Doping

Keine deutschen Blutproben bei Humanplasma

SID
Dienstag, 02.03.2010 | 13:37 Uhr
Die Doping-Anschuldigungen gegen deutsche Sportler sind laut Humanplasma nicht haltbar
© sid
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Nach Angaben der Blutbank Humanplasma waren keine deutschen Athleten zur Blutabnahme in Wien. Dies hatte der österreichische NOK-Chef Karl Stoss vor Vancouver behauptet.

Die vor den Olympischen Spielen von Österreichs NOK-Chef Karl Stoss geäußerten Doping-Mutmaßungen gegen deutsche Sportler sind laut der Wiener Blutbank Humanplasma aus der Luft gegriffen.

"Nach allen uns vorliegenden Informationen waren keine deutschen Sportlerinnen und Sportler zur Blutabnahme bei Humanplasma", hieß es in einem offenen Brief des Unternehmens an Stoss.

Vor den Winterspielen in Vancouver hatte dieser von einer "dubiosen Liste" gesprochen, auf der auch "eine ganze Menge von deutschen Sportlerinnen und Sportlern" gestanden haben sollen.

Kritik an NOK-Präsident

"Diese Behauptung ist falsch", schrieb Humanplasma weiter und übte harsche Kritik am Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees.

Stoss' Spekulationen ("Man sollte nicht mit Steinen in Glashäusern werfen, wo man selbst drinnen sitzt") hätten mit der Realität nichts zu tun und seien im Anti-Doping-Kampf kontraproduktiv.

Die Anschuldigungen von Stoss hatten vor den Olympischen Spielen für Verstimmung im deutschen Lager gesorgt. Thomas Bach hatte daraufhin in seiner Funktion als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) seinem österreichischen Kollegen einen Brief geschrieben und aufgefordert, Namen zu nennen.

"Es gab Hinweise auf Sportler aus Deutschland"

In der Vergangenheit waren immer wieder Gerüchte aufgekommen, dass auch bei deutschen Wintersportlern zwischen 2003 und 2006 Blutabnahmen durchgeführt worden seien.

"Es gab Hinweise auf Sportler aus Deutschland, aus dem Wintersport. Wir hatten aber keine konkreten Namen", hatte Arnold Riebenbauer, damals Vorsitzender des Disziplinar-Ausschusses des österreichischen Ski-Verbandes, in dem ARD-Film "Geheimsache Doping: Eiskalter Betrug" gesagt.

Der Blutbank-Skandal war im Winter 2007/2008 publik geworden. Im Labor der Wiener Humanplasma wurden von Mitte 2003 bis Anfang 2006 Blutabnahmen bei 30 Sportlern durchgeführt, teilte das Unternehmen nochmals mit.

"Es war ein Fehler"

Drahtzieher seien damals der frühere Ski-Trainer Walter Mayer, der ehemalige Ruder-Nationaltrainer Martin Kessler und Sport-Manager Stefan Matschiner gewesen.

Humanplasma werde die Namen der Athleten nicht nennen, das sei Sache der Behörden oder der Gerichte. Gleichwohl räumte das Unternehmen in dem offenen Brief nochmals ein, dass "diese Abnahmen aus heutiger Sicht ein Fehler waren".

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