Dienstag, 23.03.2010

Eiskunstlauf

Pluschenko zerredet seine Popularität

Er ist offiziell verletzt, inoffiziell erkrankt, aber in Wahrheit hat er Angst vor einer Niederlage - statt in Turin um seinen vierten Weltmeistertitel zu kämpfen, ist Jewgeni Pluschenko in den Weiten Russlands abgetaucht.

Jewgeni Pluschenko holte bei Olympia in Vancouver Silber im Einzellauf
© Getty
Jewgeni Pluschenko holte bei Olympia in Vancouver Silber im Einzellauf

War der Eiskunstläufer bei Olympia in Vancouver trotz seiner umstrittenen Niederlage gegen Evan Lysacek aus den USA noch eine große Nummer, haben ihn die russischen Medien mittlerweile zum "kleinen Würstchen" degradiert. Was ganz viel mit skurrilen Weinerlichkeiten des Europameisters zu tun hat, die er nach seiner Rückkehr aus Kanada in der Öffentlichkeit verbreitete.

So lamentierte der Kufen-Millionär, er habe ein Auto verkaufen müssen, um seinen Trainer Alexej Mischin für die WM-Vorbereitung bezahlen zu können. Dabei gilt es als offenes Geheimnis, dass der 27-Jährige fünf weitere Wagen in diversen Garagen stehen hat.

Bei Galas und Schaulaufen dabei

Noch schlechter kam bei seinen Landsleuten an, dass er auf ein vom Staat zur Verfügung gestelltes Apartment zurückgriff, um in St. Petersburg für die Welttitelkämpfe zu trainieren. Pluschenko besitzt seit Jahren eine komfortable Wohnung im ehemaligen Leningrad, die aber dem Vernehmen nach gerade lukrativ vermietet ist.

Zwar sind die Knie- und Adduktorenprobleme des Blondschopfs lange bekannt, dennoch kauft man Pluschenko die offizielle Begründung für seinen Ausstieg nicht ab. Für zusätzliche Verwirrung sorgte die Ankündigung, seine Termine bei Galas und Schaulaufen werde er uneingeschränkt wahrnehmen.

"Jewgeni hat für alle geplanten Auftritte zugesagt", bestätigte sein sportlicher Manager Ari Zakarjan. Auch in Deutschland wird Pluschenko noch mehrfach aufs Eis gehen, aber im Mai oder Juni wieder in München auf dem Operationstisch liegen. Denn dann ist beim sechsmaligen Europameister in der Tat eine zweite Operation am rechten Knie unumgänglich.

Eigene Ehefrau vermarktet Pluschenko

Zwar ist es höchst fraglich, ob der gebürtige Sibirer wie noch in Vancouver angekündigt bis Olympia 2014 in Sotschi durchhält, aber auf seine lukrativen Showtourneen im Frühjahr möchte Pluschenko auf keinen Fall verzichten: "Das hält mein Knie schon noch aus."

Im Hintergrund zieht dabei seine zweite Gattin Jana Rudkowskaja, die Pluschenko gern "beste Ehefrau von allen" bezeichnet, geschickt die Fäden. Sie führte schon den russischen Popstar Dima Bilan vor zwei Jahren beim Eurovision Song Contest zum Sieg und vermarktet mittlerweile auch ihren Partner.

Da hätte eine Niederlage im Palavela von Turin, wo Pluschenko 2006 die olympische Goldmedaille gewann, schlecht ins Bild gepasst. Und die Gefahr wäre real gewesen, denn schon in Vancouver war der Olympia-Dritte und japanische Meister Daisuke Takahashi Pluschenko ziemlich dicht auf den Pelz gerückt.

Pluschenko muss unters Messer

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