Samstag, 01.03.2008

Sprint in Lahti abgesagt

Ackermann holt Gesamtweltcup

Lahti - Selten ist ein Gesamtweltcup-Sieger so kurios gekrönt worden wie Ronny Ackermann: Orkanartige Winde verhinderten den Sprint im finnischen Lahti und verhalfen dem viermaligen Weltmeister aus Thüringen zum vorzeitigen Gewinn des Gesamtweltcups der nordischen Kombinierer.

© DPA

"Jetzt werden wir etwas feiern, aber mir wäre es lieber gewesen, die Jungs hätten sich im Wettbewerb vorher richtig verausgabt. So ist es gar keine richtige emotionale Feier", meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Wegen zu starker Winde musste das Springen und damit der gesamte Wettbewerb abgesagt werden. Damit war Ackermann, der einen Tag zuvor im Einzel Platz drei belegt hatte, die Große Kristallkugel nicht mehr zu nehmen.

Ackermann überrascht

Vor den letzten beiden Wettbewerben am kommenden Wochenende in Oslo beträgt sein Vorsprung vor dem Amerikaner Bill Demong uneinholbare 237 Punkte.

"Das kam schon überraschend, als der Wettkampf abgesagt wurde. Da hatte ich noch gar nicht realisiert, dass es reicht", erzählte Ackermann und konnte sein Glück zunächst gar nicht richtig fassen. Er hatte von Sprungtrainer Andreas Bauer die Nachricht und die ersten Glückwünsche erhalten.

Auch auf der Strecke entschieden

Cheftrainer Weinbuch hatte damit gerechnet, dass Ackermann auch im Wettkampf alles klar macht. "Ronny ist richtig gut drauf und ich hätte mir gewünscht, dass er den Gesamtsieg mit einem Podiumsplatz perfekt macht", sagte der Coach.

Auch Ackermann bedauerte, dass er nicht im Wettkampf den dritten Coup im Gesamtweltcup perfekt machen konnte. "Ich bin gut drauf und hatte mich auf den Sprint gefreut", meinte er. Im Saisonfinale will er noch einmal angreifen: "Für mich geht es noch um die Kleine Kristallkugel im Sprint-Weltcup. Da bin ich Zweiter und würde gern noch weiter nach vorn kommen", sagte der 30-Jährige.

Dominanz von Beginn an

Ackermann hatte der Saison von Beginn an seinen Stempel aufgedrückt. Nur einmal schaffte er nicht den Sprung unter die besten Zehn bei einem Wettkampf. "Ronny will immer Alles und sucht immer nach dem Maximalen", beschrieb Weinbuch seinen Musterschüler, den er seit mehr als zehn Jahren betreut.

Dabei lobte er besonders den Ehrgeiz seines Schützlings. "Wir mussten in den vergangenen Jahren den Sprungstil total umstellen, da hat er sehr lange Zeit gebraucht. Aber er hat nie aufgesteckt, auch wenn es in den vergangenen Jahren mehr Misserfolge gab", sagte Weinbuch und ist optimistisch, dass Ackermann auch in der nächsten WM-Saison wieder erfolgreich sein wird.


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