Zwist im Herren-Team

Wie Bayern gegen Schalke

Von Carolin Blüchel
Freitag, 31.10.2008 | 15:57 Uhr
biathlon, greis, ullrich
© Imago
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Die Biathlon-Saison hat noch gar nicht begonnen, gibt es schon den ersten Streit im Herren-Lager. Der dreifache Olympiasieger Michael Greis will sich nicht länger mit dem Führungsstil des Bundestrainers arrangieren.

"Die Rivalität der beiden Biathlon-Hochburgen Ruhpolding und Oberhof ist vergleichbar mit der von Bayern München und Schalke 04 im Fußball." Ricco Groß muss es wissen, schließlich war er selbst 17 lange Weltcupjahre Teil dieses Konkurrenzkampfes zwischen der bayrischen und der thüringischen Biathlon-Fraktion.

So ist es auch nachvollziehbar, dass es sich die Ruhpoldinger nach dem Zuschlag für die Austragung der WM 2012 auch auf die Fahne geschrieben haben, den ewigen Rivalen in Sachen Zuschauerrekorde und Gänsehautmomente zu übertrumpfen, mit denen sich die Oberhofer bei den Weltmeisterschaften 2004 schmücken konnten.

Ein Konkurrenzkampf, der auf den ersten Blick eigentlich recht unschuldig aussieht. Doch es wäre nicht wie Bayern gegen Schalke, wenn hinter dem harmlosen Wetteifern nicht doch etwas mehr Brisanz stecken würde. Als Beweis hierfür diente zuletzt der öffentlich ausgetragene Zwist zwischen dem dreifachen Olympiasieger Michael Greis, der in Bayern beheimatet ist, und dem Oberhofer Bundestrainer Frank Ullrich.

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Greis schwänzt Lehrgänge

Greis zog im Sommer das Training mit seinen Ruhpoldinger Kollegen Andreas Birnbacher und Daniel Graf den Trainingslagern mit der gesamten deutschen Mannschaft vor, weil er sich nicht länger dem autoritären Führungsstil des Bundestrainers unterwerfen wolle. Diesen Entschluss kommunizierte der 30-Jährige via TV-Interview und brachte Ullrich damit gegen sich auf.

"Wir haben trainingsmethodisch unterschiedliche Auffassungen. Da muss eben jeder seinen eigenen Weg verfolgen", versuchte Greis gegen SPOX die Sache zu bagatellisieren. Schließlich habe man sich mittlerweile ausgesprochen und die Abrünnigen Bayern werden ab November wieder mit im Boot sein.

Wackeliger Burgfrieden

Doch irgendwie scheint der Burgfrieden im deutschen Männer-Team auf wackligen Beinen zu stehen. Besonders der Vorwurf des autoritären Führungsstils hat gerade Ullrich, der zu seiner aktiven Zeit unter dem diktatorischen System der DDR zu leiden hatte, schwer getroffen.

"Ich weiß, was autoritär bedeutet. Als ich damals einmal einem Lehrgang fern bleiben wollte, weil meine Frau schwer krank war, wurde es mir verboten. Da hieß es: Entweder du bist hier dabei oder wir werden dich generell nicht mehr einladen. Zwei Wochen später war meine Frau tot. Das ist autoritär", verteidigt sich Ullrich.

Schon allein durch diese Erlebnisse sei er selbst gegenüber seinen Athleten sehr offen. "Wie in der besten Familie kommt es auch im Sport mal vor, dass es unterschiedliche Positionen gibt. Und ich wünsche mir auch, dass es Diskussionen gibt. So muss man sich immer wieder neu hinterfragen."

Wie schlägt sich Greis in dieser Saison? Jetzt auch unterwegs top-informiert sein!

Individuelles Training kein Novum

Dass der Bundestrainer gegen den Wunsch nach individuellem Training eigentlich gar nichts einzuwenden hat, weiß der neunmalige Olympiasieger Groß aus eigener Erfahrung. Als Aushängeschilder ihrer Sportart genossen sowohl der 38-Jährige als auch Sven Fischer und Frank Luck zu ihrer aktiven Zeit ebenfalls derartige Privilegien.

"Ich habe beispielsweise 2003 meine gesamte WM-Vorbereitung alleine gemacht und mich der Damen-Mannschaft angeschlossen, weil mir der ausgewählte Trainingsort der Männer zu weit weg war", erinnert sich Groß bei SPOX. "Als erfahrener Athlet muss man seinen Weg alleine beschreiten. Ich habe das damals mit dem Bundestrainer besprochen und es war überhaupt kein Problem."

Ullrich reicht Greis die Hand

Übringens: Vier Medaillen bei der WM in Chanty Mansisk gaben Gross seinerzeit Recht. Mit einer ähnlich erfolgreichen Saison von Michael Greis dürfte wohl auch der aktuelle Zwist endgültig ad acta gelegt werden.

Der Bundestrainer reichte seinem aufmüpfigen Schützling schon einmal die Hand. "Ich weiß, dass absolute Spitzenathleten sehr sensibel sind. Und deswegen nehme ich es Michael auch nicht übel, dass er eine andere Position vertritt. Ich bin guter Dinge, dass wir wieder zusammenkommen."

Es wäre das Beste für alle Beteiligten. Denn schließlich ziehen ja auch Bayern und Schalker trotz aller Rivalität in der Nationalmannschaft an einem Strang.

Biathleten weiter uneins

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