Eisschnelllauf: Weltcup in Heerenveen

Wolf siegt mit Bahnrekord

SID
Freitag, 14.11.2008 | 20:20 Uhr
Jenny Wolf stellt in 37,60 Sekunden einen neuen Bahnrekord auf
© Getty
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Eisschnellläuferin Jenny Wolf hat zum Auftakt des Weltcups in Heerenveen ihren eigenen Bahnrekord verbessert. Hinter Wolf landete die Chinesin Wang Beixing auf Platz zwei.

Revanche geglückt, Bahnrekord eingestellt, Weltcup-Führung gefestigt: Jenny Wolf ist ein Start nach Maß in den zweiten Eisschnelllauf-Weltcup im niederländischen Kufen-Mekka Heerenveen gelungen.

Eine Woche nach ihrer Niederlage gegen ihre Dauerrivalin Wang Beixing auf ihrer Heimbahn in Berlin stellte die Weltrekordlerin und Weltmeisterin über 500m in der Thialf-Halle ihren eigenen Bahnrekord von 37,60 Sekunden ein und verwies die Chinesin (37,63) diesmal knapp auf Platz zwei. Bei Wolfs insgesamt 28. Weltcup-Erfolg wurde Lee Sang-Hwa aus Südkorea (38,22) Dritte.

"Ich habe mich mehr konzentriert als in Berlin und bin froh, dass es so gut gelaufen ist", sagte Wolf, die vor ihrer Konkurrentin dennoch den Hut zog: "Mir war schon klar, dass sie an mir dran ist, aber so nah - das ist eine neue Situation."

Übermäßig beeindruckt war die Weltrekordlerin von der Chinesin allerdings nicht. "Wir sind noch am Anfang der Saison, und ich bin noch nicht so weit, mein volles Potenzial abzurufen. Wenn das der Fall ist, glaube ich, dass ich Wang im Griff habe", sagte Wolf, die bei ihrem Blitzstart ins Rennen in 10,22 Sekunden genauso schnell war wie bei ihrem 100-m-Weltrekord.

Alle Eisschnelllauf-Ergebnisse aus Heerenveen

Pechstein und Anschütz-Thoms verpassen Podest

Derweil verpassten die Team-Olympiasiegerinnen Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms einen Podestplatz über 3000m. Pechstein wurde beim Heimsieg der Niederländerin Renate Groenewold (4:04,85) in 4:05,88 Minuten Vierte vor Anschütz-Thoms (4:07,13), die eine Woche zuvor beim Weltcup-Auftakt in Berlin noch Zweite geworden war.

Pechstein, die in ihrer Heimatstadt Rang fünf erreicht hatte, kostete ein Stolperer in der vorletzten Runde eine bessere Platzierung. "Wäre der nicht gewesen, hätte ich vielleicht sogar Groenewold geschlagen. Ich könnte mir in den Allerwertesten beißen", sagte Pechstein.

In der Thialf-Halle musste sich Weltmeisterin und Weltrekordlerin Martina Sablikova aus Tschechien (4:05,54) überraschend mit Rang zwei begnügen. Dritte wurde Groenewolds Teamkollegin Diane Valkenburg (4:05,70). Die Erfurterin Stephanie Beckert, die als Neunte bereits zum Saisonauftakt in Berlin überzeugt hatte, drückte ihre persönliche Bestzeit um eine knappe Sekunde auf 4:09,04 und erreichte Rang acht.

Wann kehrt Anni Friesinger zurück? Auch unterwegs top-informiert sein

Wolf führt im Gesamt-Weltcup

In Berlin hatte die 29-Jährige Wolf nach zehn Siegen in Folge gegen Wang erstmals wieder eine Niederlage auf ihrer Spezialdistanz kassiert. Davor waren sie und Wang im ersten Saisonrennen zunächst in derselben Zeit gestoppt worden. Erst als die Tausendstelsekunden ausgewertet worden waren, wurde Wolf zur Siegerin erklärt.

Mit ihrem Sieg in Heerenveen übernahm Wolf an der Stätte ihres Sprint-WM-Triumphes vom Januar, als sie im Vierkampf überraschend Anni Friesinger bezwungen hatte, nach dem dritten von 13 Läufen mit 280 Punkten wieder die alleinige Führung im Gesamt-Weltcup vor Wang (260). Vor zehn Monaten hatte sie in der niederländischen Eisschnelllauf-Hochburg im zweiten WM-Lauf auch den Bahnrekord aufgestellt.

Auch am Freitag legte Wolf den Grundstein zum Sieg mit einem Turbo-Start. Aber Wang hielt im direkten Vergleich dagegen, war über die ersten 100m in 10,32 Sekunden nur eine Zehntel langsamer und schob sich dank ihrer besseren Kurventechnik immer näher an Wolf heran. "Im Gegensatz zu Berlin ist Jenny aber bis ins Ziel vernünftig Schlittschuh gelaufen", meinte ihr Trainer Thomas Schubert.

"In einer eigenen Liga"

Bereits am Samstag wird es zum erneuten Duell zwischen Wolf und Wang kommen. Dass eine andere Läuferin in den Zweikampf eingreifen könnte, hält Schubert für ausgeschlossen. "Ich bin immer wieder von den beiden beeindruckt. Wie sie die Konkurrenz beherrschen, beweist, dass sie in ihrer eigenen Liga laufen."

Bei den Männern gewann der Finne Pekka Koskela den olympischen Sprint in 34,88 Sekunden vor dem Russen Dimitri Lobkow (35,16) und Yu Fengtong aus China (35,18). Weltcup-Titelverteidiger und Weltrekordler Jeremy Wotherspoon aus Kanada musste wegen seines in Berlin bei einem Sturz im Rennen erlitten Armbruchs pausieren. Deutsche Läufer waren in der starken A-Gruppe nicht am Start.

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