Michael Rösch im Interview

"Seit Ulf Kirsten bin ich Bayer-Fan"

Von Interview: Barbara Kuhn
Dienstag, 01.12.2009 | 10:58 Uhr
Michael Rösch gewann bei der Sommerbiathlon-WM 2009 zwei Mal Gold und einmal Silber
© Imago
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Mit seinem Mannschaftskollegen Christoph Stephan bildet er das lustigste Zimmer im Biathlon-Weltcup: Michael Rösch. Spaßvogel und Olympiasieger, Eigenheimbesitzer und Leverkusen-Fan. Vor dem Weltcup-Start spricht der zweifache Sommerbiathlon-Weltmeister über seine Pflichten als Hausmann, seine Liebe zu Bayer Leverkusen und die Schwierigkeiten, wenn aus Freunden plötzlich Konkurreten werden.

SPOX: Herr Rösch, Sie wohnen seit einem Jahr mit Ihrer Freundin in einem eigenen Haus. Wird aus dem Biathlon-Star jetzt ein Hausmann?

Michael Rösch: Nein, ganz sicher nicht. Aber ein bisschen häuslich bin ich tatsächlich geworden. Ich nehme schon mal den Besen in die Hand. Aber ich versuche, mich vor dem Abwaschen zu drücken. Einen festen Putzplan oder so etwas haben wir aber nicht. Wir teilen uns das ganz gut ein.

SPOX: Sie haben einen sehr straffen Terminplan und sind nur selten zu Hause.

Rösch: Es ist schon ein enormer Stress, einfach immer weg zu sein. Aber ich freue mich dann auch umso mehr, endlich mal nach Hause zu kommen und genieße dann jede einzelne Minute.

SPOX: Der Umzug war dann sicher auch sehr stressig?

Rösch: Ich hatte eigentlich gedacht, dass das ziemlich einfach werden würde. Wir hatten ja viele Helfer und ich hatte gehofft, die anderen könnten alles für mich erledigen. Aber als Hausherr muss man trotzdem immer präsent sein. Und wenn es nur darum geht, Fenster auszusuchen oder einfach nur Ja oder Nein zu sagen.

SPOX: Das alles haben Sie parallel zum Weltcup erledigt.

Rösch: Das war wirklich eine enorme Belastung und hat sich dann auch irgendwann in meinen Leistungen widergespiegelt. Ich hatte einfach den Kopf nicht frei. Als das Haus dann fertig war und wir den Umzug hinter uns gebracht hatten, ist eine riesige Last von meinen Schultern gefallen. Und alles läuft gleich viel besser.

SPOX: Das haben Sie bei der Sommerbiathlon-Weltmeisterschaft mit zweimal Gold und einmal Silber eindrucksvoll bewiesen.

Rösch: Ja, die Sommer-WM war ganz gut (grinst). Das kann gerne noch ein bisschen so weitergehen. Ich bin ganz zuversichtlich.

SPOX: In diesem Jahr fand zum ersten Mal die Sommerbiathlon-Weltmeisterschaft statt. Hat das in Ihr Trainingskonzept gepasst?

Rösch: Normalerweise finden im Sommer ja die Deutschen Meisterschaften statt, die nur zwei Wochen dauern. Die Weltmeisterschaft ging über drei Wochen, es war wie ein großer Weltcup-Block im Winter. Ich habe jeden Wettkampf bestritten, das volle Programm. Das hat schon ganz schön reingehauen.

SPOX: Dann kann man also eher von einer Belastung sprechen?

Rösch: Im Endeffekt war es eine gute Möglichkeit zu checken, wo man eigentlich steht. Stehe ich das alles gut durch oder werde ich vielleicht krank? Wie verkrafte ich das ganze Programm psychisch und körperlich? Am Ende hat alles super gepasst und es hat einen Riesenspaß gemacht. Und wenn die Erfolge dann auch noch da sind, ist es natürlich perfekt.

SPOX: Also die perfekte Vorbereitung für einen erfolgreichen Winter, oder?

