Montag, 03.03.2008

Tops und Flops im Wintersport

Magda, Emma, Ursula

München - Die deutschen Erfolge hielten sich an diesem Wochenende in Grenzen. Kein Wunder stand ja weder Rodeln noch Bobfahren auf dem Programm.

ski alpin, zwiesel
© DPA

Dazu zeigten auch die Biathleten ungewohnte Schwächen und das nicht nur am Schießstand.

In den Tops und Flops finden sich natürlich auch ein Tief namens Emma, ein verwirrter Bundestrainer und eine eigenwillige Moderatorin.

+ Auf die Knie!

Es ist ja in Asien nicht ganz unüblich Dinge im Knien zu erledigen. Essen zum Beispiel. Aus mitteleuropäischer Sicht eine ziemlich unkonventionelle und auch ungemütliche Position. Ganz anders sah das Michael Rösch nach seiner furiosen Aufholjagd in der Verfolgung am Freitag. Nachdem sich der 24-Jährige von Platz 20 auf vier nach vorne gearbeitet hatte, war er so platt, dass er zum Interview im Schnee auf die Knie sank und dort die leidige Pressearbeit über sich ergehen ließ. "Ich habe Riesenschmerzen in den Schienbeinen, bin froh, überhaut im Ziel zu sein", erklärte Rösch. Nach der Mixed-Staffel am Sonntag kam er dann wieder im aufrechten Gang zum Gespräch. Da lief er als Schlussläufer auch aussichtslos hinterher. Deutschland wurde nur Achter. "Ich habe ein paar Kräfte für Chanty Mansiysk gespart", so Rösch. Da dürfen dann auch die Schienbeine wieder schmerzen!

- Besuch von Emma

Zwiesel hat es nicht leicht. Erstens, weil die Menschen dort eine Sprache sprechen, die nicht von jedem Deutschen problemlos verstanden wird und zweitens, weil es immer wieder Opfer des Wetters wird. Vor zwei Jahren herrschte in der Stadt im Bayerischen Wald der Notstand, weil die Schneemassen meterhoch auf Dächern und Straßen lagen. Und auch 2008 hatte das kleine Städtchen Pech mit dem Wetter. Sturmtief "Emma" war zu Gast und das ausgerechnet an dem Wochenende, an dem auch der Ski-Weltcup in der Stadt war. Die Folge: Sowohl der Slalom als auch der Riesenslalom wurden abgesagt. Positiv: Maria Riesch hätte auf die Österreicherinnen Nicole Hosp und Marlies Schild in den technischen Disziplinen im Gesamtweltcup wohl an Boden verloren. Deshalb lautet Rieschs Fazit: "Es ist zwar schade, aber mir ist lieber, es fällt ein Slalom aus als eine Abfahrt."

- Vom Winde verweht

Der Wind spielte auch bei den Skispringern in Lahti eine gewichtige Rolle. Nicht nur dass er Dieter Thomas Frisur versaute, an beiden Tagen mussten die Springen abgesagt werden. War aber auch egal, gab dank Peter Rohwein eh genügend Gesprächsstoff. Der Bundestrainer hatte "Spiegel Online" ein Interview gegeben, in dem er seinen Rücktritt bekannt gab: "Wir trennen uns. Das steht fest. Im gegenseitigen Einvernehmen." Im Interview mit der "ARD" wollte Rohwein von solchen Äußerungen plötzlich nichts mehr wissen. "Da bin ich missverstanden worden. Ich weiß nicht, wie man zu solchen Aussagen kommt." Blöd nur, dass die "ARD" weiter recherchierte und erfuhr, dass Rohwein das "Spiegel"-Interview höchstpersönlich autorisiert hatte. Da hat der Wind wohl auch die Gedanken durcheinander geweht.

- Magda auf Irrwegen

Nicht der Wind, sondern eine nicht ganz eindeutige Absperrung auf der Strecke wurde Magdalena Neuner zum Verhängnis. Kurz nach dem Start bog die 21-Jährige kurz rechts ab. Die hinter ihr laufende Sandrine Bailly war zwar völlig überrascht, nutzte den Fauxpaus aber zum Überholen und zog dann einsam ihre Kreise. Neuner hatte ihren Irrweg schnell erkannt, machte kehrt, fand aber trotzdem nicht gleich auf die Strecke zurück. Also lieber noch mal fragen. Die netten Koreaner halfen ihr dann schlussendlich wieder auf die Strecke. Die Szene war irgendwie sinnbildlich für die deutschen Biathleten in Pyeongchang. Denn zum ersten Mal in dieser Saison fand keine der Damen den Weg aufs Podest. Zudem musste Andrea Henkel ihre Führung im Gesamtweltcup abgeben.

+ Lost in translation

Bode Miller fuhr bei der zweiten Abfahrt in Kvitfjell allen davon und machte am Wochenende einen großen Schritt in Richtung Gesamtweltcup. Auf die Frage im "ARD"-Interview, ob ihm seine neue Freundin die nötige Motivation und Kraft verleihe, meinte Miller lapidar: "I don't have a girlfriend!" Viel mehr sei seine gesunde Ernährung für seine Leistungen verantwortlich. Moderatorin Ursula Hoffmann wollte diesen Informationen nicht so recht vertrauen und fügte ihrer Übersetzung hinzu: "Naja, das muss man ja nicht glauben."

Andreas Lehner

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