport", ergänzte Rebensburg. So oder ähnlich äußerten sich alle Läufer.

Vonn macht nur 15 Punkte auf Riesch gut

Weil Lindsey Vonn im Viertelfinale ausschied, konnte sie nur 15 Punkte im Gesamtweltcup auf Maria Riesch gutmachen. Riesch geht mit einem Vorsprung von 106 Punkten in das Rennen am Dienstag im kroatischen Zagreb - dann wird wieder "normal" Slalom gefahren.

Das Rennen auf dem Olympiaberg war nicht das erste in einer Stadt: Berlin, München, Calgary, Wien und Moskau in den beiden vergangenen Wintern hatten in der Vergangenheit bereits Parellelslaloms veranstaltet - diesmal aber ging es erstmals um Punkte für den Gesamtweltcup.

Dies unterstreiche, welche Bedeutung das Rennen in München auf für den Internationalen Ski-Verband FIS habe, sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV). München steht bis mindestens 2014 im Weltcup-Kalender, ein bis zwei weitere Parallel-Rennen pro Saison sollen in Städten wie Toronto oder gar New York hinzukommen.

Felix Neureuther im Interview: "...der Aufschrei könnte brutaler nicht sein"

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