Donnerstag, 27.03.2008

Langlauf

Anklage für Österreicher nach Turiner Doping-Affäre

Wien - Neben einer lebenslangen Olympia-Sperre könnte die Turiner Doping-Affäre für vier österreichische Wintersportler nun auch strafrechtliche Folgen haben.

Die Turiner Staatsanwaltschaft habe in Italien gegen die Skilangläufer Johannes Eder und Martin Tauber sowie die Biathleten Wolfgang Rottmann und Wolfgang Perner Anklage erhoben, berichtete die Wiener Zeitung "Der Kurier". Anders als in Österreich ist in Italien Doping ein Straftatbestand, der mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden kann.

Die vier Athleten waren nach einem Doping-Skandal während der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) lebenslang vom weltweit größten Sportereignis ausgeschlossen worden.

Strafprozess beantragt

Auf Grundlage des Anti-Doping-Gesetzes hatte die italienische Staatsanwaltschaft während der Turin-Spiele am Abend des 18. Februar 2006 Olympia-Quartiere der österreichischen Sportler durchsuchen lassen und dabei Hilfsmittel für verbotene Doping-Methoden entdeckt.

In Italien müssen die vier Österreicher nun mit einem Strafprozess rechnen, die Staatsanwaltschaft will auch Trainer und Betreuer vor Gericht bringen. "Ich werde in den nächsten Wochen die Prozesseröffnung beantragen", sagte der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello dem "Kurier".

Er hatte damals auch die Razzia in den Unterkünften angeordnet. Der Fall könne noch vor dem Sommer vor Gericht verhandelt werden. Nach Informationen der Zeitung wird nun auch in Österreich dazu ermittelt.


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