Tops und Flops vom Wochenende

Heiraten ist Mist!

Von Alexander Mey
Montag, 06.12.2010 | 13:57 Uhr
Miriam Gössner ist nicht verheiratet. Noch nicht. Also nicht zu sehr an den Namen gewöhnen
© Imago
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Endlich wieder Wintersport total! Komplette Schlechtwetter-Wochenenden bei Biathlon, Ski alpin, Skispringen und Co. vor dem Fernseher verbringen. Schon das erste Großkampf-Wochenende förderte einige Geschichten zutage - die Tops und Flops.

+ Riesch/Vonn, Riesch/Vonn, Vonn/Riesch

Eine Frage: Warum haben eigentlich mehr als 50 professionelle Skifahrerinnen am Wochenende den weiten Weg in die Rocky Mountains angetreten, um in Lake Louise an den Start zu gehen? Hätten sie sich sparen können, waren sowieso alle nur Statisten.

In Wahrheit fuhren nämlich nur Maria Riesch und Lindsey Vonn gegeneinander. Zweimal in der Abfahrt, einmal im Super-G. Zweimal war Riesch die Bessere, am Sonntag revanchierte sich Vonn. Selten hat die Formulierung "Best of the Rest" besser gepasst als auf die Drittplatzierten in den drei Rennen.

- Svendsen/Björndalen, Svendsen/Björndalen, Björndalen/Svendsen

Was die Alpin-Damen können, können die Biathlon-Herren schon lange. Die beiden Norweger Ole Einar Björndalen und Emil Hegle Svendsen dominierten den Auftakt in Östersund nach Belieben und machten die Siege unter sich aus.

Dass sie damit unter Flops auftauchen, liegt an Björndalens kuriosem Missgeschick im Sprint. Eigentlich hatte er nach fehlerlosem Schießen den Sieg sicher, doch dann stürzte er leider in der allerletzten Abfahrt und verlor das Rennen dadurch um lächerliche 3,9 Sekunden. Stinksauer war er, schmiss seine Stöcke wutentbrannt weg - und rächte sich nur einen Tag später mit dem Sieg in der Verfolgung. Vor Svendsen, versteht sich.

+ Achtung Lena, jetzt kommt Miri!

Da ist Magdalena Neuner mal eine Woche lang krank, schon drängt sich ein anderes sympathisches blondes Küken in den Biathlon-Fokus. Name: Miriam Gössner. Bisheriges Markenzeichen: Läuft wie der Teufel, trifft aber auf 50 Meter keinen Lieferwagen. Ist mal mit acht Fehlschüssen Junioren-Weltmeisterin geworden.

Eigentlich wollte sie Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle vor der Saison in sein Team holen, weil das mit dem Schießen beim Biathlon ja nicht so Gössners Domäne war. Jetzt ist sie in Östersund aber leider nach guten Schießleistungen zweimal Zweite geworden und voll im Biathlon-Geschäft. Dumm für Behle, gut für die Fans. Denn sie können schon am kommenden Wochenende in Hochfilzen verfolgen, wie sich Gössner im direkten Blondinen-Duell gegen Neuner schlägt.

- Namenssalat

Noch ein letztes Wort zum Thema Biathlon. Daran, dass eine Frau mit drei Ä's im Nachnamen mittlerweile die Weltspitze an der Nase herumführt - Kaisa Mäkäräinen gewann Sprint und Verfolgung mit beängstigender Überlegenheit -, kann man sich ja noch gewöhnen.

Aber dass andere Athleten in der Weltspitze plötzlich nicht mehr heißen, wie sie immer hießen, ist doch arg verwirrend. Die Deutschen haben es vorgemacht, als Frau Denkinger nach ihrer Hochzeit plötzlich Hauswald hieß und Frau Glagow plötzlich Beck. Jetzt machen die Schwedinnen den Kram mit. Frau Olofsson hieß erst Olofsson-Zidek und jetzt plötzlich nur noch Zidek. Frau Jonsson heißt nun auf einmal Ekholm. Anfangs denkt man noch, man habe neue Talente in den Ergebnislisten entdeckt, doch dann kommt die Ernüchterung. Fazit: Heiraten ist Mist, zumindest für den Namenssalat im Biathlon.

+ Wahnsinn in der Rinne

Rodeln und Bobfahren können die Deutschen. Das war schon immer so - und es wird sogar immer besser. Tatjana Hüfner hat am Wochenende das unfassbare Kunststück vollbracht, den 100. (in Worten: einhundertsten!) Weltcupsieg einer deutschen Rodlerin in Folge einzufahren. Die letzte Niederlage fügte die Österreicherin Andrea Tagwerker den Deutschen zu. Das war am Königssee und ist 13 Jahre her.

Nicht weniger historisch waren die Bobfahrer in Calgary unterwegs. Weltcup-Rookie Manuel Machata gewann schon sein zweites Saisonrennen und führte im Vierer sogar ein deutsches Trio an. Zweiter wurde Karl Angerer vor dem nächsten Rookie Maximilian Arndt. Drei deutsche Bobs in Nordamerika auf den Podestplätzen - das gab es in der Geschichte des Sports noch nie.

- Eher Pinguine als Adler

Es ist kein Spaß, den deutschen Skispringern zuzusehen. Wir haben ja nicht erwartet, dass sie gleich von Anfang an um Podestplätze mitspringen, aber ein bisschen mehr Lichtblicke hätten es schon sein dürfen. So wie in der Quali in Lillehammer, die Severin Freund gewinnen konnte. Aber in den Wettkämpfen gab es dann zumeist Geier Sturzflug. Besonders bitter ist es, den alten Haudegen Martin Schmitt und Michael Uhrmann bei ihrem Leiden zuzusehen. Freund und Michael Neumayer sorgen wenigstens noch für gelegentliche Lichtblicke, der Rest ist Schweigen.

+ So geht das!

Der letzte Top muss ebenfalls aus dem Skispringen kommen. Thomas Morgenstern ist im Überflieger-Team der Österreicher der Überflieger und sprang in Lillehammer die komplette Weltelite in Grund und Boden. Allein im Springen am Sonntag hatte er zehn Punkte Vorsprung auf den Zweiten.

Schön für ihn, dass er andere Stars wie Simon Ammann und Gregor Schlierenzauer im Moment so klar im Griff hat. Aber Vorsicht! Das war 2007 genauso, bis pünktlich zur Vierschanzentournee eine kleine Schwächephase kam. Und ausgerechnet die hat der Weltmeister und Olympiasieger noch nie gewonnen.

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