Rösch: Man sollte das Ganze auf keinen Fall überbewerten. Aber es war sicherlich eine gute Standortbestimmung. Leider haben viele Konkurrenten aus den großen Nationen gefehlt, an denen ich mich hätte messen können. Aber im Großen und Ganzen ist der Wettkampf immer das beste Training.

SPOX: Die Vorbereitung lief am Anfang nicht optimal. Stichwort Wetterkapriolen.

Rösch: Das stimmt. Im Trainingslager in Ramsau hatten wir auf auf dem Gletscher kaum Schnee, da oben sah es richtig mies aus. Alles grau und nass. Aber in Ramsau hat es viel geschneit, wir konnten im Tal Skifahren. Das habe ich vorher auch noch nicht erlebt. Und die letzten beiden Tage hatten wir dann Kaiserwetter. Wir konnten sechs Einheiten perfekt abtrainieren.

SPOX: Wie schätzen Sie kurz vor dem Weltcup-Start Ihre Form ein?

Rösch: Ich bin perfekt durch mein Vorbereitungsprogramm gekommen und habe super trainiert. Es sieht also ganz gut aus - es kann losgehen.

SPOX: Mit den Olympischen Spielen in Vancouver steht im Februar ein sportliches Großereignis an. Haben Sie sich speziell darauf vorbereitet?

Rösch: Ja, auf jeden Fall. Ich habe viel mit einem Schießtrainer der Bundespolizei trainiert und ein bisschen intensiver an meiner Schießleistung gearbeitet. Beim Laufen haben wir über den Sommer hier und da etwas verändert, das waren aber nur Kleinigkeiten. Ansonsten ist aber alles beim Alten und ich denke, ich bin auf einem guten Weg.

SPOX: Also ist eine Medaille bei Olympia auf jeden Fall drin?

Rösch: 'Dabei sein ist alles', wäre definitiv das falsche Motto. Eine Medaille wäre natürlich schon geil, egal bei welchem Wettbewerb. Dieses Ziel hat doch jeder vor Augen. Das ist es doch, wofür man arbeitet und sich abrackert. Aber ich muss jetzt erst einmal sehen, wie der Weltcup losgeht und wie es mit der Olympia-Qualifikation so läuft. Ich lasse das auf mich zukommen.

SPOX: Innerhalb der deutschen Mannschaft ist das Niveau der Athleten einheitlich. Wie ist es denn, wenn aus guten Freunden auf einmal Konkurrenten werden?

Rösch: Das ist ein blödes Gefühl. Bei uns kann wirklich jeder jeden schlagen. Aber es gibt eine Gehirnwindung, die rausgeschraubt wird und sobald man dann am Start steht, vergisst man das alles und läuft nur noch für sich selbst. Da muss man dann manchmal die Ellenbogen ausfahren und seinem Freund und Kollegen gegenüber auch mal hart sein. Aber so ist das im Wettkampf. Und spätestens hinter der Ziellinie ist wieder alles okay.

SPOX: Also freuen Sie sich auch für die anderen?

Rösch: Klar, auch wenn ich zugeben muss, dass das manchmal schwer fällt. Wir sind zwar Freunde, aber im Wettkampf auch immer Konkurrenten. Und leidenschaftliche Sportler.

SPOX: A propos Leidenschaft. Sie sind glühender Anhänger von Bayer Leverkusen.

Rösch: Das stimmt. Und da sieht es ja momentan richtig gut für mich aus. Wenn das noch ein bisschen so weitergeht...

SPOX: Wie kommen Sie als Thüringer Junge zu Bayer Leverkusen?

Rösch: Das kam so mit 13 oder 14 Jahren. Mein Freund war Kaiserslautern-Fan und hat gesagt, dass ich mir gefälligst einen anderen Verein suchen soll. Da hab ich mich ein bisschen umgeschaut. Damals war Ulf Kirsten der absolute Top-Stürmer und der kommt auch noch aus meiner Gegend. Seitdem bin ich der totale Fan.

SPOX: Das klingt definitiv nach Leidenschaft.

Rösch: Mein Sponsor engagiert sich gleichzeitig auch bei Bayer Leverkusen. Wir sind also sehr verbunden. Ich habe auch schon einige Spieler kennengelernt und war bei einigen Spielen dabei. Das war echt super.

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