Fall Pechstein

Blutproben sollen Aufklärung bringen

SID
Montag, 13.07.2009 | 13:53 Uhr
Claudia Pechsteins Retikulozyten-Werte lagen bei 14 von 95 Proben über dem Grenzwert
© Getty
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Die NADA hat der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) weitere Blutproben von Claudia Pechstein zugesandt. "Wir bemühen uns um Aufklärung", so DESG-Boss Heinze.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hat von der Nationalen Antidoping-Agentur (NADA) weitere Blutproben-Werte von Claudia Pechstein erhalten.

Der Verband verspricht sich von der Analyse der Ergebnisse, die die NADA in den vergangenen Jahren durchgeführt hat, weitere Erkenntnisse im Fall Pechstein.

"Unsere Sachverständigen werden diese Werte analysieren. Das wird einige Zeit dauern", sagte DESG-Präsident Gerd Heinze, der die Daten "mit größter Sorgfalt" behandeln will: "Wir bemühen uns um Aufklärung im Sinne eines sauberen Sports."

In 14 von 95 Proben über dem Grenzwert

Pechstein selbst liegen die Werte noch nicht vor. Ihr Management hatte die Ergebnisse der Tests, die der Eislauf-Weltverband ISU seit 2000 vornahm, veröffentlicht.

In 14 von 95 Proben lag der Retikulozyten-Wert über der zulässigen Grenze. Pechstein und auch einige Wissenschaftler halten die darauf basierende Zweijahressperre für ungerechtfertigt.

Den Vorschlag des Nürnberger Pharmakologen und Dopingexperten Fritz Sörgel, die fünfmalige Olympiasiegerin solle sich zwei Wochen in Quarantäne begeben, um die Entwicklung ihres Blutbildes unter Aufsicht beobachten zu lassen, wollte Pechsteins Manager Ralf Grengel nicht kommentieren: "In diesem Zusammenhang verweise ich auf eine Pressekonferenz, die wir momentan vorbereiten." Wann diese stattfindet, steht noch nicht fest.

De Jong: "Angespannte Stimmung"

Unterdessen geht der Dopingfall Pechstein an den übrigen deutschen Eisschnellläufern nicht spurlos vorüber. "Es herrschte eine angespannte Stimmung", sagte der niederländische 10. 000-m-Olympiasieger Bob de Jong, der mit den deutschen Männern unter seinem Landsmann Bart Schouten in Berlin trainiert.

Sehr viele Sportler seien "sehr böse" auf Pechstein, sagte de Jong der niederländischen Tageszeitung De Telegraaf: "Die Mannschaft hat beschlossen, Meinungen und Gefühle zu diesem Thema möglichst nur intern zu äußern." Zuvor hatte Heinze alle Teilnehmer des DESG-Sommerlehrgangs über den Fall aufgeklärt.

Pechstein hält sich trotz ihrer Sperre auch bei Trainingseinheiten mit der Schouten-Gruppe fit. Die Berlinerin will das Urteil vor dem internationalen Sport-Gerichtshof CAS in Lausanne anfechten.

Pechstein war als erste Sportlerin weltweit nur anhand von Indizien ohne positiven Dopingbefund verurteilt worden.

Coach Franke trainiert Pechstein wieder

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