Snowboardstar zwischen Himmel und Hölle

Shaun White: "Ich erobere die Welt"

Von Linus Brüggemann
Donnerstag, 30.12.2010 | 17:03 Uhr
Shaun White ist der Herr der Lüfte: Er bringt den Sport mit seinen Tricks auf ein neues Level
© Getty
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Shaun White ist der König des Snowboardsports. An seiner sportlichen Ausnahmestellung gibt es keine Zweifel. Der Olympiasieger von Vancouver und Turin beherrscht die Szene nach Belieben. Doch an seiner Person scheiden sich die Geister. Der 24-jährige Kalifornier polarisiert wie kein Zweiter und hat gerade unter seinen Kollegen große Kritiker.

In den USA lieben sie die Show. Kein anderes Land beherrscht es, Events und Personen so zu hypen wie das Land der wohl noch immer unbegrenzten Möglichkeiten. Und zu einer perfekten, klischeehaften Show gehören natürlich auch ausgefallene Namen: Das Wunderkind, Flying Tomato oder The Animal. So lauten sie bei Snowboarder Shaun White, dem Nonplusultra des Snowboardsports.

Dabei sind die Leistungen und Selbstinszenierungen des 24-Jährigen so herausragend und atemberaubend, dass diese Namen eigentlich überflüssig sind, um ihn zu glorifizieren.

Man liebt oder hasst ihn - er polarisiert wie kein anderer der Szene. In Verbindung mit seinem Erscheinungsbild, das ihm völlig egal zu sein scheint, ist der Grat zwischen Coolness und Arroganz immer sehr schmal.

Und das häufige Überschreiten dieser Grenze macht White bei seinen Kontrahenten sehr unbeliebt, denn sein Auftreten wird dem sprunggewaltigen Amerikaner oft als Überheblichkeit ausgelegt, ein Egomane par excellence. "Er stärkt sich und nicht den Sport", sagte sein Kollege Jack Mitrani einst.

Er zersprengt den Gruppengedanken

In einem Sport, in dem es hauptsächlich darum geht, Lakonie und Lässigkeit möglichst dauerhaft auszustrahlen, ist er auf jeden Fall  mit seinen 23 Jahren schon eine Legende.

White passt nicht in die vereinte Snowboardwelt, die sich über die Gruppe definiert.

"Wir verraten uns gegenseitig unsere Tricks, wir loben uns, wir feiern zusammen. Wir entwickeln diesen jungen Sport nach wie vor gemeinsam", sagt Gretchen Bleiler, Silbermedalliengewinnerin der Olympischen Spiele 2006 in Turin.

White konterkariert jedoch all diese Kollektivgedanken. "Ich glaube nicht, dass du mit jemandem richtig gut befreundet sein kannst, gegen den du in Contests fährst", begründet er diesen Dauerzwist. Er könne nicht mit den Rivalen rumhängen, seine Freunde sind Musiker oder Schauspieler.

Wenn Erfolg zu Neid führt...

Der zweite Grund für seinen Ruf als Verräter ist sportlicher Natur: Seine schiere Klasse auf dem Snowboard trägt ihm den Neid der anderen ein.

Neben der Olympischen Goldmedaille 2006 in Turin gewann er unter anderem achtmal die Winter-X-Games.

Als einziger Akteur beherrscht er den Double McTwist 1260, über den er sagt, dass dieser Sprung ihn "auslaugt und völlig fertig macht. Er ist mein Freund und Feind".

Er dreht sich dabei dreieinhalb Mal um die eigene Achse, gefolgt von einem Salto. Damit hat er sich zum Olympiasieger in Vancouver gemacht und den Sport auf ein neues Level gehoben. Die Gegner orientieren sich an seinen Tricks.

Man liebt ihn oder hasst ihn

So auch Kevin Pearce, sein einziger ernsthafter Konkurrent im Vorfeld der letzten Winterspiele. Er trainierte den von White kreierten Double Cork und stürzte dabei so schwer, dass er mit einem Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Ob er jemals wieder Snowboard fahren kann, ist noch ungewiss.

Whites Reaktion auf den Sturz: "Wir alle müssen halt im Rahmen unserer Fähigkeiten fahren." Man liebt oder hasst ihn eben.

Besondere Fähigkeiten zeigten sich bei Shaun White schon im siebten Lebensjahr, seitdem ist er im Snowboardsport eine feste Größe. Und das, obwohl er mit einem Herzfehler zur Welt kam und nur durch zwei Operationen überlebte.

Mit 16 feuert White seinen Vater

Keine  sieben Jahre später, praktisch im Grundschulalter, bekam er seinen ersten Ausrüstervertrag. Er erinnert sich noch gut an diese erste Zeit, als er über den Sport, den er heute auf fast schon unverschämte Weise dominiert, nur neue Freunde kennen lernen wollte: "Aber allen ging es nur darum, mich zu schlagen."

Mit 16 feuerte er seinen eigenen Vater, der sich um seine Finanzen kümmerte, weil dieser ihm das falsche Haus gekauft hatte.

So klein und vor allem schmächtig White auch sein mag, seine Ziele durchzusetzen vermochte er schon immer.

Neben auffälliger Kleidung sind die wehenden roten Haare sein Markenzeichen, die neben dem sportlichen Erfolg großen Anteil an seiner Popularität haben. "Wenn du dir die Haare abschneidest, will ich sterben", schreiben die Mädchen in sein Forum.

Verliebt in das Leben im Rampenlicht

White kostet die Hingabe seiner Fans aus. Er liebt es, ein Star zu sein. "Ohne Öffentlichkeit fehlt mir etwas", gibt er unumwunden zu. So kommt es ihm gelegen, dass mit Red Bull ein Hauptsponsor gefunden wurde, der Sport-Sponsoring und lukrative Vermarktung absolut beherrscht.

So hat jener österreichische Getränkekonzern ihm unter anderem eine 500.000 Euro teure private Halfpipe in die Rocky Mountains gebaut. Zu erreichen nur mit dem Hubschrauber.

Wenn White auf Weltcup-Tour ist, wird er von Leibwächtern und Köchen begleitet. In Europa ist er allerdings nicht zu sehen - die Bezahlung ist zu schlecht. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Forbes" ist der Kalifornier mit fast sechs Millionen Euro der Top-Verdiener der Winterspiele 2010 gewesen.

Seine DVD heißt bezeichnenderweise "The White Album", frei nach der legendären LP der "Beatles". Auch das Titelbatt des amerikanischen Originals des "Rolling Stone" zierte er schon. Er ist ein Mann der Superlative - auf und neben der Halfpipe.

Den Fans gibt er das, was sie sehen und hören wollen: atemberaubende Sprünge, Sprüche und rauschende Partys wie gerade in der Playboy Mansion von Hugh Hefner.

Seine Ziele für die Zukunft? Die Welt erobern!

Bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi wird er wahrscheinlich noch einige Zeit mit diesen Dingen verbringen. Genauso wahrscheinlich ist aber auch, dass er bis dahin wieder neue Tricks kreiert und auch perfektioniert haben wird.

Die Konkurrenz fragt sich schon jetzt ehrfürchtig, auf welche Erfindungen sie dann reagieren muss. Der unermüdliche Erneuerer hat seine Pläne für die Zukunft jedenfalls schon formuliert: "Ich will viel schlafen. Und danach die Welt erobern."

Diashow: Snowboard-Impressionen

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