Skispringen

Aufbruchstimmung bei Schmitt und Co.

SID
Donnerstag, 22.05.2008 | 14:01 Uhr
skispringen, vorbereitung, martin, schmitt
© DPA
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Bischofsgrün - Der Himmel über Franken hatte Symbolkraft für den Trainingsauftakt der deutschen Skispringer in Bischofsgrün: Zwischen dicken Wolken lugte die Sonne mehr als einmal hervor. Nach schwierigen Jahren wollen Martin Schmitt und Co. nun wieder der Weltspitze näher kommen.

Die Hoffnung trägt den Namen Werner Schuster. Der Österreicher, der unmittelbar nach Beendigung der vergangenen Saison den glücklosen Bundestrainer Peter Rohwein beerbte, geht motiviert und mit neuen Ideen das schwierige Unternehmen "Zurück zur Weltspitze" an und ist vom Erfolg überzeugt.

"Die deutschen Springer können in absehbarer Zeit wieder Bigplayer in der Welt werden", sagte Schuster nach den ersten sechs Sprüngen auf der Ochsenkopfschanze.

Radtour als Herausforderung

Noch vor dem ersten Aufeinandertreffen auf der Schanze holte der Kleinwalstertaler die Mannschaft zusammen und schickte sie drei Tage lang auf das Mountainbike. "Ich wollte mal über den Tellerrand schauen und die Aufbruchstimmung nutzen. Bei der Tour von Garmisch nach Oberstdorf haben wir ungewohntes Terrain betreten, und es kamen die verschiedensten Charaktere zur Geltung. Die Tour bei teilweisem Regen und Temperaturen um 10 Grad hat uns näher zusammengebracht", sagte Schuster.

Und auch den Aktiven gefiel das: "Die Radtour war eine Herausforderung. Da musste man schon den inneren Schweinehund überwinden. Aber es war eine gute Sache für das Mannschaftsklima", meinte Martin Schmitt.

Hervorragende Infrastruktur

Schuster will besonders im technischen Bereich ansetzen und glaubt, dass auch die älteren Aktiven noch einmal angreifen können. "Athleten wie Martin können sich anpassen und wieder näher an die Spitze herankommen. Das ist eine Frage des Kopfes, des Willens und der Motivation", sagte Schuster, der mit Junioren-Weltmeister Andreas Wank (Oberhof), Severin Freund (Rastbüchl) und Erik Simon (Aue) auch drei junge Springer ins Team holte. "Uns fehlt eine ganze Generation, deshalb müssen wir jetzt so handeln und das Risiko eingehen."

Konkrete Ziele wollte Schuster nicht nennen. "Wir haben keine Zeitfenster, aber zum Sommer-Grand-Prix wollen wir uns schon präsentieren. Es gilt, keine Zeit zu vertrödeln. Der Trend der vergangenen Jahre, dass deutsche Springer immer weniger Podestplätze und Top-Ten-Platzierungen errangen, muss gestoppt und umgekehrt werden", forderte der neue Bundestrainer. "Wir sind von der Weltspitze noch entfernt, aber mit neuer Dynamik kann man wieder nach vorn kommen. Wenn wir uns nicht stressen lassen, kann dieser Prozess sehr schnell gehen."

In der vorhandenen Infrastruktur im Deutschen Skiverband (DSV) sieht Schuster eine Grundlage für kommende Erfolge. "In Einzelzellen wurde schon immer hervorragend gearbeitet, aber es gab kein Miteinander, eher ein Gegeneinander. Das glauben wir mit unseren strukturellen und personellen Veränderungen abgestellt zu haben", sagte der Coach.

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