Donnerstag, 13.03.2008

Ski alpin

Lanzinger: "Schicksal angenommen"

Salzburg - Neun Tage nach seiner Unterschenkel-Amputation blickt der österreichische Skirennfahrer Matthias Lanzinger mit Zuversicht in die Zukunft.

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© Getty

"Ich bin froh und dankbar, dass ich heute genau so wie ich da sitze da sitzen darf. Ich habe mein Schicksal so angenommen, werde es in die Hände nehmen und werde es gemeinsam bewältigen mit meiner Freundin. Ganz sicher", sagte der 27-Jährige in Salzburg beim ersten Auftritt nach dem tragischen Unfall beim Super-G-Rennen vor anderthalb Wochen.

"Regieführung von woanders"

"Ich kann positiv in die Zukunft blicken. Es ist alles Menschenerdenkliche passiert, damit mein Bein gerettet wird. Das war eine Regieführung von woanders, das hat einfach so sollen sein."

Von seiner Freundin Eva wurde Lanzinger in einem Rollstuhl zur von zehn Kamerateams verfolgten Pressekonferenz gefahren. Er machte einen sehr sachlichen, gefassten Eindruck.

"Physisch hat sich der Patient fast vollständig erholt, und auch der psychische Zustand hat sich hervorragend entwickelt", berichtete Herbert Resch, der behandelnde Arzt Lanzingers.

Noch eine Woche Krankenhaus

Eine Woche soll der Skirennfahrer noch im Krankenhaus bleiben, danach soll es in die Reha gehen, wo auch die Prothese angepasst wird.

Lanzinger selbst sprach davon, dass er irgendwann Vorbild für andere sein wolle. Mit den viel kritisierten Umständen bei seiner Bergung nach dem Unfall wollte er sich nicht groß beschäftigen, wenngleich er auf eine Klärung hofft.

"Mir wird es nicht mehr helfen, aber vielleicht anderen", sagte der 27-Jährige. Die große Anteilnahme vieler Menschen habe ihm sehr geholfen, der Besuch des in diesem Jahr ebenfalls schwer gestürzten Aksel Lund Svindal habe ihn geehrt.

Aufrappeln und weitermachen

Er wolle sich aufrappeln und weitermachen, betonte der Sportler, der sich nicht an alles erinnern kann, was in Norwegen passiert ist.

"Ob ich mir den Sturz anschauen werde, weiß ich noch nicht, das werde ich noch mit meinem Arzt besprechen", sagte Lanzinger.

"Der Rennsport ist gefährlich, das habe ich immer gewusst. Dass es so gravierend ausgeht, dass ich mein Bein verlieren könnte, damit habe ich nicht gerechnet."


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