Tops und Flops des Wintersport-Wochenendes

Als Felix "die Scheiße" besiegte

Von Bärbel Mees
Montag, 25.01.2010 | 12:29 Uhr
Nach seinem ersten Weltcup-Sieg fiel Felix Neureuther (r.) ein Stein vom Herzen
© Getty
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Was für ein Wintersport-Wochenende! Vor allem für die Deutschen. Im Biathlon haufenweise Siege und Podestplätze, unser Felix durfte endlich ganz oben stehen, und nicht zu vergessen: Auch die Ski-Damen schlugen sich hervorragend. Aber wo Licht ist, ist eben auch Schatten: Die Tops und Flops des Wochenendes.

+ Schweiz siegt

Die Schweizer Ski-Herren sind in der Form ihres Lebens. Also vor allem Carlo Janka und Didier Cuche. Von 24 Weltcup-Rennen gewannen die beiden 8, das ist - richtig - ein Drittel. Da können selbst die hochgelobten Österreicher nicht mithalten, die eigentlich immer favorisiert werden, während sich die Schweizer still und heimlich vorbeischleichen.

Und dann ist da ja auch noch die Schweizer Ski-Dame Fränzi Aufdenblatten, die in dieser Saison ebenfalls schon einmal ganz oben auf dem Stockerl stand. Leider ist sie nun nicht mehr Aufdenbrettern unterwegs. In Cortina D'Ampezzo riss sich die 29-Jährige das Kreuzband im rechten Knie. Olympia-Aus!

+ Nesthäkchen vorn

Es war das Wochenende unserer Youngster. Was für eine Vorstellung des deutschen Nachwuchses: Arnd Peiffer gewann im Sprint sein zweites Weltcuprennen und musste sich in der Verfolgung haarsträubend knapp Daniel Mesotitsch geschlagen geben. Dazu Christoph Stephan auf Platz drei im Sprint und Magdalena Neuner mit ihren zwei Siegen und einem zweiten Platz - was will man mehr?

Wir waren eigentlich schon wunschlos glücklich, doch dann holten Küken Viktoria Rebensburg mit Platz zwei im Riesenslalom ihren ersten Podestplatz und Felix Neureuther gar den Sieg. Wann ist endlich Olympia?

+ Neureuther heult

Was für ein Druck auf Felix Neureuther gelastet hat, konnte man lange Zeit nur erahnen. Spätestens seit dem Fernseh-Interview nach seinem Sieg aber war es Gewissheit. "Endlich ist die Scheiße weg", stammelte er ins Mikro, und meinte damit die Belastung, seinen ersten Weltcup-Sieg einfahren und am besten auch noch nahtlos an die Karriere seines Vaters anknüpfen zu müssen.

Überhaupt fand sich Neureuther in einem Tränenmeer wieder. Sein Vater heulte, Markus Wasmeier heulte, die Zuschauer heulten und selbst der Reporter versuchte, seinen Kloß im Hals runterzuschlucken. Warum? Weil es so schön ist, wieder einen deutschen Skifahrer ganz vorne zu wissen. Weil Olympia naht. Und weil ein Sieg auf dem Ganslernhang in Kitzbühel gleich dreimal so schön ist als anderswo.

+ Talentsichtung funktioniert

Verzweifelt muss man sein. Das deutsche Langlauf-Team zog bei der Doppelverfolgung in Rybinsk alle Register und ließ einen Wachser mitlaufen. Leider wurde er sehr bald überrundet und schied aus. Schade. Hätte man doch auf diesem Weg vielleicht noch einen starken Athleten für Olympia finden können.

Doch vielleicht war auch das Arbeitsgebiet des Versuchskaninchens schuld, und der junge Mann vergaß vor lauter Aufregung, seine eigenen Bretter zu wachsen. Wie dem auch sei: Wir sind beruhigt, dass die Talentsichtung im Langlauf offenbar äußerst ernst genommen wird.

- Österreichisches Favoritensterben

Reinfried Herbst. Was ist nur los mit ihm? Er und Kitzbühel - das passt irgendwie nicht zusammen. Vergangenes Jahr lag er dort vor dem zweiten Lauf mit eineinhalb Sekunden in Führung -  und schied aus. Dieses Mal ebenfalls ein Polster - und er versemmelt es wieder. Überhaupt gab es eine Art Favoritensterben der Österreicher. Kathrin Zettel ist die weibliche Version des Reinfried Herbst - zumindest was die Leistung im zweiten Lauf angeht. Auch sie lag in Führung, auch sie flog raus.

Und nicht zu vergessen: Elisabeth Görgl. Zwar nur auf Rang vier liegend ausgeschieden, aber auch das hätte ein Stockerlplatz werden können. Doch wir müssen zugeben: Wir sind beruhigt, dass auch die Österreicher mal Federn lassen. Wann ist jetzt endlich Olympia?

- Piste = Irrsinn!

Maria Riesch fand harte Worte am Wochenende. In zweierlei Hinsicht. Zum einen passte ihr der zweite Platz hinter Lindsey Vonn nicht. Man möge sie nicht falsch verstehen, der zweite Platz an sich sei super, nur eben nicht immer hinter Vonn. Die Frustration ist bei der Deutschen mittlerweile sehr groß, schlägt ihre Busenfreundin sie doch regelmäßig.

Zum anderen kritisierte Riesch die Präparierung der Piste. Zu eisig sei sie gewesen und damit eine Gefahr für die Gesundheit. "Das ist Irrsinn. Da wird dann ständig am Material rumgemacht, und es heißt, das sei zu gefährlich. Und dann haben wir so eine Piste - das ist das Gefährlichste überhaupt", sagte Riesch dazu. Und erhält Rückendeckung von Kathrin Hölzl und - aha - Lindsey Vonn. Recht haben sie, siehe Fränzi Aufdenblatten.

Neureuther gewinnt seinen ersten Weltcup

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