Freitag, 15.02.2008

Wohltätigkeits-Slalom in Zagreb

"Wahrzeichen" Kostelic schaut beim Heim-Slalom zu

Zagreb - In den Kampf um den Sieg greift die viermalige Olympiasiegerin Janica Kostelic erst noch ein, doch auch vor dem Wohltätigkeits-Slalom in Zagreb ist der Ski-Frührentnerin der Beifall gewiss.

"Sie ist das Wahrzeichen des Rennens", beschrieb Ivica Kostelic vor den Weltcups in der kroatischen Hauptstadt den immer noch hohen Stellenwert der Schwester. In Zagreb steht für die Damen ein Flutlichtrennen an, die Herren sind am 18. Februar an der Reihe.

Janica Kostelic ist bis zu dem als Legenden-Rennen bezeichneten Lauf gegen die Slalom-Könige Ingemar Stenmark (Schweden) und Alberto Tomba (Italien) nur Zuschauerin. Nach jahrelangem Kampf gegen die Schmerzen hatte die kroatische Ski-Heldin im Frühjahr ihre beispiellose Karriere beendet.

Angst vor weiteren Verletzungen, vor neuen Schmerzen hatten die heute 26-Jährige zum Schlussstrich unter die Erfolgsgeschichte bewogen. "Ich will nicht mehr leiden", hatte die mit vier Goldmedaillen erfolgreichste Alpin-Olympionikin nach einem Winter ohne Wettkampf den Schritt begründet.

Kosmetikbranche und Tauch-Business

Mittlerweile arbeitet sie in der Kosmetikbranche und hilft ihrem Freund im Tauch-Business. "Ich glaube nicht, dass sie den Weltcup vermisst. Naja, vielleicht manchmal. Aber sie hat ein neues Leben und sie ist sehr zufrieden", verriet Ivica Kostelic.

Die Schwester mochte vor dem Rennen kein Interview geben. Vielleicht auch, um dem in blendender Form fahrenden Bruder nicht die Schau zu stehlen. "Nach den letzten guten Resultaten sind die Leute in Kroatien wieder verrückt auf das Rennen", sagte der 28-Jährige, dem der Wettkampf eine "Herzensangelegenheit" ist.

Der Slalom-Weltmeister von 2003 nährte mit Podestplätzen an den vergangenen vier Weltcup-Wochenenden die Hoffnungen seiner Landsleute, wenngleich er eine Erfolgsgeschichte wie seine kleine Schwester wohl nicht mehr hinlegen wird. In ihrer Karriere wurde das Kraftpaket fünfmal Weltmeisterin, gewann dreimal den alpinen Gesamtweltcup und war in 30 Weltcup-Rennen siegreich.

Unfassbar dicke Krankenakte 

Die Erfolgsliste ist schier endlos lang, die Krankenakte dafür unfassbar dick. Ein halbes Dutzend Knieoperationen, Probleme mit der Schilddrüse, ein kaputter Rücken - dies ist nur ein kleiner Auszug. Schmerzen war Janica Kostelic schon lange gewohnt.

Vater Ante soll seine Kinder mit rigorosen Trainingsmethoden geformt haben, bei denen die Geschwister auch schon mal mit einem Rucksack voller Steine Bergläufe absolvieren mussten. Die Familie schlief damals zum Teil im Auto, da die Hotels in den Gletscher-Skigebieten zu teuer waren - umso mehr gönnen Jancia nun alle das geruhsame Ski-Pensionärs-Leben.


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